Für ihn bezahlen die Bayern 80 Millionen Euro

Jetzt also doch: Lucas Hernandez wechselt im Sommer zu Bayern München. Vorher muss er operiert werden.

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So viel Geld für einen Spieler? Machen wir nicht. Nicht wir Bayern.

In München rühmten sie sich lange dafür, keine Unsummen für Spieler zu bezahlen, wie das andere europäische Spitzenvereine tun. Der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge kündigte zwar im Januar 2018 an, dass bald der erste 100-Millionen-Transfer folgen könnte. Aber Präsident Uli Hoeness sah es weiterhin anders. Sein Dementi folgte im Mai.

Einen 100-Millionen-Transfer wird es wohl nicht geben, da bleibt sich Hoeness treu. Für Lucas Hernandez bezahlen die Bayern an Atlético Madrid nämlich 80 Millionen Euro – das ist die festgeschriebene Ablösesumme. Immerhin fast doppelt so viel, wie der bisher teuerste Bayern-Transfer Corentin Tolisso kostete. 80 Millionen, das ist auf der Liste der teuersten Transfers Platz 13. Der Franzose wird somit zum teuersten Abwehrspieler der Geschichte und löst den Holländer Virgil Van Dijk ab (78 Millionen Euro). Beim offiziellen Medizincheck wurde bei Hernandez ein Schaden am Innenband des rechten Knies diagnostiziert, der eine Operation erfordert. Zum Bundesliga-Auftakt im August sollte der Franzose jedoch rechtzeitig fit sein.

Lucas Hernandez ist ein Verteidiger, er gehörte in Frankreichs WM-Kader zum Überraschungsduo auf den Aussenbahnen, links er, rechts der Stuttgarter Benjamin Pavard. 15 Länderspiele hat Hernandez bisher bestritten, sein Geld verdient er bei Atlético Madrid. Da hat er in der laufenden Saison eine etwas andere Rolle bekommen. In seinen ersten zehn Einsätzen verteidigte der 23-Jährige nur zweimal auf links, sonst in der Mitte neben Diego Godin oder Stefan Savic. Bis zu seiner erneuten Knieverletzung Anfang Februar spielte er allerdings wieder viermal als Linksverteidiger.

Eine der besten Defensiven Europas

Hernandez hat mit seinen 23 Jahren bereits einen beeindruckenden Leistungsausweis. Da ist zum einen der Weltmeistertitel vom Sommer und da ist der Stammplatz in der Abwehr einer Mannschaft, die wie keine andere in Spanien für eine starke Defensive steht. In den Top-5-Ligen Europas haben nur die Tabellenführer aus Italien (Juventus), England (Liverpool) und Frankreich (PSG) weniger Tore kassiert als die Rojiblancos.

Hernandez gilt als kompletter Verteidiger, zweikampf- und kopfballstark, gefährlich, wenn er auf der linken Aussenbahn Dampf macht. Mit diesen Qualitäten gehörte er auf die Wunschliste einiger Vereine, und dass die Bayern Teil davon waren, kann eigentlich nicht überraschen. Der Abwehr der Münchner wird vorgeworfen, nicht mehr mithalten zu können. Mats Hummels und Jérôme Boateng spielten beide lange eine der schwächsten Saisons ihrer Karriere, Niklas Süle ist ein resoluter Zweikämpfer, aber auch etwas hüftsteif, Javi Martinez oft verletzt.

Das Familienunternehmen Hernandez

Hernandez hätte schon im Winter kommen sollen, Atlético-Präsident Enrique Cerezo konnte den Wechsel hinauszögern. Es ist der Abgang eines eigenen, eines hausgemachten Projekts. Hernandez ist zwar in Marseille zur Welt gekommen, spielt aber seit 2007 in Madrid; sein Vater Jean-François absolvierte da auch einige Partien, bevor er 2002 seine Karriere beendete. Auch er war Innenverteidiger, in die französische Nationalmannschaft schaffte er es nicht. Genauso wie Theo Hernandez, der jüngere Bruder von Lucas, der als Real-Madrid-Leihgabe bei San Sebastian einen Stammplatz auf der linken Abwehrseite hat. Ihm wäre es wohl recht, wenn sein Bruder künftig auf die Innenverteidigung fokussieren würde.

mro/fas

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