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Petkovics sanfter Personalumbau

Im Schweizer Nationalteam drängen mehrere talentierte Fussballer nach. Nationaltrainer Vladimir Petkovic scheut sich nicht, diese einzusetzen.

Auf welche Spieler setzt Vladimir Petkovic gegen Lettland?
Auf welche Spieler setzt Vladimir Petkovic gegen Lettland?
Keystone
Manuel Akanji (rechts) gehört zu den Aufsteigern in der Nationalmannschaft, durfte gegen Andorra spielen. Gegen die stärkeren Letten könnte aber Johan Djourou seinen Platz in der Innenverteidigung zurückerobern.
Manuel Akanji (rechts) gehört zu den Aufsteigern in der Nationalmannschaft, durfte gegen Andorra spielen. Gegen die stärkeren Letten könnte aber Johan Djourou seinen Platz in der Innenverteidigung zurückerobern.
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Ihm gehört die Zukunft im zentralen Schweizer Mittelfeld: Ex-YB-Spieler Denis Zakaria wurde gegen Andorra eingewechselt.
Ihm gehört die Zukunft im zentralen Schweizer Mittelfeld: Ex-YB-Spieler Denis Zakaria wurde gegen Andorra eingewechselt.
Keystone
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Vladimir Petkovic heizt den Konkurrenzkampf in der WM-Saison frühzeitig an. Gleich das erste Länderspiel nutzte er am Donnerstag, um mehreren jungen Akteuren Auslauf zu gewähren. Manuel Akanji im zweiten Länderspiel in der Abwehr sowie Remo Freuler und Steven Zuber erstmals von Beginn an im Aufbau hiessen die Überraschungsgäste in der Startaufstellung beim 3:0-Sieg gegen Andorra.

Erstmals in dieser Qualifikation verzichtete Petkovic freiwillig auf Johan Djourou und Blerim Dzemaili, dazu fehlte Teamleader Valon Behrami wegen Trainingsrückstands. Es war keine personelle Revolution, sondern ein sanfter Test gegen einen bescheidenen Gegner. Der Coach betont regelmässig, die Tür sei bei ihm offen, wer regelmässig im Klub überzeuge, habe gute Chancen, eingesetzt zu werden.

Auch die 20-jährigen Gladbacher Nico Elvedi (Abwehr) und Denis Zakaria (Mittelfeld) sowie Edimilson Fernandes im Aufbau erhöhen die Optionen. Und bald kehrt im Sturm mit dem lange verletzt gewesenen Hoffnungsträger Breel Embolo ein weiterer Youngster zurück.

Eine weitere Pflichtaufgabe

Im Grunde genommen hat Vladimir Petkovic vorzeitig mit der Moderation eines Umbaus begonnen, den man erst nach der WM 2018 erwartet hatte. Er tut das mit Feingefühl – und ohne seine Routiniers blosszustellen. Zumindest Behrami wird in den entscheidenden Partien im Oktober gegen Ungarn und in Portugal wieder dabei sein, wenn er bis dahin beim neuen Arbeitgeber Udinese eingesetzt worden ist.

Vielleicht müssen Akanji, Freuler und Zuber auch schon am Sonntag in Lettland wieder weichen, aber letztlich spielt es kaum eine grosse Rolle, mit welchem Personal das Länderspiel bestritten wird. Die Schweizer stehen vor einer Pflichtaufgabe, in der es gegen einen defensiven Gegner einzig darum gehen wird, drei Punkte zu holen. «Wir müssen ruhig bleiben, wenn wir nicht sofort ein Tor erzielen», sagt Haris Seferovic. «Wie zuletzt gegen Andorra.»

Lettland am Tiefpunkt

Am Donnerstag erlöste Seferovic sein Team kurz vor der Pause mit dem 1:0, später traf er auch zum 2:0. Er verkörperte in seiner enorm abwechslungsreichen Karriere ab und zu den Stürmer der unglücklichen Gestalt. Doch bei neuen Vereinen startet der 25-Jährige stets fulminant. Wie diesmal bei Benfica Lissabon, wo Seferovic in den ersten vier Partien skorte. «Es läuft mir gut, ich bin selbstbewusst, denke nicht gross nach beim Abschluss», sagt Seferovic. «Das ist entscheidend für einen Stürmer.»

Haris Seferovics Torgefährlichkeit wird auch am Sonntag in Riga gefragt sein. Lettland absolviert eine miserable WM-Qualifikationskampagne mit erst drei Punkten nach sieben Partien. Damit liegen die Letten sogar hinter den Fussballhabenichtsen aus Andorra und Färöer. Beim 1:3 am Donnerstag in Ungarn kassierte Lettland alle Gegentore nach Standardsituationen, mittlerweile hat die baltische Auswahl inklusive Testpartien acht Länderspiele in Serie (3:22 Tore) verloren.

Rang 131 in der Fifa-Weltrangliste bedeutet die schlechteste Klassierung in der Geschichte. Seit der überraschenden EM-Teilnahme 2004 befindet sich Lettland im rasanten Tiefflug, die EM-Qualifikation 2016 beendete das Team sieglos auf dem letzten Platz. Alles andere als ein Sieg am Sonntag in Riga wäre für die Schweiz eine Enttäuschung. Oder wie es Nationaltrainer Vladimir Petkovic sagt: «Wir wollen einen weiteren kleinen Schritt an die WM machen.»

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