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Bayern München schlägt Juventus nach 0:2-Rückstand

Überstunden für Bayern München: Der Deutsche Rekordmeister bezwingt Juventus Turin erst in der Verlängerung. Barcelona steht souverän im Viertelfinal.

Rückspiel, 16. MärzJubel in München: Die Bayern holen einen 0:2-Rückstand gegen Juventus Turin auf und gewinnen dank einem Doppelschlag in der Verlängerung 4:2.
Rückspiel, 16. MärzJubel in München: Die Bayern holen einen 0:2-Rückstand gegen Juventus Turin auf und gewinnen dank einem Doppelschlag in der Verlängerung 4:2.
Tobias Schwarz, AFP
Hart umkämpft: Ex-Juve-Star Arturo Vidal legt sich mit Cuadrado an.
Hart umkämpft: Ex-Juve-Star Arturo Vidal legt sich mit Cuadrado an.
Kerstin Joensson, Keystone
Schliesslich bleibt es beim Remis in Turin. Noch-Bayern Trainer Pep Guardiola ist nicht zufrieden – seine Mannschaft hat eine 2:0-Führung verspielt.
Schliesslich bleibt es beim Remis in Turin. Noch-Bayern Trainer Pep Guardiola ist nicht zufrieden – seine Mannschaft hat eine 2:0-Führung verspielt.
Getty Images
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Nach 73 Minuten begann ein neues Spiel in der Allianz-Arena. Als die Münchner schon lange 0:2 zurücklagen und aus Verzweiflung ihr Heil vereinzelt bereits mit Weitschüssen suchten und ihr Trainer Pep Guardiola fast resigniert den Kopf schüttelte, fiel das Tor doch, das Leben und Münchner Hoffnung ins Spiel und ins Stadion brachte. Douglas Costa flankte von rechts und Robert Lewandowski schlich sich im Rücken der Turiner Innenverteidigung in den freien Raum und lenkte den Ball aus wenigen Metern ins Tor - 1:2.

Nun glaubten die Bayern doch noch an die Wende. Ihr Angriffe hatten nun mehr Tempo, mehr Zuversicht auch und die Italiener begannen zu zittern. Juventus konnte sich nicht mehr aus der Verteidigung lösen und nicht einen gefährlichen Konter brachten die Turiner noch vor das Tor von Manuel Neuer. Zu Chancen kamen nun nur noch die Münchner: Franck Ribérys Schuss wurde abgeblockt, ein Schlenzer von Costa strich um Haaresbreite am Tor vorbei und Müller dirigierte den Ball mit dem Kopf über das Tor.

Last-Minute-Tor rettet Bayern in die Verlängerung

Und so hatte sich irgendwie abgezeichnet, was in der 90. Minute doch noch passierte: Juventus-Verteidiger Patrice Evra verlor schier ohne Not den Ball, darauf kam wieder eine Flanke von rechts, wieder stand die Innenverteidigung von Juventus nicht optimal und wieder fiel der Münchner Treffer - diesmal durch Thomas Müller - mittels Kopfball aus wenigen Metern.

Die Flanke zum Ausgleich kam vom eingewechselten Kingsley Coman, der letzte Saison noch bei Juventus spielte, und als die Entscheidung nahte, hatte Guardiola endgültig seinen guten Riecher für die Wechsel bewiesen: Für den entscheidenden Doppelschlag zwischen der 108. und 110. Minute sorgten der eben erst eingetretene Thiago Alcantara mit einem Flachschuss aus zwölf Metern sowie Coman, wieder er, mit einem gefühlvollen Schuss von der Strafraumgrenze in die weite Ecke.

Zwei Joker-Tore beim Deutschen Rekordmeister

So hatten letztlich die Auswechslungen das Spiel mehr als massgebend beeinflusst. Hier Coman und Thiago Alcantara, die der Partie die Wende gaben. Dort der angeschlagene Mario Mandzukic, der keinen Akzent setzte und gegenüber seinem Vorgänger Alvaro Morata klar abfiel, sowie Stefano Sturaro, der Sami Khedira ersetzte und nicht annähernd Ordnung ins Spiel der Turiner bringen konnte wie vor ihm der deutsche Weltmeister.

Während Guardiola in extremis den Knock-out verhinderte und weiterhin auf den ersten Triumph in der Champions League mit Bayern hoffen kann, entglitt Juventus und seinem Trainer Massimiliano Allegri quasi auf dem Zielstrich eine Art Meisterstück. Denn rund 60 Minuten lang beeindruckte die Leistung der Italiener. Allegri hatte aus dem Hinspiel die richtigen Lehren gezogen und liess sein Team ein hohes Pressing spielen. Bis zur 28. Minuten brachten Paul Pogba, er nach guter Störarbeit von Stephan Lichtsteiner gegen David Alaba, und Juan Cuadrado die Turiner 2:0 in Führung.

