Der FC Thun war die bessere Mannschaft

Der FC Thun hat den YB-Exploit bestätigt und Sion in einer unterhaltsamen Partie 3:2 bezwungen. Roy Gelmi war mit zwei Toren der Matchwinner einer überaus solidarischen Mannschaft.

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Peter Berger@PeterBerger67

Im Abstiegskampf hat der FC Thun ein wichtiges Direktduell gewonnen. Beim Tabellenletzten feierten die Oberländer einen 3:2-Erfolg. «Jeder Sieg ist wichtig und gibt gleich viele Punkte», hielt Dennis Hediger fest.

Der Captain ergänzte aber postwendend: «Der Sieg gegen YB war schön, aber weil derjenige in Sion gegen einen direkten Konkurrenten zustande kam, war dieser letztlich wichtiger.»Die Thuner waren im Wallis ­alles andere als fehlerlos.

«Doch das grosse Ausrufezeichen setzten wir, weil immer sofort einer zur Stelle war, der den Fehler des Mitspielers korrigierte», sagte Hediger lobend. Beide Thuner Gegentore durch Sions belgischen Stürmer Pelé Mboyo resultierten indes nach Fehlpässen der Oberländer. So lagen die Gäste schon nach gut zwei Minuten im Hintertreffen. «Der Start war sehr schlecht», gestand Marc Schneider.

Der Trainer durfte dann aber zufrieden feststellen, dass seine Schützlinge Moral ­bewiesen. Bereits sechs Minuten später konnte Sions Verteidiger Quentin Maceiras den Thuner Chris Kablan nur durch ein Foul stoppen. Den fälligen Penalty verwandelte Moreno Costanzo sicher.

Gelmis Doppelpack

Danach folgte der erste grosse Auftritt von Roy Gelmi. Nach einem Costanzo-Kopfball vermochte letztlich Sions Martin Angha nur vor die Füsse des Thuner Innenverteidigers zu «befreien». Gelmi verwertete volley zur Führung. Und kurz vor dem Halbzeitpfiff stand der St. Galler wieder richtig, als er im Anschluss an einen Costanzo-Eckball einen Schuss von Hediger entscheidend zum 3:2 ablenken konnte.

«Das Wichtigste sind die drei Punkte, aber natürlich ist es umso schöner, wenn ich dazu zwei Tore beisteuern konnte – und erst noch zweimal mit meinem schwächeren, linken Fuss», sagt der ansonsten für seine Kopfballstärke bekannte Gelmi nach seinem ersten Doppelpack in der Super League, seinen Treffern Nummer 4 und 5 in der höchsten Spielklasse.

Dabei war der Einsatz des Abwehrchefs noch ungewiss gewesen. Nach einem Schlag auf den Oberschenkel vor einer Woche im Spiel gegen YB (3:1) konnte er Ende Woche nicht mehr trainieren. Aber der Ostschweizer biss auf die Zähne. «Ich spürte die Schmerzen während der Partie immer mehr. Ich werde nun eine MRI-Untersuchung vornehmen, um abzuklären, wie schlimm die Verletzung ist.»

Wäre Gelmi ausgefallen, hätte Trainer Schneider vom zuletzt bewährten 3-5-2-System abweichen müssen. «Ich bin froh, konnte Gelmi mittun, und bin glücklich für ihn und für uns, dass er zwei Tore erzielt hat», sagte Schneider.

Nach dem offenen Schlagabtausch in der ersten Halbzeit versuchten die Thuner nach dem Seitenwechsel, die Partie zu kontrollieren. Das gelang indes nicht wunschgemäss. Sion dominierte. «Wir waren nur noch am Verteidigen, es war ein Fight», meinte Gelmi.

Erst als Schneider veranlasste, die Gegenspieler wieder direkter unter Druck zu setzen statt nur die Räume eng zu machen, kamen die Gäste wieder mehr auf. Und weil das individuell gut aufgestellte Sion mit Captain Pajtim Kasami nicht verbergen konnte, dass es am Tabellenende steht, fehlerhaft und unsicher agierte, war der Thuner Sieg letztlich verdient.

Positiver Ausblick

«Luft verschafft hat uns dieser Erfolg aber noch keineswegs, jetzt brauchen wir auch noch drei Punkte gegen Lugano», betonte Gelmi. Hediger ist für die letzte Partie des Jahres am kommenden Samstag sehr zuversichtlich: «Diese Truppe lebt. Jeder kämpft für den anderen. Diese Solidarität stimmt mich positiv, nicht bloss für die Partie gegen Lugano, sondern auch für die Rückrunde.

Denn im Dezember ist schliesslich noch niemand Meister ­geworden und auch noch nie ­jemand abgestiegen.» Dem positiven Ausblick schloss sich auch Trainer Schneider an: «Ich habe einige Spieler auf dem Platz, die Verantwortung übernehmen, und die anderen rackern wie ­verrückt. Es ist eine wahre Freude, dieser Mannschaft zuzuschauen.»

Thuner Tagblatt

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