«Die Geräte fasse ich nicht an»

Xherdan Shaqiri stellt im ersten Training in Weggis seine Fitness unter Beweis und lüftet das Geheimnis um seine enorme Muskelkraft.

«Ich bin so geboren»: Xherdan Shaqiri und sein Muskelpanzer.
Sebastian Rieder@RiederSebastian

Er rempelt, sprintet und schiesst – ausserordentlich. Und das wie kein anderer im Team der Schweizer Nationalmannschaft. Der Star von Bayern München ist beim Auftakt in die WM-Mission die auffälligste Figur auf dem Platz. «Ich bin wieder zu hundert Prozent fit», hat er schon vergangene Woche gesagt und seinen Worten auch Taten folgen lassen. Sein Bewegungsdrang ist nach der dritten Oberschenkelverletzung in dieser Saison so gross wie nie zuvor – natürlich lässt ihn der Gedanke an Brasilien noch schneller zucken.

Spielerisch hat Shaqiri noch viel aufzuholen bis zum Startspiel am 15. Juni gegen Ecuador in Brasília. Körperlich ist der 22-jährige Basler so stark wie noch nie, auch wenn das nicht immer ein Vorteil ist, wie die jüngste Vergangenheit zeigt. «Ich bin so gebaut, bei mir kann auch schnell etwas reissen», sagt Shaqiri. Ein Risiko, dem auch Nati-Teamarzt Cuno Wetzel besondere Beachtung schenkt. «Xherdan ist mit einer äusserst kräftigen und ausgeprägten Muskulatur ausgestattet. Er hat deshalb ein grösseres Potenzial, um sich eine solche Verletzung zuzuziehen, als beispielsweise ein filigraner Spieler.»

Die auffällige Statur hat Xherdan Shaqiri so manchen Übernamen beschert. Von Kraftwürfel bis zu Zauberzwerg musste sich der offensive Mittelfeldspieler schon so einiges anhören. Besonders die englische Presse, hat am wendigen Wirbelwind mit den «Monster-Wädli» gefallen gefunden. Die «Daily Mail» widmete ihm vor dem Champions-League-Viertelfinal gegen Manchester United einige zitierfreudige Zeilen: «Da ja Roberto Carlos seine Fussballschuhe an den Nagel gehängt hat, gibts jetzt einen neuen Anwärter auf den Titel ‹Die unglaublichsten Beinmuskeln im Fussball›. Seit Roberto Carlos in seinen Unterhosen posiert, konnte wohl noch kein anderer Fussballer so unglaubliche Muskelbeine zur Schau stellen.»

Gelegentlich Liegestütze

Bei solchen Superlativen hat Shaqiri nicht mehr als ein verschmitztes Lächeln übrig. «Viele sehen mich als Wrestler oder so. Ich bin eigentlich das Gegenteil. Ich bin auch nie im Kraftraum», sagt er und vermittelt einem das Gefühl, dass ihm die Muskelberge fast ein wenig peinlich sind und er gar nichts dafür kann. «Mein Körper war schon immer kräftig, ich bin so geboren. Es ist nicht so, dass ich im Kraftraum schlafe.» Die Worte passen irgendwie nicht zu diesem Mann und seinem Erscheinungsbild, und drum gibt er auch zu: «Meine Muskeln sind definierter geworden in den letzten zwei Jahren, klar mache ich gelegentlich Liegestütze, aber die Geräte fasse ich nicht an.»

thunertagblatt.ch/Newsnetz

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