England schiesst Giftpfeile Richtung USA

Vor dem WM-Halbfinal England gegen USA liegen bei einigen die Nerven blank. Selbst der englische Trainer rückt in den Fokus.

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Wenn man von der Fussball-Weltmeisterschaft der Frauen in Frankreich spricht, kommt man um einen Namen nicht herum: Megan Rapinoe. Der Captain des US-amerikanischen Teams überstrahlt alle. Nicht nur, dass sich die 33-Jährige mit US-Präsident Donald Trump anlegte. Nein, Rapinoe ist auch dafür verantwortlich, dass der Titelverteidiger erneut im WM-Halbfinal steht. Dort treffen die Amerikanerinnen heute auf England (ab 21 Uhr live im Ticker).

Rapinoe schoss bisher fünf der 22 amerikanischen Treffer an dieser WM – sie liegt mit Landsfrau Alex Morgan und der Engländerin Ellen White an der Spitze der WM-Torschützinnenliste. Den Achtelfinal gegen Spanien und den Viertelfinal gegen Gastgeber Frankreich gewannen die USA jeweils 2:1, alle vier Tore erzielte Rapinoe. Die Stürmerin zelebrierte ihre Treffer, wie es sich für amerikanische Sportler gehört – mit viel Stolz und einer Geste, die um die Welt ging.

Das brachte ihr auch Kritik ein. Piers Morgan, englischer, konservativer Newsmoderator und Trump-Supporter, gefiel diese Geste gar nicht. «Frau Rapinoe liebt sich selber ganz doll. Ich kann es nicht erwarten, dass unsere Löwinnen dieses gewaltige Ego einbeulen.»

Giftpfeil gesendet. Doch Morgan schoss sich nur zwei Tage später selber ins Bein. Dann nämlich, als er ein Foto des englischen Cricket-Spielers Jonny Bairstow postete, der mit beinahe derselben Pose jubelte. Für diesen Fauxpas wurde Morgan unter anderem als Heuchler beschimpft.

Aber nicht nur der Newsmoderator schoss vor dem Duell in Richtung USA, auch der englische Nationaltrainer selbst hatte etwas zu bemängeln – natürlich nicht mit der Schärfe eines Morgan. Phil Neville hatte sich darüber ausgelassen, dass sich ein Staffmitarbeiter des US-Teams im selben Hotel hatte blicken lassen, in dem das englische Nationalteam residiert. Der 42-Jährige sagte, dass niemand in seiner Entourage so etwas je machen würde.

«Es ist kein unfairer Vorteil. Es wird keinen Einfluss auf die Partie haben. Ich habe das sogar lustig gefunden. Ich habe nur gedacht: ‹Was tun die denn da?›» Spionage stritt US-Trainerin Jill Ellis ab, und auch Neville zielte nie in diese Richtung. Die Amerikanerinnen interessieren sich für dieses Hotel als Unterkunft, wie Ellis sagte. Dann nämlich, wenn sie am Sonntag den Final (ab 17 Uhr live im Ticker) in Lyon bestreiten sollten, also an selber Stätte wie nun beim Halbfinal gegen England.

hua

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