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Kein Shaqiri? Kein Problem!

Wie schwer wiegt der Ausfall von Xherdan Shaqiri? Die Statistik und ein Experte sind sich nicht einig.

Das sagt Vladimir Petkovic zum Start in die EM-Qualifikation. Video: Tamedia

Am Montagabend kam die Nachricht: Die Schweiz muss ohne Xherdan Shaqiri in die EM-Qualifikation starten. Zuvor gab schon Haris Seferovic Forfait. Beide hätten sie dem Nationalteam in ihrer aktuellen Verfassung zweifelsohne weiterhelfen können. Dennoch ist es Shaqiris Ausfall, der auf den ersten Blick richtig schwer wiegt. Schliesslich ist es normalerweise der wirblige Linksfuss, der im Angriff die Verantwortung übernimmt und auch mal den Überraschungsmoment sucht.

Was Vladimir Petkovic vor allem fehlen wird: Ein Mann, der in 80 Länderspielen 22 Tore erzielte und weitere 22 vorbereitete. Im Schnitt liefert er also in jedem zweiten Spiel. Dabei war er in wichtigen Momenten zumindest mitentscheidend, wie bei seinem 2:1-Siegtor in der Nachspielzeit bei der WM gegen Serbien, oder mit seinem Eckball, der zum 1:1 gegen Brasilien führte. Oder natürlich sein Dreierpack bei der WM 2014 gegen Honduras. Jüngst war Shaqiri auch beim 5:2 gegen Belgien nicht nur wegen seiner beiden Assists eine der grossen Figuren – neben Dreifachtorschütze Seferovic.

Doch auch ohne einen der Leistungsträger lief es zuletzt ziemlich gut. Die letzten vier Partien, in denen Shaqiri fehlte, konnte die Schweiz allesamt gewinnen. Und das noch, ohne ein Gegentor zu kassieren. Mit Panama (6:0), Griechenland (1:0) und Färöer (2:0) waren die letzten drei Gegner zwar nicht die ganz grossen Kracher, zum Start in die WM-Qualifikation war mit dem 2:0 gegen Europameister Portugal aber auch ein Coup dabei. Ohnehin zeigen die nackten Zahlen keine Shaqiri-Abhängigkeit. In den 80 Länderspielen des 27-Jährigen konnte er mit seinen Teamkollegen 42 Siege feiern, dazu setzte es 21 Unentschieden und 17 Niederlagen. Das ergibt einen Schnitt von 1,8 Punkten pro Spiel.

Es ist der gleiche Punkteschnitt wie in den 16 Spielen, die Shaqiri seit seinem Länderspieldebüt am 3. März 2010 verpasste (9 Siege, 2 Unentschieden und 5 Niederlagen). Dennoch stellt sich jedes Mal die Frage: Wer soll Shaqiris Ausfall kompensieren? Viele kreative, dribbelstarke Spieler mit Zug zum Tor hat Petkovic nicht zur Verfügung. Oder wie es der frühere Nationalspieler Benjamin Huggel ausdrückt: «Das ist ein grosser Verlust. Offensiv ist Shaqiri ein Schlüsselspieler.»

Beim Heimsieg gegen die Portugiesen (ohne Cristiano Ronaldo) spielte Breel Embolo auf der rechten Aussenbahn gross auf und erzielte dazu das wegweisende 1:0. Nur: Zuletzt spielte Shaqiri zentral hinter den Spitzen, wodurch er noch mehr Einfluss aufs Spiel nehmen konnte – und Embolo dürfte eher als Ersatz für den ebenfalls verletzten Seferovic in der Sturmspitze eine Option sein. Wahrscheinlicher ist es, dass der immer besser in Form kommende Admir Mehmedi einspringen dürfte. Eine weitere Alternative wäre für Huggel Renato Steffen: «Die beiden können das auch.»

Auch wenn Shaqiris ehemaliger Teamkollege glaubt, dass die Absenz des Schweizer Offensivleaders ein grosser Ausfall sei, fordert er: «Die fitten Spieler müssen das jetzt reissen.» Dumm nur, dass auch Seferovic in den letzten Monaten in bestechender Form war. Umso mehr sind die fitten Spieler gefordert. Gegen Georgien am Samstag und insbesondere am Dienstag gegen Gruppen-Mitfavorit Dänemark haben sie die Gelegenheit zu beweisen, dass Portugal kein Zufall war.

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