Eine Lehrstunde für den FC Basel

Der FC Porto kann nicht nur überlegen spielen, sondern auch Tore schiessen. Der FC Basel scheidet mit 0:4 (0:1) diskussionslos aus der Champions League aus.

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Der FC Basel ist nicht der FC Thun. An diesem Abend im Estadio do Dragão aber konnte der FCB wohl nachempfinden, wie sich die Berner Oberländer am vergangenen Samstagabend im St.-Jakob-Park fühlten. Der Unterschied war gar noch grösser, nicht nur resultatmässig sondern auch spielerisch. Zur Pause sah das noch anders aus. 0:1 lagen die Basler nach Yacine Brahimis Freistosstreffer (14.) in Rückstand «Wir hatten vor der Pause unser beste Phase», erklärte Marco Streller. Die Basler kurbelten ab der 30. Minute ihre Offensive an und spielten mit. «Zur Halbzeit war noch alles möglich», erinnert sich auch Luca Zuffi. Doch dann gingen dem FCB die Lichter aus.

Der Knackpunkt lag in der 47. Minute. Der überragende Brahimi beschäftigte auf der linken Seite gleich zwei Basler, Elneny eilet hinzu und ermöglichte den Rückpass auf Hector Herrera. Der Mexikaner liess sich nicht zweimal bitten und schlenzte den Ball perfekt in die entfernte Torecke. «Nach dem schnellen zweiten Tor war es schwierig», brachte es Streller auf den Punkt. So schwierig, dass die Gäste machtlos wirkten und auf eine Kanterniederlage zu taumelten. Es lief nicht für den FCB, stellvertretend dafür die nächste heisse Szene. Fabian Schär verletzt sich in der gegnerischen Hälfte. Porto spielt allerdings ungerührt weiter, und Fabian Frei unterbindet den Angriff mit einem wütenden Foul an Cristian Tello. Nach erregten Diskussionen legt sich Casemiro den Ball zurecht und versenkt ihn aus über 25 Metern im oberen linken Eck, wobei der Schuss keinen unhaltbaren Eindruck machte.

«Absolute Top-Mannschaft»

Das 4:0 durch Vincent Aboubakar, der den verletzten Jackson Martinez vertrat, verdeutlichte die portugiesische Überlegenheit in beiden Spielen. Den Lauf des Kameruners vermögen Taulant Xhaka und Walter Samuel auch zu zweit nicht zu stoppen, worauf Aboubakar ins rechte obere Eck trifft. «Die individuelle Klasse von Porto ist beeindruckend. Das ist eine absolute Top-Mannschaft», gestand Streller neidlos ein. Für ihn war es ein bitterer Abschied von seiner internationalen Karriere. Ein persönlicher Treffer blieb dem 33-Jährigen verwehrt, auch wenn er kurz vor Schluss beinahe noch geskort hätte. «Die hohe Niederlage schmerzt, aber nicht, weil es mein letztes internationales Spiel war.» Aber das Lehrgeld, das der FCB gegen einen übermächtigen FC Porto bezahlte, bringe die jungen Spieler weiter.

Die Basler müssen sich nicht grämen. Einmal mehr hat Rotblau eine grosse Europacup-Kampagne gespielt und zum zweiten Mal die Achtelfinals erreicht. «Wir haben Liverpool eliminiert. Und was mich besonders freut: Wir konnten gegen Liverpool und im Heimspiel gegen Real Madrid spielerisch mithalten», meinte Streller stolz. Nach dieser Klatsche in Porto gilt nun Mund abwischen und weiter. «Wir wollen das Double gewinnen, und dafür müssen wir unsere Hausaufgaben machen», erklärte Streller. Das schwere Auswärtsspiel in St. Gallen ist der nächste Halt auf seiner Abschiedstournee. Dort wird dann wieder der FCB der Gigant sein.

FC Porto - FC Basel 4:0 (1:0)
43'108 Zuschauer. – SR Eriksson (Sd). – Tore: 14. Brahimi (Freistoss) 1:0. 47. Herrera 2:0. 56. Casemiro 3:0. 76. Aboubakar 4:0.
Porto: Fabiano; Danilo (22. Martins Indi), Maicon, Marcano, Alex Sandro; Herrera, Casemiro, Evandro (79. Quaresma); Tello, Aboubakar, Brahimi (74. Ruben Neves).
Basel: Vaclik; Xhaka, Schär (58. Embolo), Samuel, Safari; Frei (63. Kakitani), Elneny; Gonzalez, Zuffi, Gashi (77. Callà); Streller.
Bemerkungen: Porto ohne Martinez (verletzt), FCB ohne Suchy (gesperrt), Delgado (krank) und Ivanov (rekonvaleszent). 19. Danilo nach einem schweren Zusammenstoss mit Fabiano verletzt ausgeschieden. 92. Gelb-rote Karte gegen Samuel (Unsportlichkeit). Verwarnungen: 30. Gashi (Foul), 38. Gonzalez (Foul), 49. Samuel (Foul), 55. Marcano (Foul), 55. Safari (Unsportlichkeit).

thunertagblatt.ch/Newsnetz

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