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Der FC Thun spielt mit dem Feuer

Sportredaktor Dominic Wuillemin zum früh angekündigten Trainerwechsel beim Oberländer Superligisten.

In gegenseitigem Einvernehmen mit dem FC Thun sei Jeff Saibene zum Schluss gekommen, seinen auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern.
In gegenseitigem Einvernehmen mit dem FC Thun sei Jeff Saibene zum Schluss gekommen, seinen auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern.
Patric Spahni
Bis zum Ende der laufenden Saison wolle der luxemburgische Cheftrainer aber noch alles für den Verein geben.
Bis zum Ende der laufenden Saison wolle der luxemburgische Cheftrainer aber noch alles für den Verein geben.
Patric Spahni
Vor seinem Engagement bei den Thunern trainierte Saibene den FC St. Gallen. Auch in der Ostschweiz löste er seinen Vertrag auf eigenen Wunsch auf.
Vor seinem Engagement bei den Thunern trainierte Saibene den FC St. Gallen. Auch in der Ostschweiz löste er seinen Vertrag auf eigenen Wunsch auf.
Keystone
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Weitermachen, als wäre nichts gewesen, so stellt sich das der FC Thun vor: In der Mitteilung, die das Ende der Zusammenarbeit mit Trainer Jeff Saibene im Sommer und die Beförderung Marc Schneiders vom Assistenten zum Chef besiegelt, steht geschrieben, dass der Klub dank des Entscheids die Rückrunde mit unveränderten Vorzeichen absolvieren könne. Das klingt zwar gut, ist aber naiv. Nur auf den ersten Blick ist noch alles so, wie es war.

Fakt ist: Die Thuner befinden sich im Abstiegskampf. Sie brauchen dringend Punkte. Doch der Rückrundenstart mit Partien bei GC und Luzern sowie dem Heimspiel gegen Leader Basel ist happig. Bleibt der Erfolg aus, wird die ungewöhnliche Trainerkonstellation sofort in den Mittelpunkt geraten, Unruhe entstehen.

Fakt ist: Eine Mannschaft ist ein sensibles Gebilde. Die Spieler werden Strömungen deuten und diese für sich nutzen wollen. Denn zuerst denkt jeder an sich. Das ist überall so, auch beim FC Thun. Halten Saibene und Schneider nicht bedingungslos zueinander, ist das der Anfang vom Ende.

Fakt ist: Die Aussenwirkung des Entscheids ist ungünstig. Die Thuner sind in letzter Zeit an den Rand des Konkurses geraten, weil sie keine potenten Sponsoren finden konnten. Und weil deutlich weniger Zuschauer zu den Heimspielen kamen. Pay-TV, Wetter und Konkurrenz durch Events mögen auch Gründe dafür sein. Einer ist definitiv: Die Thuner können sich des Eindrucks nicht erwehren, dass jede Saison aufs Neue eine Zwängerei ist. Sommer für Sommer müssen die besten Spieler abgegeben werden, kostengünstige No-Names rücken nach. Es ist zwar eine grosse Leistung, gelingt es dem Klub unter diesen Vorzeichen, konkurrenzfähig zu bleiben. Aber attraktiv für Sponsoren und Zuschauer ist diese Ausgangslage nicht.

Der erfahrene Saibene glaubte offenbar nicht an bessere Zeiten. Er war nicht darauf erpicht, den auslaufenden Vertrag zu verlängern und erneut einen Umbruch zu managen. Ab Sommer wird Marc Schneider ge­fordert sein, der keinerlei Erfahrung als Cheftrainer hat. Unter diesen Vorzeichen geht es in den nächsten Wochen in den Abstiegskampf. Es ist ein Spiel mit dem Feuer.

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