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Jakupovic schwärmt von verstorbenem Leicester-Boss

Die Leicester-Profis, unter ihnen der Schweizer Eldin Jakupovic, haben am Dienstag das Training wieder aufgenommen. Es wartet eine schwierige Zeit auf Spieler und Verein.

Hier fliegt der Helikopter aus dem Stadion. (Video: CCTV via Youtube)

Nur langsam will der erste Schock in Leicester nach dem tragischen Helikopterunglück letzten Samstag, bei dem fünf Menschen, darunter Leicester-Besitzer Vichai Srivaddhanaprabha, ums Leben gekommen sind, weichen. Noch herrscht in Leicester tiefe Trauer und Konsternation vor. An Normalität und Alltag ist beim Premier Ligisten nicht zu denken.

Das Cupspiel gegen Southampton am Dienstagabend wurde bereits verschoben. Stattdessen hat Trainer Claude Puel erstmals seit dem Unglückstag ein Training angesetzt, um ein wenig Normalität in den Cluballtag zu bringen. «Allerdings ist Normalität ein grosses Wort», sagt Eldin Jakupovic zu 20 Minuten. Es sei bedrückend still gewesen. Jeder Spieler sei auf seine Art in der Trauer vertieft gewesen. Der Schweizer Goalie steht seit letzten Sommer bei Leicester unter Vertrag. Auch beim ehemaligen GC- und Thun-Keeper ist die Bestürzung noch tief. «Der Alltag wird nach dem schwärzesten Tag in der Clubgeschichte wohl nicht so schnell einkehren», sagt er.

Noch zehn Minuten vor dem Meisterschaftsspiel gegen West Ham (1:1) sei Srivaddhanaprabha wie üblich in der Kabine gewesen. «Er hat sich mit allen unterhalten, jedem die Hand geschüttelt und uns Glück gewünscht», sagt Jakupovic. Es sei alles so gewesen, wie immer. «Es ist zu krass, was da passiert ist.»

Kurz vor Mitternacht kam die schlimme Nachricht

Die schrecklichen Bilder vom Absturz wird Jakupovic nicht so schnell vergessen. Als das Unglück beim Stadionparkplatz passierte, sass der Schweizer schon in seinem Auto und fuhr Richtung Hotel, da für Sonntagmorgen eigentlich ein Training geplant war. Dazu kam es nicht.

«Ich habe erst gar nichts mitbekommen, da ich mein Handy nicht dabei hatte.» Als er im Hotelzimmer auf sein Telefon schaute, hatte er 50 Whatsapp-Nachrichten im Mannschafts-Chat. «Wir wussten nur, dass der Helikopter des Präsidenten abgestürzt ist, aber keiner hatte ihn einsteigen sehen.»

Da war diese eine kleine Hoffnung, dass Srivaddhanaprabha aus irgendeinem Grund vielleicht doch nicht im Heli war. Geahnt hätten es dennoch alle, denn es sei halt immer so gewesen, dass der Helikopter rund eineinhalb Stunden nach den Leicester-Heimspielen jeweils im Stadion auf dem Rasen landete und den Clubbesitzer nach London brachte. Um Mitternacht erreichte die Spieler die Nachricht, dass Srivaddhanaprabha an Bord gewesen sei. «Abgestürzt just an dem Ort, der für ihn zu einem zweiten Zuhause geworden war», sagt Jakupovic betrübt.

Wie geht es weiter?

Am Sonntagabend gegen 22.20 Uhr – rund 45 Minuten vor dem offiziellen Statement des Clubs – wurden die Clubmitglieder und Spieler über den Tod des Präsidenten informiert. «Er war so ein guter Mensch, war immer bestens gelaunt. Er hat uns oft in Restaurants eingeladen und man konnte Spass mit ihm haben», sagt Jakupovic. Alle seien fassungslos und unheimlich traurig. Srivaddhanaprabha habe aus dem Club eine Familie gemacht, seit er 2010 übernommen habe. Vor allem aber führte er sie zum bisher grössten Erfolg der Vereinsgeschichte: Dem Gewinn der englischen Meisterschaft 2016.

Am Montag nahm die Mannschaft zusammen mit der Frau und dem Sohn des thailändischen Milliardärs im Stadion Abschied. Niemand weiss, wie es mit dem Club weitergeht. Möglich ist, dass Srivaddhanaprabhas Sohn, der bisher Vize-Präsident an der Seite seines Vaters war, dessen Leidenschaft weiterführen werde. Denn das war Leicester City für Srivaddhanaprabha: Kein Geschäft, sondern eine Liebe und Leidenschaft sagt Jakupovic.

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