Irland-Übersetzer macht Petkovic zu Fretkovic

Die Schweizer zeigen viel Selbstvertrauen vor dem EM-Qualifikationsspiel in Irland. Allen vor an Captain Granit Xhaka.

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Florian Raz@razinger

Dieses Mal war es irgendwie anders. Üblicherweise sind Pressekonferenzen vor wichtigen Spielen oft langweilig. Eine leidige Pflichterfüllung für alle Seiten. Aber dieser Auftritt der Schweizer im Aviva Stadium von Dublin hatte eine ungewohnt humoristische Seite.

Dem unbekannten irischen Übersetzer sei Dank, der sich weigerte, sich auch nur einen Vor- oder Nachnamen der Herren zu merken, die neben ihm sassen. Der meist gar nicht, und wenn schon, dann so kreuzfalsch übersetzte, dass sich immer mal wieder Journalisten oder der Pressechef des Schweizer Teams einschalteten. Und der irgendwann erklärte, er könne sich halt nicht alles merken, wenn so rasch geredet werde. Stift und Papier hatte er wohlweislich zuhause gelassen.

Irgendwann schaute Vladimir Petkovic, oder Vladimir Fretkovic, wie er vom Übersetzer vorgestellt wurde, erstaunt in die Runde und fragte: «Und welche der übersetzten Fragen soll ich jetzt beantworten?» Aber das war natürlich auch ein klein wenig gespielt. Denn der Schweizer Nationaltrainer hatte unmöglich überhört, dass der Name Xherdan Shaqiri mehrfach gefallen war.

Video: Petkovic wird als Fretkovic angekündigt

Wir sind nicht von einzelnen Spielern abhängig»

Klar aber, dass sich die Schweizer einen Tag vor der Partie in Irland nicht mehr all zu lange mit jemandem beschäftigen wollten, der sich nicht in der Lage fühlt, als um die EM-Qualifikation zu spielen. «Wir haben ein System, das nicht von einzelnen Spielern abhängig ist», sagte also Petkovic.

Und sein Captain Granit Xhaka stellte fest: «Klar fehlen uns mit Xherdan Shaqiri und Stephan Lichtsteiner zwei Spieler, die enorm wichtig sind. Aber wir werden auch mit dem aktuellen Team Spiele gewinnen.»

«Wir schauen nur auf uns»

Es war insgesamt ein sehr selbstbewusster Auftritt, den die Schweizer Delegation hinlegte. Da war Petkovic, der erklärte, bei der taktischen Ausrichtung schaue er nicht auf Irland. Sondern: «Nur auf uns. Nur darauf, welches unsere beste Aufstellung ist und welche Qualitäten wir auf den Platz bringen wollen.»

Die grosse Frage, die der Nationaltrainer bis morgen Abend beantworten muss, lautet: Vierer- oder Dreierkette? Beim spektakulären 3:3 gegen Dänemark hatte er in Abwesenheit von Shaqiri auf ein 3-1-4-2 gesetzt. Und damit einen dänischen Riegel gleich dreimal geknackt, der zuvor kaum Gegentore zugelassen hatte.

«Wir sind fussballerisch besser»

Der Einbruch nach einer 3:0-Führung hatte dann wenig mit Taktik zu tun und sehr viel damit, dass Xhaka den Platz frühzeitig verlassen musste. Das dürfte am Donnerstag im Aviva Stadium nur dann passieren, wenn sich Xhaka verletzt. Allen Schweizern ist klar, dass die Partie in Irland ein Schlüsselspiel ist auf dem Weg an die EM 2020.

Und die Schweizer sind gekommen, um dieses Spiel zu gewinnen. «Irland mag physisch stärker sein als wir», sagte Granit Xhaka, «aber wir sind fussballerisch sicher besser.»


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thunertagblatt.ch/Newsnetz

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