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«Özil hat mich bis heute nicht angerufen»

DFB-Trainer Joachim Löw gab an einer Pressekonferenz Auskunft über den Rücktritt von Mesut Özil und das WM-Aus.

Joachim Löw äusserte sich an einer Pressekonferenz in München zum Rücktritt von Mesut Özil. Die beiden hatten bis heute keinen Kontakt.
Joachim Löw äusserte sich an einer Pressekonferenz in München zum Rücktritt von Mesut Özil. Die beiden hatten bis heute keinen Kontakt.
Sven Hoppe, Keystone
Auch Oliver Bierhoff war anwesend und betont, dass es keinerlei Rassismus im deutschen Team gebe.
Auch Oliver Bierhoff war anwesend und betont, dass es keinerlei Rassismus im deutschen Team gebe.
Sven Hoppe, Keystone
Mesut Özil war einer der Gesprächspunkte auf der Agenda des DFB. Er hat Joachim Löw nicht angerufen, um ihn über seinen Rücktritt zu informieren.
Mesut Özil war einer der Gesprächspunkte auf der Agenda des DFB. Er hat Joachim Löw nicht angerufen, um ihn über seinen Rücktritt zu informieren.
Daniel Maurer, Keystone
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Rund zwei Monate nach dem WM-Aus in Russland gegen Südkorea äusserten sich der deutsche Nationaltrainer Joachim Löw und DFB-Manager Oliver Bierhoff zu der Causa Özil und den Schlüssen, welche die Nationalmannschaft nach dem frühen Ausscheiden gezogen hat.

Joachim Löw stellt klar, dass er sich nicht vorher zu Mesut Özil geäussert habe, da er bis heute noch nicht mit dem Spieler sprechen konnte, obwohl er mehrfach versucht habe, ihn anzurufen: «Viele haben sich gefragt, warum ich mich nicht geäussert habe. Sein Berater hatte mich angerufen und mir mitgeteilt, dass Mesut seinen Rücktritt bekannt geben wird. Der Spieler selbst hat mich nicht angerufen. Özil hat sich für einen anderen Weg entschieden und mich bis heute nicht angerufen. Ich habe es per Telefon und per SMS versucht und ihn nicht erreicht. Das muss ich so akzeptieren. Ich habe die ganze Situation wahrscheinlich unterschätzt.»

«Keine Zielscheibe für Rassismus»

Auch Manager Bierhoff äusserte sich zum bedauerlichen Rücktritt von Mesut Özil: «Ich habe mit Mesut neun wunderbare Jahre in der Nationalmannschaft verbracht. Er ist ein toller Fussballer und wir haben ihm viel zu verdanken. Wie dieser Rücktritt vollzogen wurde, ist bedauerlich. Wir haben die Situation falsch eingeschätzt, dass diese Emotion und auch politische Reaktion stattfindet. Ich habe es noch nie erlebt, dass die Meinungen so weit auseinandergehen. Aber eins ist klar: Ein Nationalspieler darf keine Zielscheibe für Rassismus werden.»

Grundsätzlich sind sich Bierhoff und Löw einig, dass man die ganze Situation unterschätzt habe, aber dass es auch nie einen Ansatz von Rassismus in der Mannschaft gab und auch keine Grüppchenbildung vorhanden war. Zudem wurden auch andere wichtige Punkte nochmals angesprochen. Löw erklärte, wieso er weiterhin Trainer der Nationalmannschaft bleiben will: «Am Ende des Tages war es für Oliver Bierhoff und mich das Allerwichtigste, dass wir nach 14 Jahren und diesem enttäuschenden Auftreten immer noch die Energie und Motivation haben, das, was wir verbockt haben, wieder auf gute Beine zu stellen. Dass wir mit aller Kraft, die wir haben, versuchen, dieses Schiff wieder auf Kurs zu bringen.»

Den richtigen Mix finden

In Russland hätte die Mannschaft nicht das nötige Feuer gehabt, sie sei zu strukturell und strategisch vorgegangen. Zudem gesteht Löw den Fehler ein, dass er geglaubt habe, dass man mit einer totalen Ballbesitz-Dominanz die Gruppenphase überstehen könne.

Für die kommenden Spiele und Jahre ist es dem Trainer wichtig, einen richtigen Mix im Team zu finden. Auch ein Personalentscheid wurde bekannt gegeben: Der ehemalige Stuttgart-Trainer Thomas Schneider wird nicht länger Co-Trainer sein, sondern die Scouting-Abteilung übernehmen. Für die kommenden Länderspiele in der Nations-League gibt es einige Änderungen im Kader. PSG-Verteidiger Thilo Kehrer, Nico Schulz von Hoffenheim und Kai Havertz (Bayer Leverkusen) sind erstmals nominiert. Auf Sami Khedira hingegen verzichtet Löw.

«Khedira hat mit Freude und Stolz für Deutschland gespielt. Ich habe ihm aber gesagt, dass ich Raum für Änderungen schaffen will. Wir werden zu gegebener Zeit weitersprechen. Er hat signalisiert, dass er alles dafür tun wird, um wieder für die Nationalmannschaft zu spielen. Seine Leistung wird entscheidend sein.»

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