Es geht auch ohne Shaqiri

Xherdan Shaqiri ist für das Nationalteam unverzichtbar? Die Zahlen sagen etwas anderes.

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Florian Raz@razinger

Kaum ein Schweizer Fussballer kann ein Spiel entscheiden mit einem kurzen Antritt, mit einem Hüftwackler oder einem Zwick aus dem Fussgelenk. Kaum einer, ausser Xherdan Shaqiri. Und ausgerechnet er fehlt im wichtigen Spiel um die EM-Qualifikation in Irland? Das kann doch eigentlich nicht gut kommen.

Oder doch? Die Zahlen jedenfalls sprechen eine deutliche Sprache: Es geht für die Schweiz auch ohne Shaqiri. Und das bislang sogar ganz hervorragend. Wer die Resultate der Schweizer Nationalmannschaft seit Shaqiris Debüt am 3. März 2010 anschaut, sieht resultatmässig kaum Unterschiede zwischen den Partien mit und ohne den Linksfuss. Und um Resultate geht es ja gemeinhin, wenn man um den Platz an einer Europameisterschaft spielt.

Die Schweizer haben seit 2010 knapp über die Hälfte der Spiele gewonnen, in denen Shaqiri auf dem Feld stand: 51 Prozent. Und sogar noch etwas mehr, wenn er nicht dabei war: 55 Prozent.

Die Vorzeichen für das Irland-Spiel werden sogar noch besser, betrachtet man nur die Schweizer Pflichtspiele. Also Partien in Qualifikationen oder an Endturnieren. Mit Shaqiri? Wurden knapp 56 Prozent der Spiele gewonnen und 26 Prozent verloren. Eine starke Statistik.

Die wird ohne Shaqiri aber noch viel beeindruckender: Sieben der zehn Pflichtspiele ohne Shaqiri haben die Schweizer gewonnen – oder: 70 Prozent. Nur eines ging verloren. Und das war an der WM 2010 gegen Chile, als Shaqiri sowieso noch nicht zu den Stammspielern zählte.

Interessanterweise entpuppt sich eine vermeintliche Schwäche des Schweizer Teams in letzter Zeit immer wieder auch als seine Stärke: Das Team von Vladimir Petkovic hat zwar keinen Stürmer mit eingebauter Goalgarantie. Dafür verteilt sich die Last des Toreschiessens auf viele Schultern.

Zwölf Spieler haben in der vergangenen Spielzeit Tore im Dress des Nationalteams erzielt. Zehn von ihnen sind auch gegen Irland und Gibraltar dabei. Es fehlt von den Torschützen neben Shaqiri nur noch Steven Zuber.

Die Schweizer müssen also nicht gleich mit zittrigen Knien nach Dublin fliegen, bloss weil Xherdan Shaqiri seine Psyche in Liverpool massieren lässt. Gewarnt müssen sie aber trotzdem sein. Das letzte Spiel in Irland hat die Schweiz im Jahr 2016 0:1 verloren. Xherdan Shaqiri fehlte mit einer Oberschenkelverletzung.


Dritte Halbzeit – der Tamedia Fussball-Podcast

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thunertagblatt.ch/Newsnetz

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