FC Thun: Viele Vorzüge, ein Vorbehalt

In der Länderspielpause wird Bilanz gezogen: Was lief gut? Was schlecht? Und wer waren die besten Akteure?

Flügel Marvin Spielmann ist mit der gefährlichste Thuner.

Flügel Marvin Spielmann ist mit der gefährlichste Thuner. Bild: Christian Pfander

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Wie ist die Bilanz?

10 Spiele, 15 Punkte, Platz 4: Die Thuner Bilanz kann sich sehen lassen. Zumal die Oberländer neben den überragenden Young Boys als einziges Team ein positives Torverhältnis ausweisen. Mit 21 Treffern stellt das Team von Marc Schneider die zweitbeste Offensive, die 16 Gegentore entsprechen dem drittbesten Wert der Liga. Für einen Club, der auch heuer mit dem Ziel in die Saison gestartet ist, nicht abzusteigen, sind das erstaunliche Zahlen.

Bis auf die Derbyniederlage gegen YB sind die Thuner zudem daheim unbesiegt, auswärts mussten sie sich dem Zweiten Zürich sowie dem Fünften St. Gallen geschlagen geben. «Es sieht gut für uns aus», sagte Andres Gerber nach dem 2:2 am Sonntag gegen Zürich.

Allerdings vergass der Sportchef nicht, das Gedränge in der Tabelle zu erwähnen. Von Platz 2 trennt die Oberländer zwar nur ein Punkt, auf den Letzten Xamax haben sie aber auch erst sechs Zähler Vorsprung. GC, das auf dem Barrageplatz liegt, ist fünf Punkte entfernt. Eine Formbaisse – und die Situation kann sich in der ausgeglichenen Liga rasch düsterer präsentieren.

Was lief schlecht?

Die Thuner sind Langsamstarter: Würde ein Spiel 45 Minuten dauern, hätten sie nur 7 Punkte auf dem Konto. In St. Gallen sowie zuletzt gegen den FCZ sah sich Schneider in der ersten Halbzeit zu Wechseln gezwungen. Immerhin: Beide Male verfehlten die Anpassungen die Wirkung nicht.

Was lief gut?

Die Thuner drehen nach der Pause regelmässig auf. Wäre nur die zweite Halbzeit für die Tabelle relevant, hätten die Oberländer 21 Zähler auf dem Konto. Nur 3 weniger als YB, das auch diese Rangliste anführt. Das spricht einerseits für die physische Verfassung Thuns, anderseits auch für die Qualität im Team.

Schneider bieten sich deutlich mehr Optionen als letzte Saison. Mit Sandro Lauper mussten die Oberländer nur einen Stammspieler ziehen lassen (zu YB). Dessen Platz übernahm Zugang Basil Stillhart, der meist zu überzeugen vermochte.

Die anderen Neuen, Kenan Fatkic und Dennis Salanovic, sind wertvolle Ergänzungsspieler. Der schnelle, dribbelstarke Flügel Salanovic ist mit drei Toren und zwei Assists gar der beste Joker der Liga.

Wer waren die Besten?

Stürmer Dejan Sorgic hat sich nach durchzogener vergangener Saison enorm gesteigert. Mit 6 Treffern hat er das letztjährige Total fast egalisiert, gemeinsam mit YB-Stürmer Guillaume Hoarau führt er die Torschützenliste an. Derweil war Marvin Spielmann an 8 der 21 Treffer direkt beteiligt. Der Flügel könnte allerdings konstanter agieren.

Zu erwähnen gilt es auch Nicola Sutter. Der 23-jährige gelernte Mittelfeldakteur findet sich im Abwehrzentrum immer besser zurecht. Zudem hat er schon drei Tore erzielt. Gegen Sion und GC war es jeweils das wichtige erste.

Wer hat Steigerungspotenzial?

Roy Gelmi ist der auserkorene Abwehrchef, der 23-Jährige vermochte bisher aber nicht an die Leistungen der Rückrunde anzuknüpfen. Flügel Matteo Tosetti agiert derweil ansprechend, sein Endprodukt ist jedoch verbesserungsfähig. Der konstanteste Vorbereiter der letzten Jahre hat erst zwei Assists auf seinem Konto.

Wie sieht die Perspektive aus?

Die Thuner agieren stabil, nur beim 1:4 gegen YB waren sie deutlich unterlegen. Bei den weiteren Niederlagen gegen den FCZ (1:2) und St. Gallen (2:3) wäre mehr möglich gewesen. Das darf zuversichtlich stimmen.

Nach der zweiwöchigen Länderspielpause folgen drei Partien gegen schlechter klassierte Teams. Erst gastieren die Oberländer in Luzern und Lugano, dann folgt das Heimspiel gegen Xamax. Danach wird deutlicher erkennbar sein, ob sich Thun eher nach oben oder unten orientieren darf. (Berner Zeitung)

Erstellt: 10.10.2018, 10:58 Uhr

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