Oft Gescholtene erklären Guardiola

Unter Bayerns Startrainer haben es auch Weltstars schwer. Doch sie mucken nicht auf. Denn 20 Titel in acht Jahren machen den 44-Jährigen unantastbar.

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Thomas Niggl@tagesanzeiger

Der 7:0-Sieg in der Champions League gegen Donezk und das Erreichen der Viertelfinals war wieder einmal Ausdruck einer totalen bayrischen Dominanz, was sich in der Ballbesitzstatistik von 66 Prozent widerspiegelte. Das ist die Handschrift von Pep Guardiola. Der Katalane übt auf seine Spieler eine unglaubliche Faszination aus, auch wenn er mit ihne zeitweise hart ins Gericht geht. Er überzeugt sie offenbar mit Argumenten.

Der holländische Vizeweltmeister Arjen Robben, den Guardiola schon öffentlich zusammengestaucht hatte, spricht bei Uefa.com in den höchsten Tönen über den Spanier, der in nicht einmal acht Jahren mit Barcelona und den Bayern 20 Titel gewann, darunter mit Barça zweimal die Champions League. «Mein Gefühl ist, dass ich mich unter ihm im Positionsspiel weiterentwickelt habe. Ich bin auch variabler geworden, denn manchmal muss man auf anderen Positionen spielen. Vor allem wenn man nach Platz sucht, wo man gefährlich werden kann und wo man für die Mannschaft wichtig werden kann, indem man ein Tor schiesst, eine Flanke schlägt», sagt Robben, der in seiner Karriere noch nie so stark und wertvoll war wie unter Guardiola. «Ich geniesse es wirklich, er ist ein Trainer, der total von diesem Spiel besessen ist und die Mannschaft besser macht. Es ist schön, hier dabei zu sein.»

Der Deutsche Mario Götze, der an der Weltmeisterschaft in Brasilien im Endspiel gegen Argentinien das goldene Tor zum Titelgewinn erzielt hatte, hat es unter Guardiola schwer und gehört nicht regelmässig zur Stammelf. Weltmeister Götze musste von Guardiola schon einige Kritik einstecken. Er spricht denn auch von anfänglichen Anpassungsschwierigkeiten.

«Ich denke, dass es mit der Zeit natürlich einfacher wird, sich an diese ganzen Dinge zu gewöhnen, an die Philosophie, an die Mitspieler etc. Ich denke, da hatte ich von Anfang an nicht wirklich Probleme, aber es ist schön, wenn man lange Zeit auch mit den Jungs zusammenspielt, mit einem eingespielten Team. Ich glaube, deshalb fällt es auch ein bisschen leichter diese Saison, wir haben die Philosophie noch ein bisschen mehr verinnerlicht, wir sind noch ein bisschen näher zusammengewachsen», verrät Götze. Das sehe man auch in der Bundesliga und in der Champions League.

Guardiola habe eine gewisse Philosophie, die er sehr teile. «Wir spielen auf Ballbesitz, versuchen vernünftig anzugreifen, die Räume zu besetzen. Das ist auch in meinem Sinne, gerade als Offensivspieler ist das natürlich sehr, sehr attraktiv und deshalb finde ich es sehr, sehr gut, diese Idee umzusetzen. Ich glaube, das spiegelt sich dann auch in den Ergebnissen und unserer Spielweise wider. Ich habe natürlich viel gelernt, mit dem Umzug, mit dem Wechsel hierher, einfach dadurch, dass ich umgezogen bin und zu einem neuen Verein gekommen bin. Ich denke, das sind Aufgaben, die man gerne sucht, die man gerne hat, neue Herausforderungen. Daran wächst man.»

Medhi Benatia, den die Bayern auf Empfehlung von Guardiola für 27 Millionen Euro von der AS Roma verpflichten haben, erklärt, Guardiola versuche immer, dem Gegner das Leben so schwer wie möglich zu machen, aber nicht immer mit der gleichen Spielweise. «Wenn er der Meinung ist, dass sie geändert werden muss, um noch erfolgreicher zu sein, dann ändert er sie postwendend.» Gurardiola denke nicht: ‹Ich bin Guardiola, ich bin Bayern-Trainer, meine Taktik ist egal, wir werden gewinnen.› . Er denke eingzig daran, wie er seine Mannschaft in den bestmöglichen Zustand bringen könne. «Er ist immer bereit, die Taktik in Spielen zu verändern, um unseren Gegnern das Leben schwer zu machen und damit wir besser spielen.»

thunertagblatt.ch/Newsnetz

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