Das K-Wort existiert beim FC Thun nicht

Fünfmal in Serie hat der FC Thun nicht gewonnen. Andres Gerber und Marc Schneider lassen sich deshalb aber nicht beunruhigen.

Sportchef Andres Gerber ist nicht beunruhigt über die momentane Form des FC Thun. Foto: Valérie Chételat

Sportchef Andres Gerber ist nicht beunruhigt über die momentane Form des FC Thun. Foto: Valérie Chételat

Simon Scheidegger@theSimon_S

Das K-Wort, es ist nicht in den Köpfen der Verantwortlichen des FC Thun. Nach der 2:3-Niederlage gegen Neuenburg Xamax will bei den Oberländern niemand von einer Krise reden.

Zum fünften Mal in Folge konnte die Equipe von Marc Schneider am Sonntag nicht gewinnen, der letzte Sieg datiert von Mitte Februar in St. Gallen. «Natürlich sind wir damit alle nicht zufrieden», sagt Schneider.

Es würde aber weder zu ihm noch dem FC Thun passen, würde er oder irgendwer im Umfeld der Oberländer ab einer solchen Serie beunruhigt werden. Zwar konnten sich in der Nationalmannschaftspause diverse Spieler von Verletzungen erholen, mit Captain Dennis Hediger und Flügel Matteo Tosetti fehlen aber nach wie vor zwei Leistungsträger. «Wir wollen nicht jammern, aber das ist sicher ein Grund», findet Andres Gerber.

Eine gute Erfahrung

Der Sportchef spricht von den Vorlagen des Tessiners, die fehlen, aber vor allem vermisst er im Moment die Aggressivität in den Zweikämpfen, die Präsenz auf dem Feld, den Willen, unbedingt gewinnen zu wollen und sich auch von einem motivierten, sich im Abstiegskampf befindenden Gegner nicht aus dem Konzept bringen zu lassen.

Es sind alles Eigenschaften, die Captain Dennis Hediger in die Mannschaft bringt und ihn zu einem unersetzlichen Teil im FCT-Ensemble machen. Der Leitwolf lief am Sonntag an Krücken durch die Katakomben, er wird dem Team aufgrund seines Kreuzbandrisses bekanntlich noch monatelang fehlen. Jetzt müssten andere Spieler Verantwortung übernehmen und das Team mitreissen, sagt Gerber. «Diese Erfahrung wird allen guttun.»

Kein Grund zur Panik

Der 45-Jährige ist trotz der ungewöhnlichen Serie der Sieglosigkeit gewohnt optimistisch. Er sagt: «Wir verfallen nicht in Panik. Letztes Jahr hatten wir zum gleichen Zeitpunkt fünfmal in Serie verloren.» Überhaupt präsentiert sich der Blick auf die Tabelle aus Thuner Sicht nach wie vor erfreulich, liegt der FCT doch immer noch auf Rang 3 und damit weit über dem konservativ formulierten Saisonziel Ligaerhalt.

Und weder Schneider noch Gerber stören sich daran, dass sich in den letzten Wochen ein Loch von zehn Punkten zum FC Basel und zum 2. Rang geöffnet hat. «Es war sowieso nie unser Anspruch, uns mit dem FC Basel zu messen», sagt Schneider. «Das wäre vollkommen utopisch.» Als er das K-Wort hört, huscht ein Lächeln über seine Lippen. Er hatte damit gerechnet, dass irgendwann jemand von einer Krise sprechen würde, wenn seine Mannschaft länger nicht würde gewinnen können.

An seinem Selbstverständnis ändert dies nichts. Der Coach weiss, dass der FC Thun viel weiter ist als vor einem Jahr, als er wie Xamax ums Überleben in der Super League kämpfte und sich tatsächlich in einer Krise befand. Und dass er sich jetzt in der Spitzengruppe der Liga etabliert hat und dort auch bis Saisonende bleiben will.

Berner Zeitung

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