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Putsch in Sion: Constantin will auf die Bank

Der Alleinherrscher kündigte an, die Aufstellung künftig selbst zu machen. Uli Stielike leitete heute Morgen das Training nicht mehr. Um 17.15 Uhr hat der FC Sion eine Medienkonferenz anberaumt.

Am Sittener Präsidenten scheiden sich die Geister seit langem. Mit dem neuen Coup, den er laut «Le Nouvelliste» plant, dürfte Constantin für Kopfschütteln sorgen. In einem Interview mit der Unterwalliser Tageszeitung kündigte er an, trotz fehlender Diplome per sofort bis zur Winterpause auf Sions Trainerbank Platz zu nehmen und die Aufstellung machen zu wollen, nicht aber die Übungseinheiten zu leiten.

Dies heisst, dass Uli Stielike nach etwas mehr mehr als fünf Monaten entlassen wird. Heute hat schon nicht mehr der Deutsche, sondern das Duo «Boubou» Richard und José Sinval, das Training geleitet.

Der ehemalige Weltklassespieler Stielike hatte vorletzte Woche in einem Interview mit dem Tages-Anzeiger Constantins Hire-and-fire-Politik kritisiert: «Wenn man in zwei Jahren fünf oder sechs Trainer verschleisst (es waren sogar sieben, Anm.d. Red.), die Mannschaft nach wie vor die gleiche ist und trotzdem nicht nach vorne kommt, ist das auch eine Statistik, die ihre Wahrheit hat.»

Sportchef Urfer nach 30 Monaten entlassen

Noch letzte Woche, vor dem 0:3 in Basel am vergangenen Freitag, hatte Constantin keinen Handlungsbedarf gesehen. Die angesichts verschiedener Vorfälle in der Vergangenheit wenig überraschende Kehrtwende erklärte der exzentrische Architekt aus Martigny der Zeitung «Le Nouvelliste» so: «Die Analyse unserer Situation nach fünfmonatiger Zusammenarbeit mit Stielike bewog mich dazu, diese Massnahme zu ergreifen. Nach vier Runden des ersten Viertels hatten wir sechs Punkte, in vier des zweiten Viertels kamen nur zwei dazu.» Sion ist seit sieben Partien sieglos.

«Mein Stadion leert sich»

Constantin betrachtet sich gewissermassen als Heilsbringer. Anders sind gewisse Aussagen nicht zu erklären: «Stéphane Troillet (der Konditionstrainer, Anmerkung der Redaktion) war verantwortlich für die schlechte physische Vorbereitung der Spieler. Ich entliess ihn, es trat keine Änderung ein. Paolo Urfer (der Sportchef, Anm. d. Red.) beging Fehler, ich entliess ihn, es trat keine Änderung ein. Mein Stadion leert sich, das Kontingent verliert an Wert. Alle, die über den FC Sion reden, erleiden keinen finanziellen Verlust, ich dagegen schon.»

Constantin ist für vier Monate gesperrt

Die Frage ist nun, ob es die Swiss Football League akzeptiert, wenn sich Constantin selbst zum Trainer macht. Zumal Constantin im September vom Verbandssportgericht des Schweizerischen Fussballverbandes zu einer Busse von 5000 Franken und einer Platzsperre von vier Monaten verurteilt worden ist.

Die Strafe bezieht sich auf die Ereignisse im Challenge-League-Spiel zwischen dem SC Kriens und dem FC Sion vom 5. Dezember 2004. Damals hatte Constantin einen Schiedsrichter im Kabinengang tätlich angegriffen.

Das Platzverbot bedeutet, dass Constantin sich während der Partien seines Teams nicht auf dem Terrain und nicht im Kabinengang aufhalten darf. Die Garderobe darf der aufbrausende Präsident indes weiterhin betreten. Constantin akzeptierte den Schuldspruch.

si/str

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