Nun ist es offiziell – Ajeti wechselt zu West Ham

Der beste Basler Stürmer wechselt für rund zwölf Millionen Franken in die Premier League. Wie reagiert der FCB nun auf den Verkauf?

Im Rückspiel gegen den PSV Eindhoven hat Albian Ajeti das rotblaue Trikot des FC Basel zum vorerst letzten Mal getragen. (Foto: Freshfocus)

Im Rückspiel gegen den PSV Eindhoven hat Albian Ajeti das rotblaue Trikot des FC Basel zum vorerst letzten Mal getragen. (Foto: Freshfocus)

Am Dienstag wurde Marcel Koller gefragt, warum sein Stürmer Albian Ajeti für das wichtige Spiel gegen den Linzer ASK (1:2) in der Qualifikation zur Champions League fraglich sei. Der Basler Trainer sagte: «Aktuell ist es aus verletzungsbedingten Gründen». Zu den Spekulationen rund um Ajeti wollte er sich nicht äussern. Allerdings hatte er mit dem Wort «aktuell» ja eigentlich schon alles verraten: Ajetis Oberschenkel war nicht der wirkliche Grund.

Zwei Tage nach Kollers notgedrungenen Ausrede ist klar, dass die Verhandlungen mit West Ham United der wahre Grund für die Fragezeichen hinter Ajetis Einsatz waren. Der 22-jährige Stürmer hat am Donnerstagmorgen einen Vierjahresvertrag beim Club aus der Premier League unterschrieben. Der FCB kassiert eine Ablösesumme von rund zwölf Millionen Franken. So heisst es.

Nach seinem 36-Minuten-Abenteuer in der Bundesliga für den FC Augsburg ist es Ajetis zweiter Versuch, sich im Ausland durchzusetzen. Und nach drei erfolgreichen Jahren in der Super League beim FC St. Gallen und dem FC Basel stehen seine Chancen nun ungleich höher, sich zu etablieren. Auch wenn die Konkurrenz bei West Ham United mit Sébastien Haller und Chicharito bedeutend grösser ist als in Basel.

Ajetis Unzufriedenheit

Dass Ajeti die Basler noch in diesem Sommer verlassen könnte, war spätestens seit dem Auftritt von Ruedi Zbinden im Teleclub vor anderthalb Wochen klar. «Wir kriegen immer wieder Anfragen, vor allem für Albian Ajeti», sagte der Sportchef damals, «es ist möglich, dass er uns noch verlässt, wenn ein Preis kommt, bei dem man nicht mehr Nein sagen kann.» So wie nun im Fall vom West Ham United.

Und auch vonseiten des Stürmers war klar, dass er eine derartige Chance nutzen würde. Ajeti war im Sturmzentrum zwar gesetzt, aber auch er gilt nicht als der grösste Fan von Trainer Marcel Koller. Aus dem Umfeld des Spielers war schon in der Vorsaison immer wieder von einer Unzufriedenheit Ajetis zu hören und dass man sich nach anderen Clubs umsehen werde, sollte sich die Situation beim FCB nicht ändern.

Basel Sturm-Problem

Nun ist also genau das eingetreten. Und die Basler stehen nach all den Unruhen der vergangenen Wochen zur Abwechslung mal wieder vor einem rein sportlichen Problem: Wie will man den Stürmer ersetzen? Wie kann man Ajetis 32 Skorerpunkte aus der Vorsaison kompensieren? Kann man seinen besten Torjäger verkaufen, aber gleichzeitig noch immer von Meisterschaft und Champions League träumen?

Nominell haben die Basler zwar noch genug Stürmer in ihrem Kader: Ricky van Wolfswinkel, Kemal Ademi oder Afimico Pululu, den der FCB extra für den Fall eines Abgangs im Sturm gehalten hatte. Allerdings hat keiner dieser Spieler die Qualitäten von Ajeti. Am ehesten noch Van Wolfswinkel, allerdings gibt es auch bei ihm Gerüchte, dass er zu Feyenoord Rotterdam wechseln könnte.

Und so stellt sich die Frage, ob und wie die Basler noch auf den Abgang von Albian Ajeti reagieren.

thunertagblatt.ch/Newsnetz

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