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Die Kummerbuben

Der FC Bayern wollte auf dem Transfermarkt klotzen, doch dann hagelte es vor allem Absagen. Selbst die Spieler fragen sich: Genügt dieses Kader?

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Für eine Ablösesumme von 80 Millionen Euro wechselt der 23-jährige Franzose Lucas Hernández von Atlético Madrid zu den Bayern.
Für eine Ablösesumme von 80 Millionen Euro wechselt der 23-jährige Franzose Lucas Hernández von Atlético Madrid zu den Bayern.
Matthias Balk, Keystone
Die 19-jährige Sturmhoffnung Jann-Fiete Arp verpflichten die Bayern für drei Millionen Euro vom Zweitligisten Hamburger SV.
Die 19-jährige Sturmhoffnung Jann-Fiete Arp verpflichten die Bayern für drei Millionen Euro vom Zweitligisten Hamburger SV.
Lukas Barth-Tuttas, Keystone
Leihweise von Inter Mailand kommt Ivan Perisic, Vize-Weltmeister von 2018 mit Kroatien, zu den Bayern. Als ehemaliger Dortmunder und Wolfsburger kennt der 30-jährige Flügel die Bundesliga bestens.
Leihweise von Inter Mailand kommt Ivan Perisic, Vize-Weltmeister von 2018 mit Kroatien, zu den Bayern. Als ehemaliger Dortmunder und Wolfsburger kennt der 30-jährige Flügel die Bundesliga bestens.
Und sonst? Auf dem Einkaufszettel der Bayern steht angeblich noch Perisics Landsmann Mario Mandzukic. Der 33-jährige Stürmer spielte von 2012 bis 2014 schon bei den Bayern, seit 2015 steht er bei Juventus Turin unter Vertrag.
Und sonst? Auf dem Einkaufszettel der Bayern steht angeblich noch Perisics Landsmann Mario Mandzukic. Der 33-jährige Stürmer spielte von 2012 bis 2014 schon bei den Bayern, seit 2015 steht er bei Juventus Turin unter Vertrag.
Der Brasilianer Philippe Coutinho könnte vom FC Barcelona nach München kommen. Der 27-jährige Mittelfeldspieler hat aber eine Ablösesumme über 400 Millionen Euro festgeschrieben.
Der Brasilianer Philippe Coutinho könnte vom FC Barcelona nach München kommen. Der 27-jährige Mittelfeldspieler hat aber eine Ablösesumme über 400 Millionen Euro festgeschrieben.
Lange waren die Bayern an einer Verpflichtung des deutschen Nationalspielers Leroy Sané dran. Angeblich war man sich schon einig – dann verletzte sich der 23-Jährige am Kreuzband.
Lange waren die Bayern an einer Verpflichtung des deutschen Nationalspielers Leroy Sané dran. Angeblich war man sich schon einig – dann verletzte sich der 23-Jährige am Kreuzband.
Sascha Steinbach, Keystone
Auch Callum Hudson-Odoi von Chelsea war ein Transferziel der Bayern. Sein neuer Trainer Frank Lampard liess den 18-jährigen Flügelspieler jedoch nicht ziehen.
Auch Callum Hudson-Odoi von Chelsea war ein Transferziel der Bayern. Sein neuer Trainer Frank Lampard liess den 18-jährigen Flügelspieler jedoch nicht ziehen.
Tim Ireland, Keystone
Als weitereren Kandidaten für die Aussenposition hatten die Bayern den 22-jährigen Angreifer Ousmane Dembélé vom FC Barcelona im Visier.
Als weitereren Kandidaten für die Aussenposition hatten die Bayern den 22-jährigen Angreifer Ousmane Dembélé vom FC Barcelona im Visier.
Manu Fernandez, Keystone
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Es war ein Auftritt, der es nicht verdient hat, vergessen zu werden. «Wenn Sie wüssten», schwärmte Uli Hoeness, und ein Saal voller Leute hing an seinen Lippen: «Wenn Sie wüssten, wen wir alles schon sicher haben für die neue Saison. Wir haben vor zu klotzen.»

