Eine ungenügende Reaktion des FC Basel

Nach dem 1:1 (0:0) gegen den FC Sion und der Diskushernie von Marco Streller gesteht Paulo Sousa, dass sich sein FCB in einer Schlüsselphase befinde.

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Eine Reaktion wollte der FC Basel zeigen. Eine Reaktion auf das unglückliche 0:1 gegen Ludogorez Rasgrad. Wollte zeigen, dass er national das Mass aller Dinge ist. Dass er bei Gleichstand nicht zu bezwingen ist. Dass er Tore schiessen kann. Einige dieser Dinge konnte er zeigen – aber bei weitem nicht alle. Die Basler begannen dominant, keine Frage. Drückten die Sittener weit in deren Platzhälfte. Schossen aber kein Tor. Breel Embolo kam diesem mit seinem Kopfball in der 16. Minute noch am nächsten, doch Steven Deana tauchte blitzschnell in die Ecke und parierte. Sion seinerseits traute sich nach zwanzig unbeschadet überstandenen Minuten nach vorn. Demetris Christofi beeindruckte mit einem Energieanfall, der sich in einem Sturmlauf über das halbe Feld äusserte (30.). Kein Basler konnte dem Zyprioten folgen, doch Tomas Vaclik wirft sich ihm erfolgreich und fair in die Beine.

Das wars dann auch schon von den Ereignissen vor der Pause. Von einer erdrückenden Dominanz der Basler war nicht viel zu sehen, im Mittelfeld hatten die beiden Walliser Sechser Xavier Kouasi und Birama Ndoye alles im Griff. In der zweiten Halbzeit verlagerten sich die Spielanteile sogar deutlich zugunsten der Gäste. Die FCB-Defensive wankte ein ums andere Mal, Behrang Safari war gegen Christofi schwer überfordert. Zum Verhängnis wurde dem Schweden aber ein Ausrutscher auf dem tiefen Terrain. Christofi nutzte den unverhofften Ballgewinn an der Strafraumgrenze in der 48. Minute zu einem Querpass zu Moussa Konaté, der erst Taulant Xhaka umspielte und dann Vaclik mit einem Flachschuss bezwang.

Glücklicher Dries, enttäuschter Sousa

Wieder wollte der FCB reagieren. Konnte aber nicht. Im Gegenteil: Bei jedem Sittener Angriff brannte es im Basler Sechzehnmeterraum, während dem rotblauen Angriffsspiel die ordnende Hand fehlte. Luca Zuffi spielte sehr unauffällig, an Shkelzen Gashi scheint die undurchsichtige Personalpolitik seines Trainers nicht spurlos vorbei gegangen zu sein. Ahmed Hamoudi war zu leichtgewichtig, weshalb im Angriff alles an Embolo hing. Bis zur Einwechslung von Giovanni Sio. Der Ivorer brachte Zug ins Spiel und brauchte nur sieben Minuten, um sein erstes Saisontor zu erzielen. Diaz spielte Zuffi links frei, dieser brachte den Ball scharf in die Mitte, wo Sio vollstreckte (63.). Das war es dann aber auch schon mit der Reaktion. In der Schlussphase wäre ein Siegtreffer auf beiden Seiten möglich gewesen. Marcelo Diaz hätte mit seinem schönen Freistoss über die Mauer in der 91. Minute beinahe noch das Happy End für den Meister geschafft, aber Deana legte mit seiner Flugeinlage erfolgreich sein Veto ein.

Ein Sieg für Rotblau wäre sehr schmeichelhaft gewesen. Sion zeigte sich sehr gut organisiert. «Ich bin glücklich, dass wir unsere Strategie umsetzen konnten», lobte der Walliser Trainer Jochen Dries. «Wir sind einen grossen Schritt weiter gekommen. Nicht in der Tabelle, aber spielerisch.» Diese Erkenntnis konnte Paulo Sousa nicht teilen. «Das war kein guter Tag für uns. Wir haben viel zu langsam gespielt», erklärte der FCB-Trainer. Als positiv wertete er, dass Philipp Degen und Behrang Safari nach überstandenen Verletzung 90 Minuten durchspielen konnten. Damit ist er mit wenig zufrieden, denn während Degen nach starkem Beginn ebenso stark abbaute, stand Safari über weite Strecken neben sich.

Streller für unbestimmte Zeit out

Dem FC Basel stehen wegweisende Spiele in drei Wettbewerben ins Haus. Am nächsten Mittwoch muss man auf die Niedermatte in Wohlen, wo der Cup-Achtelfinal ansteht. Danach empfängt man innerhalb von drei Tagen die Grasshoppers und Ludogorez Rasgrad. In all diese Partien muss der FCB ohne den wichtigsten Spieler auskommen. Wie vor dem Spiel bekannt wurde, leidet Marco Streller an einer Diskushernie in der Lendenwirbelsäule. Wie lange der Captain ausfällt, ist offen.

«Ich bin nicht so besorgt, denn immerhin ist keine Operation nötig. Ich denke, er wird bald wieder spielen», meinte Sousa zuversichtlich. Der Portugiese gestand aber ein, dass sich sein Team in einer Schlüsselphase der Saison befindet: «Das ist ein schwieriger Moment für uns. Die Leistungen und Resultate sind nicht so, wie wir uns das vorstellen.» Aus dieser Woche hatte man sich mehr ausgerechnet, als nur ein mageres Pünktchen. Auch am nächsten Mittwoch ist eine Reaktion gefordert.

FC Basel - FC Sion 1:1 (0:0)
26'722 Zuschauer. – SR Bieri. – Tore: 48. Konaté (Vidosic) 0:1. 64. Sio (Zuffi) 1:1.
Basel: Vaclik; Xhaka, Schär, Safari; Serey Die (56. Sio), Diaz; Degen, Zuffi, Hamoudi (60. Gonzalez); Gashi (76. Kakitani), Embolo.
Sion: Deana; Rüfli, Rouiller, Lacroix, Pa Modou; Kouassi, Ndoye; Christofi (80. Wüthrich), Vidosic, Carlitos (61. Akolo); Konaté (70. Assifuah).
Bemerkungen: Basel ohne Delgado, Ivanov, Samuel, Streller (alle verletzt) und Suchy (krank), Sion ohne Cissé, Karlen, Ramirez, Vanins, Vanczak, Yartey (alle verletzt), Ferati (krank) und Perrier (gesperrt). Verwarnungen: 41. Konaté (Foul). 47. Xhaka (Foul). 88. Akolo (Unsportlichkeit). 90. Degen (Unsportlichkeit). 93. Kouassi (Reklamieren). 94. Schär (Foul).

thunertagblatt.ch/Newsnetz

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