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Klares Bekenntnis zu Petkovic

Es sind heikle Zeiten für Fussballtrainer. YB-Coach Vladimir Petkovic aber sitzt fest im Sattel – auch wenn YB die nächsten Spiele verlieren sollte.

Job nicht in Gefahr: YB-Trainer Vladimir Petkovic.
Job nicht in Gefahr: YB-Trainer Vladimir Petkovic.
Andreas Blatter

Die Bundesliga spielt gerade verrückt, und der Beruf des Fussballtrainers darf in Deutschland in diesen Wochen problemlos als Hochrisikoarbeit bezeichnet werden. Über die Hälfte aller Bundesligavereine dürfte ab Sommer von einem neuen Trainer dirigiert werden – doch Ilja Kaenzig, der YB-Chef mit Bundesliga-Vergangenheit als Manager (Leverkusen, Hannover), denkt offenbar anders. «Es bringt nicht immer etwas, den Trainer zu wechseln. Manchmal liegen die Gründe, warum ein Team die Ziele nicht erreicht, auch anderswo», sagt Kaenzig. Und vor allem: «Wir sind sehr zufrieden mit unserem Trainer und haben uns entschieden, diese Saison mit Vladimir Petkovic zu Ende zu spielen. Und er soll auch in Zukunft als YB-Trainer tätig sein.»

Ilja Kaenzigs grosses Lob

Es ist, erneut, ein klares Bekenntnis der Vereinsführung zum Trainer. «Vladimir Petkovic arbeitet sehr modern. Zudem spielt das Team attraktiv, und Moral, Wille und Kondition der Mannschaft stimmen», sagt Ilja Kaenzig. «Also gibt es überhaupt keinen Grund, den Trainer zu wechseln.» Und, sowieso, man gehe im Verein nicht davon aus, dass YB am Sonntag in St.Gallen verliere und in den nächsten Wochen in der Super League nicht erfolgreich sei. «Zuletzt waren die Spieler nach den vielen Partien in kurzer Zeit müde», sagt Kaenzig. «Doch die Tendenz in der Liga stimmt. Ich bin überzeugt, dass wir uns verbessern werden.»

Obwohl die Young Boys in dieser Saison mit grösster Wahrscheinlichkeit mal wieder keinen Titel gewinnen werden (und derzeit als Fünfte nicht mal auf einem Platz liegen, der zur Europacup-Teilnahme berechtigt), sitzt Vladimir Petkovic also sehr fest im Sattel. Er freut sich – logischerweise – darüber: «Ein Trainer ist immer abhängig von der Mathematik. Doch ich glaube, dass ich in Bern gute Arbeit leiste, auch wenn es mit einem Titel noch nicht geklappt hat.» Petkovic (Vertrag bis Juni 2013) sagt, er fühle sich nicht als Trainer, dessen Job in Gefahr sei: «Wir haben im Frühling gut gespielt. Natürlich fehlte gegen Zürich im Cup und zuletzt auswärts gegen GC ein wenig die Kraft. Doch jetzt ist bei uns wieder Benzin im Tank.»

Europacup: Segen und Fluch

Und weil dieses YB jederzeit für ein Spektakel gut ist, aber in diesen Wochen auch (zu) viele Gegentore erhält, weiss man immer noch nicht so genau, was man von der talentierten Equipe halten soll. «Wir werden das Team im Sommer weiter verstärken», sagt Ilja Kaenzig. «Und Vladimir Petkovic soll dann die Chance erhalten, mit diesen Spielern zu arbeiten.» Der Trainer selber hat sich in der letzten Woche, als YB endlich mal ein paar Tage am Stück spielfrei hatte, in Ruhe Gedanken über diese Saison auf der Achterbahn gemacht. Petkovic findet: «Wir dürfen stolz sein. Europa kennt und respektiert jetzt YB. Unsere Erfolge im Europacup kann man fast höher gewichten als einen Titel.» Möglicherweise gilt das für den Moment, doch Pokalgewinne sind für die Ewigkeit. Und so haftet YB weiter der Ruf als Verliererteam in grossen Spielen an. Und auch der Trainer weiss, dass die kontinentale Zusatzbelastung negative Auswirkungen aufs nationale Geschäft hatte. «Doch jetzt können wir uns auf die Liga konzentrieren und den 2. Platz erreichen.»

Auf YB wartet also keine Trainerdiskussion. Ilja Kaenzig hat erstaunt festgestellt, «dass in Bern der YB-Trainer wohl aus Tradition nach jeder Niederlage infrage gestellt wird.» Er werde immer wieder auf die bekannten arbeitslosen Schweizer Branchengrössen Christian Gross, Marcel Koller und Lucien Favre, der mittlerweile in Gladbach Arbeit gefunden hat, angesprochen. «Natürlich sind das grosse Namen, aber vielleicht hat Petkovic ja mal noch einen besseren Namen», sagt Kaenzig. «Gross wird zu einem internationalen Topklub gehen. Und es muss ja Gründe geben, dass Koller und Favre fast zwei Jahre arbeitslos waren oder sind.» Vom hartnäckigen Gerücht, YB habe in den letzten Monaten Favre kontaktiert, hat Kaenzig auch gehört – aber in seiner Zeit ab August 2010 sei das garantiert nicht passiert.

bz/fdr

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