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Das Spiel um 220 Millionen

Derby County und Aston Villa spielen am Montag um den letzten Platz in der Premier League. Es geht um viel Geld.

Derby Countys Trainer Frank Lampard: Kann er heute Montag noch einmal jubeln?
Derby Countys Trainer Frank Lampard: Kann er heute Montag noch einmal jubeln?
Nick Potts, Keystone

Als die Mannschaft von Derby County auf der Rückfahrt vom Spiel in Leeds war, legte sie noch einen Halt im Kings Head von Duffield ein. Das ist ein Pub kurz vor Derby, es musste gefeiert werden. Immerhin hatte die Mannschaft den Playoff-Final der Championship erreicht. In den sozialen ­Medien tauchte die Rechnung auf: 209 Bier, 75 Jägermeister, 65 Wodkas, 54 Sambucas, 38 Tequilas ... Gesamtbetrag: 2802 Pfund, 30 Cents, rund 3600 Franken. Das ist zwölf Tage her, Zeit genug, um wieder frisch zu werden.

Der Playoff-Final findet heute Montag statt, 15 Uhr Lokalzeit, und das nicht irgendwo, denn in England werden die letzten Aufstiegs-Entscheidungen in den drei unteren Profiligen zelebriert. Darum wird am Samstag (League 2), Sonntag (League 1) und eben heute (Championship) im Wembley gespielt, diesem Stadion mit der unvergleich­lichen Anziehungskraft.

Das «ergiebigste Spiel» ist es

Die Umgebung ist dem Anlass angemessen: Das Spiel von Derby County gegen Aston Villa wird als «richest game in world sport» beworben, als ergiebigstes Spiel weltweit. Wer es gewinnt und in die Premier League aufsteigt, hat allein dadurch Fernseheinnahmen von 220 Millionen Franken sicher.

«Wahnsinnig, nicht wahr?», schreibt die «Times» aus London, «vulgär, auch das.» Aber es geht um die Realität des eng­lischen Fussballs, der Premier League, der Kommerzialisierung. Die TV-Anstalten decken die Liga mit ihrem Geld ein. 12 Milliarden sind es allein dank des neuen Vertrages in den kommenden drei Jahren, ausländische Sender, gerade jene aus Asien, tragen fast die Hälfte dazu bei.

Derby und Villa sind alte ­Grössen im englischen Fussball, Derby war 1972 und 1975 Meister, Villa war gar siebenmal Meister, zuletzt 1981, und einmal, das Jahr darauf, Meistercupsieger. Längst leiden sie unter dem Standortnachteil, den die Clubs aus den Midlands haben. Das richtig grosse Geld für die Spieler wird in Liverpool, Manchester und London ausgeschüttet.

Noch ist Lampard ein Anfänger

Immerhin hat Derby seit dieser Saison einen Trainer mit grossem Namen. Das ist Frank Lampard, als Spieler von Chelsea war er Weltklasse, im neuen ­Beruf ist er noch ein Anfänger. Aber er hat eine Mannschaft ­geformt, die so spielt, wie er es einst vormachte: voller offensivem Drang. Darum erstaunt es wenig, dass Lampard in den englischen Medien bereits als Nachfolger von Maurizio Sarri bei Chelsea gehandelt wird. ­Dabei steht der Italiener am Mittwoch im Final der Europa League gegen Arsenal.

Die 220 Millionen für den Sieger von heute setzen sich aus zwei Teilen zusammen. 122,5 Millionen sind der Betrag, den in der Premier League selbst der Letztplatzierte an TV-Geld erhält, ohne auch nur ein Spiel gewonnen zu haben. 97,5 Millionen gibt es als Zusatz für den Fall des sofortigen Wiederabstiegs, als sogenannte Fallschirmzahlung, um den Absturz wenigstens finanziell aufzufangen. Wer heute verliert, erhält nächste Saison vom Fernsehen noch 9 Millionen.

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