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Mit Tempofussball gegen die Relegation

Der neue Schweizer Trainer Martin Schmidt stellt beim abstiegsbedrohten Mainz 05 seine Philosophie vor.

Von der U-23 zu den Profis: Martin Schmidt steht am Samstag gegen Frankfurt bereits auf der grossen Bühne der Bundesliga.
Von der U-23 zu den Profis: Martin Schmidt steht am Samstag gegen Frankfurt bereits auf der grossen Bühne der Bundesliga.

Mainz 05 zieht die Reissleine. Das 2:4 am vergangenen Freitag gegen Borussia Dortmund hat den Verein am Rhein in neue Nöte gebracht. Trainer Kasper Hjulmand wurde bereits am Montag freigestellt und einen Tag später durch Martin Schmidt ersetzt. «Für mich ist das natürlich ein grosser Schritt, jetzt als Verantwortlicher vor der Bundesliga-Mannschaft zu stehen. Aber ich fühle mich nicht ins kalte Wasser geworfen, denn ich war in den vergangenen Jahren ja schon eng an der Mannschaft und den Trainern dran, kenne die Abläufe und bin dadurch vorbereitet», sagt Schmidt.

Der 47-jährige Schweizer arbeitet seit über vier Jahren als Ausbildner beim Bundesligaverein und setzte sich vergangene Saison als Trainer der Junioren ein kleines Denkmal, als ihm mit der U-23 der Aufstieg in die dritthöchste Liga gelang. Die Beförderung zum Cheftrainer der ersten Mannschaft ist für den Walliser Ehre und Verpflichtung zugleich: «Für uns steht jetzt erst einmal viel Arbeit an, wir haben keine Zeit zu vergeuden. Ich will auch nicht alles umwerfen, sondern eher die Philosophie, die der Verein seit vielen Jahren verfolgt, aufwühlen und auffrischen. Ich bin ein Trainer, der für mutigen Offensivfussball steht, für Pressing, Balleroberungen und Tempofussball.»

Ein Sieg aus dreizehn Spielen

Eine taktische Marschroute, die schon Jürgen Klopp in den Nullerjahren erfolgreich bediente und Mainz in die Bundesliga führte. Seither herrscht Kontinuität in Mainz. In den letzten 15 Jahren engagierte der Traditionsverein gerade mal fünf verschiedene Trainer. Der heutige BVB-Coach Klopp regierte von 2001 bis 2008 am Rheinufer, von 2009 bis 2014 schwang Thomas Tuchel das Zepter. Im vergangenen Sommer stieg Kasper Hjulmand auf den Trainerthron, die anhaltende Erfolglosigkeit zwang den Club trotz eines Dreijahresvertrags zu einer Reaktion, Mainz stellte den dänischen Coach vor die Tür.

«Wer unsere Philosophie und unsere Arbeitsweise kennt, weiss, wie schwer uns diese Entscheidung gefallen ist», sagt Christian Heidel, Manager von Mainz 05. «Hjulmand ist ein Fussballfachmann, der ohne Zweifel Mannschaften entwickeln und weiterentwickeln kann. Viele verschiedene Faktoren haben allerdings zu einem Negativtrend mit nur einem Sieg aus dreizehn Spielen und zum Abrutschen in die Abstiegszone geführt. Im Abstiegskampf verschieben sich für uns jetzt die Kriterien, die uns zu einem Wechsel bewogen haben.»

Neue Impulse

Die Clubführung schwärmt bei der Wahl von Martin Schmidt zum neuen Cheftrainer vor allem von den Motivationskünsten des Schweizers. «Wir benötigen zum sportlichen Überleben neben taktischer Disziplin grosse Leidenschaft, Kampfgeist, Aggressivität und Konsequenz, die sich im Training entwickeln und in den Spielen unserer Mannschaft zeigen müssen und darüber hinaus Verein und Fans in einer schwierigen Phase einen und mitreissen können», sagt Manager Heidel und setzt auf Kontinuität. «Martin Schmidt kennt den Verein, die Mannschaft und unsere Spielweise, die er seit fast fünf Jahren mitentwickelt hat. Wir sind davon überzeugt, dass er jene Impulse geben kann, die ihr in den vergangenen Wochen und Monaten gefehlt haben.»

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