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Petkovics Puzzle

Welche Spieler sich der Coach für die WM in Russland wünscht: Der Stamm steht, Fragen aber bleiben.

Es geht für Vladimir Petkovic nicht gerade um Sein oder Nichtsein, aber immerhin um die WM. Foto: Laurent Gilliéron (Keystone)
Es geht für Vladimir Petkovic nicht gerade um Sein oder Nichtsein, aber immerhin um die WM. Foto: Laurent Gilliéron (Keystone)

Es sind unbeschwerte Zeiten fürs Nationalteam. 1:0 in Griechenland, 6:0 gegen Panama, Spieler, die eine Chance bekommen und sie «mit beiden Händen» ergreifen, wie Vladimir Petkovic sagt. Dem Coach hilft das. Er kann sich nun in Ruhe damit befassen, wie er sein Kader für die WM zusammenstellen will.

Mitte Mai muss er der Fifa eine Liste mit 35 Namen präsentieren, am 4. Juni dann das endgültige 23er-Kader. Das ist am Tag nach dem Test, der zweifellos eindeutige Aufschlüsse über den Formstand seiner Spieler liefern wird. Gegner ist Spanien, das am Dienstag Argentinien 6:1 abfertigte.

Petkovic hat viele Spieler ausprobiert während seiner Amtszeit. Seinem Stamm ist er immer treu geblieben. Von der Aufstellung zu seinem Debüt im September 2014 gegen England sind nur Von Bergen und Inler nicht mehr dabei.

Die letzten Tage nun hat er versucht, eingefahrene Weg zu verlassen und die Mannschaft von ihrer Ausrichtung her flexibler und für einen Gegner unberechenbarer zu machen. In Athen und Luzern liess er sie deshalb in verschiedenen Formationen auflaufen. Ihm hat gefallen, was er sah: «Wir sind eine Einheit mit vielen Spielern.»

Der Druck von Akanji und Co.

Die Basis ist dadurch nicht gleich erschüttert worden, nicht vom System und nicht von der Besetzung her. Das 4-2-3-1 bleibt das Grundmodell, und viele Positionen bleiben für Stammkräfte reserviert. Was nun aber nicht heisst, dass mit Blick auf den Sommer schon alles klar wäre. Es gibt Fragen und Ungewissheiten. Und was ist zudem, wenn sich einer noch ernsthaft verletzt oder Valon Behrami seinem angeschlagenen Körper die Kraft für einen letzten Grossanlass nicht mehr abringen kann?

Fabian Schär und Johan Djourou genossen lange das Privileg, als zentrales Abwehrduo gesetzt zu sein, wenn sie denn fit waren. Inzwischen spüren sie den Druck, den der versierte Manuel Akanji macht. Da hilft es gerade Schär nicht, dass er jüngst bei La Coruña sein Selbstvertrauen verloren hat.

Admir Mehmedi, seit langem ein Fixposten dieser Mannschaft, hat keine glückliche Saison hinter sich. In Leverkusen wurde er an den Rand gedrängt, und kaum nach Wolfsburg gewechselt, hat er einen Bänderriss am Fuss erlitten, der eine Operation nötig machte. Findet er rechtzeitig Form und Fitness wieder? ­Alternativen stehen bereit. Steven Zuber wartet nur auf seine Chance. Und besonders Breel Embolo bringt so viel Talent mit, dass er eigentlich in diese Mannschaft gehört. Er könnte anstelle von Mehmedi über links stürmen oder in der Not auf rechts selbst zu Xherdan Shaqiri eine Alternative sein.

Haris Seferovic ist bislang Petkovics erste Wahl als Sturmspitze, unbesehen davon, dass er bei Benfica Lissabon seit Anfang September in der Meisterschaft nur 32 Minuten zum Einsatz kam. Seferovic hat auch davon profitiert, dass Eren Derdiyok nicht hielt, was er versprach, oder Josip Drmic zwei Jahre lang verletzt ausfiel. Jetzt aber hat sich Mario Gavranovic nach fast vierjähriger Abwesenheit zurückgemeldet. Am Dienstag deutete er mit einem Tor, zwei Assists und viel Laufbereitschaft an, dass mit ihm nun einer da ist, der Seferovic ernsthaft herausfordern kann.

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