Emery nimmt Xhaka die Captainbinde weg

Der Schweizer Nationalspieler ist nach dem Eklat von London nicht mehr Captain von Arsenal. Sein Nachfolger ist Pierre-Emerick Aubameyang.

Der unrühmliche Abgang: Granit Xhaka wird im Emirates Stadium ausgebuht und reagiert eindeutig. (Video: Twitter)

Noch am Dienstagmittag sah es gar nicht schlecht aus für Granit Xhaka. Das konnte man zumindest so interpretieren, wenn man «The Sun» las. Das englische Boulevardblatt prophezeite, dass der Schweizer Nationalspieler zum ersten Mal seit seiner denkwürdigen Auswechslung Ende Oktober wieder in der Startformation von Arsenal stehen könnte. Dies, nachdem er für das Ligacup-Spiel gegen Liverpool und die Premier-League-Partie gegen Wolverhampton nicht berücksichtigt worden war.

Der Dämpfer kam dann am selben Abend, einen Tag vor dem Spiel in der Europa League in Guimarães. Wie Trainer Unai Emery bestätigt hat, ist Xhaka in der Captain-Hierarchie von Arsenal nicht mehr erste Wahl, er reiste auch nicht mit nach Portugal. Das ist aber noch nicht alles: Xhaka soll auch nicht mehr zum Mannschaftsrat der Londoner gehören. Die Nachfolge als Captain tritt Pierre-Emerick Aubameyang an, was die Londoner selbst am späteren Abend über Twitter vermeldeten. Der «Mirror» schreibt sogar, Xhaka müsse sich im Januar einen neuen Verein suchen.

Xhaka und Arsenal: Ist es vorbei?

Die, so scheint es, öffentliche Degradierung Xhakas ist das bisher letzte Kapitel in einer unglücklichen Geschichte. Xhaka stand bei Arsenal schon länger in der Kritik, man warf ihm vor, zu viele Gelbe Karten zu kassieren und zu langsam zu sein. Er war Sinnbild einer Krise, für die er wenig konnte. Der Frust der Fans entlud sich am 27. Oktober im Spiel gegen Crystal Palace.

Der Schweizer wurde ausgewechselt, nachdem sein Team einen Zweitore-Vorsprung verspielt hatte, fast 60'000 buhten und pfiffen. Xhaka reagierte eindeutig, wedelte mit den Armen und hielt sich die Hand ans Ohr. Dann das «Fuck off», das Ausziehen des T-Shirts, das Band zwischen Xhaka und den Anhängern von Arsenal scheint zerschnitten. Trainer Emery fand nach dem Spiel, sein Captain habe einen Fehler gemacht. Oft wird vergessen, dass der Spanier selbst bei den Fans der Gunners nicht viel beliebter ist als Xhaka.

Viel wurde nach dem unrühmlichen Abgang geschrieben und gesagt, Experten meldeten sich zu Wort, einige rieten Xhaka zum sofortigen Abschied aus London, andere waren der Meinung, dass der Mittelfeldspieler den Zorn der Fans wieder lindern könne. Nur Xhaka schwieg, vier Tage lang, dann meldete er sich auf Instagram, entschuldigte sich und bekam viel Zuspruch, von Anhängern und Mitspielern. Eine kleine Aufheiterung in einer schwierigen Zeit. Mehr nicht.


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mro

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