Di Matteos Spieler und ihre Hoffnungslosigkeit

Im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League braucht Schalke bei Real Madrid ein Wunder. Nur scheinen die Königsblauen bereits vor dem Anpfiff aufzugeben.

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Es wäre eine grosse Sensation, fast schon ein Fussballwunder, sollte Schalke 04 heute Abend in den Viertelfinal der Champions League einziehen. Bei Real Madrid müssen die Königsblauen einen 0:2-Rückstand aus dem Hinspiel aufholen. Doch auch wenn der Titelverteidiger zuletzt in der heimischen Meisterschaft etwas kriselte, sich bei der 0:1-Niederlage am Samstag in Bilbao äusserst ideenlos präsentierte, trauen sich die Schalker dieses Meisterstück nicht zu.

Wohl mit B-Elf in Madrid

Deutlich machten dies die Spieler gleich selber, der 19-jährige Max Meyer erklärte gegenüber der «Bild»: «Das können wir nicht mehr packen. Dass wir weiterkommen, wird nicht passieren.» Nicht weniger pessimistisch äusserte sich Aussenverteidiger Christian Fuchs: «Wir sind klar ausgeschieden, da kann man nichts schönreden.»

Zwar dürften nicht wenige Fussballfans ähnlich denken, dennoch ist eine solch klare Ausdrucksweise noch vor dem Abflug schon etwas ungewöhnlich – gegenüber den mitreisenden Fans fast schon eine Frechheit. Da hilft die Abschwächung von Sportchef Horst Heldt («Wir gehen nicht auf Kaffeefahrt. Wir repräsentieren den deutschen Fussball, wollen versuchen, das 0:2 wettzumachen») herzlich wenig. Trainer Roberto Di Matteo soll sogar in Erwägung ziehen, eine verstärkte B-Elf auf den Rasen des imposanten Santiago Bernabéu zu schicken, um die angeschlagenen Stammspieler Benedikt Höwedes, Marco Höger, Jan-Klaas Huntelaar und Eric Maxim Choupo-Moting hinsichtlich der kommenden Aufgaben in der Bundesliga zu schonen.

Der Erzrivale als Vorbild

Dabei wäre es nicht das erste Mal, dass Real-Trainer Carlo Ancelotti einen komfortablen Vorsprung aus den Händen gibt. Da wäre beispielsweise der Champions-League-Viertelfinal 2003/2004, wo der Italiener, damals noch bei der AC Milan, nach einem 4:1 im Hinspiel doch gegen Déportivo La Coruña schliesslich ausgeschieden ist (0:4-Niederlage in Galizien). Oder natürlich der legendäre Final um die Königsklasse der Saison 2004/2005, als Liverpool gegen die Lombarden einen 0:3-Rückstand aufholte und nach Elfmeterschiessen den Henkelpott in die Höhe stemmen konnte.

Wie man mit einer schweren Hypothek gegen Real Madrid umzugehen hat, zeigte Jürgen Klopp, der emotionale Trainer des Schalke-Erzrivalen Borussia Dortmund, vor gut einem Jahr: Nach der 0:3-Niederlage im Hinspiel fauchte er ZDF-Reporter Jochen Breyer an, als ihn dieser auf die verschwindend kleinen Chancen auf den Halbfinaleinzug angesprochen hat.

Klopps Schützlinge waren ähnlicher Meinung und verpassten mit einem 2:0 im heimischen Signal Iduna Park das Wunder nur um Haaresbreite. Bei Schalkes Einstellung ist eine ähnliche Reaktion heute Abend aber nicht zu erwarten.

thunertagblatt.ch/Newsnetz

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