Sechs Monate ist der Auftritt des Bayern-Chefs in der populären TV-Sendung «Doppelpass» her, und in diesen sechs Monaten ist viel passiert. Zum Beispiel sind sechs Monate ins Land gezogen. Was dagegen nicht geschehen ist: dass der FC Bayern München auf dem Transfermarkt geklotzt hätte. Zwar hat er schon früh im Jahr Lucas Hernández (von Atlético Madrid) und Benjamin Pavard (von Stuttgart) verpflichtet, immerhin zwei Weltmeister, nicht eben günstig in Anschaffung und Unterhalt, allerdings auch beides Verteidiger. Dazu nahmen sie den jungen Jann-Fiete Arp vom Zweitligisten Hamburg unter Vertrag.

«Wenn Sie wüssten!» Uli Hoeness im «Doppelpass». (Video: Youtube)

Aber ein Ersatz für Franck Ribéry? Für Arjen Robben? Sonst etwas Lustvolles, Kreatives, ein Spieler, der den hohen Bayern-Ansprüchen auch in Sachen Unterhaltung genügt? Nichts. Kein Ousmane Dembélé, kein Callum Hudson-Odoi, noch nicht einmal Timo Werner: Transfer um Transfer platzte. Und waren die Gespräche endlich einmal weit gediehen, wie zuletzt bei Leroy Sané, da verletzte sich der deutsche Nationalspieler in Diensten von Manchester City prompt am Kreuzband.

Lewandowski fordert ...

Bei jenen Spielern, die schon da sind, herrscht vor dem Saisonstart weniger Vorfreude als vielmehr die Sorge vor, dass das Kader des Rekordmeisters nicht gut oder breit genug bestückt sein könnte. Robert Lewandowski etwa hat seinen Verein schon mehrfach zu weiteren Transfers aufgerufen. Nach dem 0:2 im Supercup gegen Dortmund wiederholte er die Forderung: «Wir brauchen einen weiteren Aussenstürmer. Wir haben mit Ribéry, Robben und James drei Spieler verloren und bis jetzt noch keinen gestandenen Neuzugang dort. Und wir brauchen eine Sechser oder einen offensiven Spieler fürs Zentrum.»

Ähnlich klingt Joshua Kimmich. Das junge Münchner Eigengewächs sagte: «Wir haben viele Spieler mit hoher Qualität, aber ob das von der Breite her am Ende ausreicht, um damit in die Saison gehen zu können? Wenn man in der Champions League aber wirklich was reissen will, dann könnten wir vielleicht noch den einen oder anderen brauchen.»

... und Neuer bleibt zuversichtlich

In den letzten Tagen vor dem Meisterschaftsstart heute Abend gegen Hertha Berlin haben die Bayern doch noch zugeschlagen und mit Ivan Perisic einen WM-Finalisten von Inter Mailand verpflichtet. Perisic! Finalist! Inter! Und die Bayern sind so sehr vom Kroaten überzeugt, dass sie ihn gleich leihweise holen. Ähnlich wollen sie im Fall von Philippe Coutinho vorgehen, dem Brasilianer des FC Barcelona, dessen Gehalt aber auch im Falle einer Ausleihe auf 11 Millionen Euro jährlich geschätzt wird. Auch die Rückkehr von Mario Mandzukic nach München wird noch gehandelt. Ob das die Namen sind, die genügen, um den ständig etwas unzufriedenen Lewandowski bei Laune zu halten?

«Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir ein gutes Kader stehen haben werden», zeigte trotz allem Goalie Manuel Neuer Vertrauen in die sportliche Führung um Trainer Nico Kovac und Sportdirektor Hasan Salihamidzic. Auch David Alaba stellte klar: «Wir haben nie das Vertrauen in unsere Bosse verloren. Es muss und wird aber noch was kommen.» Zumindest bis zum Auftakt gegen Hertha wird die Zeit aber knapp.

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