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Djibril Cissé wechselt in die Provinz

Der frühere ­französische Nationalspieler Djibril Cissé spielt künftig für Yverdon. Beim Ligakonkurrenten Breitenrain zeigt man wenig Begeisterung.

Die neue Nummer 9: Djibril Cissé bei seiner Vorstellung in Yverdon.
Die neue Nummer 9: Djibril Cissé bei seiner Vorstellung in Yverdon.
Keystone

Die Meldung von Djibril Cissés Engagement bei Yverdon schlägt hohe Wellen. In England, wo der Stürmer seit der Zeit in Liverpool prominent ist, griffen am Dienstag etliche Zeitungen das Comeback des 35-Jährigen auf. Der «Mirror» meint, der überraschende Schritt passe zum Exzentriker. Und die «Daily Mail» macht sich gar die Mühe, den Lesern Cissés neuen Klub näherzubringen. Er schreibt, dass Yverdon in den ­Aufstiegsspielen zur Promotion League kürzlich Solothurn und Gossau bezwungen habe. Schweizer Provinz im englischen Boulevard: Cissé machts möglich.

Weniger euphorisch präsentiert sich Christoph Schöbi, Sportchef beim FC Breitenrain. Die Berner empfangen Yverdon Ende August auf dem Spitalacker. Schöbi spricht von einer fragwürdigen Aktion. Er findet, die dritthöchste Schweizer Liga sei dazu da, jungen Spielern eine Plattform zu bieten. Und nicht Altstars mit grosser Vergangenheit, aber ohne Zukunft.

Seinen letzten Ernstkampf ­bestritt Cissé, der mit Liverpool 2005 die Champions League gewonnen hatte, vor zwei Jahren bei Bastia in der Ligue 1. Von Hüftleiden geplagt, trat der 41-fache französische Nationalspieler diesen Februar zurück. «Ich freue mich sehr auf die Saison», meldete Cissé auf Twitter. Das musste fürs Erste reichen. Zu seinem Wechsel äusserte sich Cissé nicht.

So darf spekuliert werden: Während seiner Zeit bei Liverpool hatte sich Cissé 2005 für 2 Millionen Pfund ein altes Anwesen gekauft, den Adelstitel «Lord of the Manor of Frodsham» inbegriffen. Später verdiente er in Marseille und Rom, Russland und Katar Millionen. Plagen Cissé dennoch Geldsorgen? Zum Engagement bei Yverdon soll ihn Präsident Mario Di Pietrantonio bewogen haben, mit dem er seit kurzem freundschaftlich verbunden sei, schrieb «24 Heures». Vieles aber bleibt vorerst vage.

Womöglich ist das Engagement von Djibril Cissé nur ein Marketinggag. Einer, der sich gelohnt hat, wie die grosse Resonanz zeigt. Breitenrains Sportchef Schöbi sagt bei aller Kritik, dass er sich freuen würde, Cissé auf dem Spitalacker begrüssen zu dürfen. Bis dahin bleibt er skeptisch.

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