Kommt jetzt der grosse Umsturz?

Nach den Krisen debattiert die Spitze des Fussballverbandes diesen Freitag über Veränderungen. Und Petkovic redet.

SFV-Präsident Peter Gilliéron und Nationaltrainer Vladimir Petkovic. Foto: Keystone

SFV-Präsident Peter Gilliéron und Nationaltrainer Vladimir Petkovic. Foto: Keystone

Peter M. Birrer@tagesanzeiger
Ueli Kägi@ukaegi

Doppeladler, ein schweigender Trainer, Doppelbürger-Interview, Abgang von Generalsekretär Miescher, Behrami-Rücktritt. Der Schweizerische Fussballverband (SFV) hat an der WM und danach Krise an Krise gereiht. Das soll nicht mehr passieren. Am Freitagmorgen trifft sich der Zentralvorstand, um über personelle und strukturelle Veränderungen zu debattieren, nachdem eine verbandsinterne Kommission nach den WM-Wochen Bilanz gezogen und Vorschläge ausgearbeitet hat. Am Nachmittag steht eine Medienkonferenz an.

Denkbar ist, dass der SFV Strukturen für einen voll angestellten Nationalmannschaftsmanager schafft. Damit würde die Position von Claudio Sulser als Delegierter des Nationalteams obsolet. Es gibt im Zentralvorstand allerdings Stimmen, die sich fragen, ob ein solcher Manager ausgelastet wäre.

Gilliéron wohl bis 2019

Die wichtigste Personalie betrifft Peter Gilliéron, dem als Präsident in den vergangenen Wochen die Kontrolle entglitten ist. Es ist nicht anzunehmen, dass Gilliéron mitten in seinem zehnten Amtsjahr den sofortigen Rücktritt erklärt. Absehbar ist vielmehr, dass der 65-jährige Jurist im Frühsommer 2019 und nach dem Ende seiner fünften Amtszeit nicht mehr zur Wahl antritt.

Aber wer soll denn Nachfolger werden? Der frühere FC-Basel-Präsident Bernhard Heusler hat sich selbst aus dem Rennen genommen, er ist Mitglied des Zentralvorstandes, steht aber nicht zur Verfügung. Heinrich Schifferle, der Präsident der Swiss Football League, könnte ein Kandidat sein, allerdings fühlt er sich in der aktuellen Position wohl. Marco Villiger, bis am vergangenen Montag Fifa-Chefjurist, wird von Insidern genannt. 

Petkovic ist umstritten

Die zweitwichtigste Personalie neben Gilliéron betrifft Vladimir Petkovic, der sich heute ebenfalls öffentlich erklärt – erstmals seit der Abreise von der WM. Vor einem Jahr wurde der Vertrag des Nationaltrainers vorzeitig bis Ende 2019 verlängert. Nach den jüngsten Ereignissen ist Petkovic bei vielen Spitzenfunktionären umstritten.

Aber eine vorzeitige Trennung könnte teuer werden: ­Petkovic bezieht einen Lohn von einer Million Franken pro Jahr. Darum hoffen nicht wenige beim Verband, dass der Trainer bald ein Angebot aus dem Clubfussball erhält. Und von sich aus geht.

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