Erfolgreich in der Idylle

Der FC Konolfingen holt mit kleinen Mitteln das Optimum heraus. Die Emmentaler steigen bereits in ­ihre vierte Saison in der 2. Liga interregional. Eine absolute Erfolgsgeschichte.

Der Sportplatz Inseli in Konolfingen liegt mitten in der Natur. Hier anlässlich eines Cupspiels gegen den  FC Luzern anno 2014.

Der Sportplatz Inseli in Konolfingen liegt mitten in der Natur. Hier anlässlich eines Cupspiels gegen den FC Luzern anno 2014. Bild: Andreas Blatter

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Auf den ersten Blick ist der FC Konolfingen einfach ein typischer Dorfverein. Der Fussballplatz Inseli liegt mitten in der Natur neben saftigen Weiden und in der Nähe des Ortszentrums.

Im Hintergrund schmiegen sich sanft die farbigen Hügel an den Horizont, und sogar der Kirchturm befindet sich in Sichtweite des Rasens. Im hübschen Clubhaus herrscht eine heimelige, ­familiäre Atmosphäre. Kurzum: Der FCK verkörpert die pure Fussballidylle eines sympathischen Landclubs.

Beste Saison der Geschichte

Auf den zweiten Blick wird im 5200-Seelen-Dorf Konolfingen, das auch als Tor zum Emmental gilt, aus sportlicher Warte mindestens so seriös und gut gearbeitet wie in einem urbanen Grossclub. 2014 promovierte der FCK etwas überraschend in die 2. Liga interregional.

Seither hält sich der Verein trotz äusserst bescheidenen Mitteln mit Hartnäckigkeit, Passion und Cleverness, aber auch spielerischer Qualität in der fünfthöchsten Liga der Schweiz, wo regelmässig auch Teams mit üppigen finanziellen Mitteln auftauchen. «Für uns sind Siege in dieser Liga bis heute keine Selbstverständlichkeit», sagt Coach Hanspeter Kilchenmann, der seine Equipe in der letzten Saison auf den ausgezeichneten fünften Rang geführt hatte – die beste Klassierung in der Geschichte des 1947 gegründeten Vereins.

Der 54-jährige Vollbluttrainer mit Vergangenheit in Köniz, in Grenchen oder beim FC Bern weiss, dass auf diesem hohen Niveau die Marge ziemlich klein ist. «Wir haben kaum Reserven nach hinten und müssen deshalb auch in der neuen Saison wieder einen ähnlich guten Fussball zeigen wie zuletzt, um ohne Sorgen zu bleiben», erklärt Kilchenmann.

Kontinuität als Trumpf

Kompaktheit und Solidarität gehören zu den grossen Stärken der Konolfinger. Zudem spielt das mit vielen Einheimischen gespickte Team schon eine ganze Weile in ähnlicher Formation zusammen, was für Kontinuität und Sicherheit auf dem Rasen sorgt. Auch die Kampfkraft des FCK ist ausgeprägt, was für Trainer Kilchenmann indes normal ist: «Wer nicht leiden kann, der kann auch nicht mit Leidenschaft Fussball spielen», sagt er mit einem Hauch Philosophie.

Der Fussballlehrer gibt aber auch zu bedenken, dass Einsatz und Zusammenhalt allein auf diesem Niveau niemals ausreichten. «Wir haben auch unsere spielerischen Qualitäten», erzählt Kilchenmann, der in der Regel einen Spielstil mit viel Ballbesitz bevorzugt, der aber auch flexibel ist und sich je nach Ausgangslage dem Gegner anpasst. Traditionell schwierig gestaltet sich beim FCK die Suche nach neuen Spielern.

Die Konkurrenz in der Region ist gross, etliche Clubs buhlen um gute Fussballer, der Standort ist dabei eher ein Nachteil für die Emmentaler. Auch für die neue Saison, die für den FCK am Samstag (17 Uhr) mit dem Heimspiel gegen Muttenz losgeht, gab es nur wenige Mutationen.

Routinier Sven Zihlmann trat zurück, der Rest des Kaders konnte gehalten werden. Die bekanntesten Zuzüge sind Rückkehrer Jozef Sakica (von Muri-Gümligen) und der ehemalige liechtensteinische Juniorennationalspieler Dario Kaiser. Beide sollen mithelfen, dass der sympathische Dorfclub weiterhin erfolgreich so spielt. (Berner Zeitung)

Erstellt: 10.08.2018, 08:50 Uhr

2. Liga interregional

Nebst dem FC Konolfingen sind noch drei weitere Mannschaften aus dem Kanton Bern in der 2. Liga interregional (Gruppe 3) vertreten. Mit dem Aufsteiger Köniz ist erstmals sogar auch eine zweite Mannschaft mit dabei.

Ebenfalls in der Gruppe 3 zugegen ist der FC Prishtina Bern, welcher in der letzten Saison den Abstieg am letzten Spieltag in extremis verhindern konnte und für die kommende Saison auf einen neuen bekannten Coach setzt: Der ehemalige YB-Spieler Johan Berisha, zuletzt Trainer beim FC Wyler, übernimmt das Migrantenteam. Das vierte Team stammt aus dem Berner Oberland. Lerchenfeld gehört in der 2. Liga interregional beinahe schon zum Inventar und wird mit einem verjüngten Team ­versuchen, eine gute Rolle zu spielen. (lüp)

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