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YB und die Déjà-vus zum Saisonstart

Der neue YB-Trainer Gerardo Seoane startet mit einem Sieg. Nach dem 2:0 gegen GC liegt der Meister schon wieder an der Tabellenspitze.

Im ersten Spiel der neuen Saison traf YB im Stade de Suisse auf die Grasshoppers.
Im ersten Spiel der neuen Saison traf YB im Stade de Suisse auf die Grasshoppers.
Raphael Moser
YB-Trainer Gerardo 'Gerry' Seoane stand zum ersten Mal in einem Pflichtspiel an der Seitenlinie.
YB-Trainer Gerardo 'Gerry' Seoane stand zum ersten Mal in einem Pflichtspiel an der Seitenlinie.
Raphael Moser
Am Ende darf YB den Auftakt in die neue Saison mit drei Punkten feiern.
Am Ende darf YB den Auftakt in die neue Saison mit drei Punkten feiern.
Raphael Moser
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Als alles gesagt ist und alle bereit sind, da hat Gerrardo Seoane ein Déjà-vu. So erzählt er dies nach seinem ersten Auftritt als YB-Trainer, der gelungen ist, weil sein Team nach pomadigem Start zum Steigerungslauf ansetzte, der in einem ungefährdeten 2:0 gegen GC gipfelte.

Vor knapp drei Monaten, da war Gerardo Seoane noch Gast in Bern, bei der unvergesslichen Meisterparty, die er als Luzern-Trainer hautnah miterlebte. Ein Erlebnis, das sich auch bei ihm einprägte. Es sind jene Momente, an die er denkt, als er am Sonntag erstmals als YB-Trainer ins Stade de Suisse einläuft. Als sich sein Arbeitstag dem Ende nähert, sagt er: «Schön, stehe ich jetzt auf der anderen Seite.»

Seoane wie ein Fan

Der Einlauf, diese erste Partie mit dem Meister im Stadion, das mitten in der Ferienzeit mit 21'369 Zuschauern gefüllt ist, ist der vorläufige Höhepunkt in der Karriere des 39-jährigen Innerschweizers. Es ist kein Jahr her, da tingelte er mit der Luzerner U-21 über die regionalen Fussballplätze wie den Münsinger Sandreutenen.

Jetzt verfügt Seoane über ein Spielermaterial, das in der Schweiz seinesgleichen sucht. Eines, das zu aussergewöhnlichen Aktionen fähig ist wie dem 1:0 nach 69 Minuten: Sékou Sanogo zeigt, dass er zusätzlich zu ganz viel Muskelkraft auch über ganz viel Ballgefühl verfügt.

Sein Zuspiel, zielgenau über die Abwehr gehobenen wie von Quarterback-Hand, veredelt Feinfuss Sulejmani. Seoane hört sich wie ein Fan an, als er vom 1:0 erzählt. Ein fantastisches Tor sei das gewesen, sagt er. «Und der Pass, der war auch nicht von schlechten Eltern.» Ein Lächeln huscht ihm über die Lippen.

«Schön stehe ich jetzt auf der anderen Seite.»

YB-Trainer Gerardo Seoane
Stand zum ersten Mal bei einem Pflichstpiel an der YB-Seitenlinie: Gerardo Seoane. Bild: Raphael Moser
Stand zum ersten Mal bei einem Pflichstpiel an der YB-Seitenlinie: Gerardo Seoane. Bild: Raphael Moser

Es ist nicht zu übersehen, Gerardo Seoane ist erleichtert und zufrieden, wie seine Premiere verlaufen ist. Vom Start hatte er gewarnt, weil kein Team wissen könne, wo es stehe. Weil es Zeit brauche, in Schwung zu kommen. Wobei die Schwierigkeit für ihn nicht darin lag, neue Spieler einzubauen.

Der einzige Zugang, der gegen GC zum Einsatz kommt, ist Mittelfeldspieler Sandro Lauper. Ihn bringt der Trainer für die Schlussphase. Der linke Verteidiger Ulisses Garcia schaffte es nicht einmal aufs Matchblatt – noch so ein Indiz für das exquisite Berner Kader.

Seoane hatte in der Vorbereitung klargemacht, dass er den Meisterexpress ins Rollen bringen will, ohne an vielen Schrauben zu drehen. Am Sonntag nominiert er nur zwei Spieler, die unter Vorgänger Adi Hütter in der Rückrunde nicht zum Stamm gezählt hatten. Goalie David von Ballmoos, der ein solides Comeback zeigt, sowie Gregory Wüthrich, der den wechselwilligen Verteidiger Kasim Nuhu ersetzt.

Der Ghanaer figuriert nicht im Aufgebot, er trainierte am Morgen mit den überzähligen Akteuren. «Ich setze nur Spieler ein, die mental wie physisch bei hundert Prozent sind», sagt Seoane. «Das war bei Nuhu nicht gegeben.»

Meisterliches Glück

Trotz den wenigen Änderungen benötigen die Young Boys über eine Halbzeit und die Hilfe des Schiedsrichters, um Fahrt aufzunehmen. Erst verweigert Alain Bieri den Grasshoppers einen Elfmeter, obwohl Wüthrich seinen Gegner Holzhauser deutlich am Fuss trifft.

«Der Videoschiedsrichter hätte den Penalty gegeben», sagt Seoane. Dann stellt Bieri GC-Aussenverteidiger Doumbia in der 55. Minute nach Foul am überragenden Kevin Mbabu mit der zweiten Gelben Karte vom Platz. Es ist der Anfang vom Ende für GC, die Berner geraten nie mehr in Bedrängnis.

Der eingewechselte Nicolas Ngamaleu sorgt kurz vor Schluss mit dem 2:0 für die Entscheidung. Und so starten Seoane und die Young Boys mit einem Erfolgserlebnis in die Saison der Titelverteidigung, während Basel zum Auftakt gegen St. Gallen daheim verliert. YB liegt schon wieder an der Tabellenspitze. Der eine oder andere wird ein Déjà-vu haben.

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