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Die Doppelrolle des Fifa-Kritikers Guido Tognoni

Gegen aussen gibt sich der ehemalige Fifa-Kadermann als unabhängiger Beobachter. Dabei ist er selbst Akteur: Er vertritt einen Funktionär, der im Zentrum der Korruptionsaffäre um die WM 2022 steht. Unentgeltlich, wie er sagt.

Sieht in seiner Arbeit kein Problem für seine Unabhängigkeit: Guido Tognoni. (Archivbild)
Sieht in seiner Arbeit kein Problem für seine Unabhängigkeit: Guido Tognoni. (Archivbild)
Bernd Kammerer, Keystone

Als die Polizei im Zürcher Hotel Baur Au Lac sieben Fifa-Funktionäre abführt, beginnen Guido Tognonis Tage der Omnipräsenz. Nach der Verhaftungswelle tritt der Ex-Mediendirektor des Weltfussballverbands alleine bei SRF in fünf Sendungen auf: 10 vor 10, Arena, Club, Rundschau und Sportlive. In Deutschland ist der 65-Jährige Gast bei Günther Jauch und Stern TV. Dasselbe Bild in der Schweizer Presse: 24 Heures, Handelszeitung, Blick oder der Tages-Anzeiger, für den er nebenbei bloggt, zitieren ihn als Experten. Tognoni gibt sich unabhängig. Talker Roger Schawinski fragte ihn kurz vor den Verhaftungen in seiner Sendung, ob er in Katar noch «irgendwo auf der Payroll» sei. Der Hintergrund: Tognoni hatte ab 2004 drei Jahre in Doha für die Organisation der Asian Games gearbeitet. Er antwortete: «Nein. Ich freue mich auf Fussball am Fernsehen».

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