Zielsicher wie mit einem GPS ausgestattet hatte die Juve eine Stunde lang ihre Konter vorgetragen. Den Bayern drohte ein Debakel, sie waren nach 60 Minuten mit dem 0:2 im Prinzip noch gut bedient. Einem regulären Tor durch Morata verweigerte das Schiedsrichter-Trio zu Unrecht die Anerkennung, nach der Pause verpasste Morata gleich mehrmals den wohl entscheidenden dritten Treffer. Am Ende aber stolperte Juventus nicht über die vergebenen Konterchancen, sondern weil Evra einen Ballverlust zu viel verzeichnete und die sonst so solide Innenverteidigung mit Andrea Barzagli und Leonardo Bonucci zweimal nicht im Bilde war.

Barça dank magischem Trio souverän weiter

Es ist immer wieder das Gleiche und die Zahlen beeindrucken daher immer mehr: Das Trio Lionel Messi, Luis Suarez und Neymar ist in Primera Division und Champions League mittlerweile bei 83 Toren angekommen. Die Tore sind dabei ziemlich gleichmässig verteilt. Gegen Arsenal trafen alle je einmal, über die ganze Saison führt Suarez das interne Ranking mit 32 Treffern an; Messi war bislang 28 Mal erfolgreich, Neymar schoss 23 Tore. Gegen Arsenal war vor allem der Treffer von Suarez sehenswert. Der Uruguayer schlug eine Flanke von Dani Alves mit einer Direktabnahme via Latte ins Tor (65.).

Arsenal hatte nie eine Chance auf den Coup. Doch die Engländer gaben nie auf, spielten offensiv und trugen zu einem unterhaltsamen Spiel viel bei. Für den Ex-Basler Mohamed Elneny brachte der Abend im Camp Nou immerhin einen persönlichen Erfolg. Er traf kurz nach der Pause von der Strafraumgrenze wunderbar unter die Latte - 1:1. Es war das erste Tor des Ägypters für Arsenal nach seinem Wechsel im Januar aus der Schweiz.

Letztlich war Elnenys Treffer aber doch nur eine Randnotiz. Arsenal ist zum sechsten Mal in Folge in den Achtelfinals gescheitert. Für Trainer Arsène Wenger könnte es der Abschied gewesen sein von der grossen europäischen Bühne; zumindest mit Arsenal wird er nicht mehr zurückkehren. Es ist davon auszugehen, dass er die Londoner nach 20 Jahren verlässt.

FC Bayern München - Juventus Turin 4:2 (2:2, 0:2) n.V. 70'000 Zuschauer. - SR Eriksson (SWE). Tore: 6. Pogba (Lichtsteiner) 0:1. 28. Cuadrado (Morata) 0:2. 73. Lewandowski (Douglas Costa) 1:2. 90. Müller (Coman) 2:2. 108. Thiago Alcantara (Müller) 3:2. 110. Coman (Vidal) 4:2. Bayern München: Neuer; Lahm, Kimmich, Benatia (46. Bernat), Alaba; Xabi Alonso (60. Coman); Douglas Costa, Müller, Vidal, Ribéry (101. Thiago Alcantara); Lewandowski. Juventus Turin: Buffon; Lichtsteiner, Barzagli, Bonucci, Evra; Cuadrado (89. Pereyra), Khedira (68. Sturaro), Hernanes, Alex Sandro; Pogba; Morata (72. Mandzukic).

FC Barcelona - Arsenal 3:1 (1:0) 76'092 Zuschauer. - SR Karasew (RUS). Tore: 18. Neymar (Suarez) 1:0. 51. Elneny (Alexis Sanchez) 1:1. 65. Suarez (Dani Alves) 2:1. 88. Messi (Neymar) 3:1. FC Barcelona: ter Stegen; Dani Alves, Mascherano, Mathieu, Jordi Alba; Rakitic (77. Arda Turan), Busquets, Iniesta (72. Sergi Roberto); Messi, Suarez, Neymar.

Arsenal: Ospina; Bellerin, Koscielny, Gabriel Paulista, Monreal; Flamini (45. Coquelin), Elneny; Iwobi (73. Giroud), Özil, Alexis Sanchez; Welbeck (73. Walcott). Bemerkungen: FC Barcelona ohne Piqué (gesperrt) sowie Rafinha und Sandro (beide verletzt), Arsenal ohne Cech, Wilshere, Cazorla, Oxlade-Chamberlain und Rosicky (alle verletzt). Verwarnungen: 32. Flamini (Foul). 35. Gabriel Paulista (Foul). 50. Alexis Sanchez (Foul). 79. Arda Turan (Foul). 85. Giroud (Reklamieren).

SDA/jul

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