Puzzlen mit Petkovic

In Dänemark darf die Schweiz auf keinen Fall verlieren, um ihre gute Ausgangslage nicht unnötig zu gefährden.

Vladimir Petkovic: Zurück zur Normalität. Foto: Freshfocus

Vladimir Petkovic: Zurück zur Normalität. Foto: Freshfocus

Thomas Schifferle@tagesanzeiger

Es ist, wie es sich zumindest Vladimir Petkovic gewünscht hat. Es ist nicht mehr wie während des letzten Zusammenzugs, als es vornehmlich um einen Spieler ging, der sich abgemeldet hatte. Jetzt geht es nicht mehr um Xherdan Shaqiri. Fürs Erste kann Petkovic denken, dass er alles unter Kontrolle hat und sich alles um die anstehenden beiden Aufgaben dreht.

Am Samstag treffen die Schweizer in Kopenhagen auf Dänemark, am folgenden Dienstag in Genf auf Irland. Das sind die Schlüsselspiele in dieser Gruppe D der EM-Qualifikation, bevor Mitte November daheim gegen Georgien und in Gibraltar die letzten Partien anstehen.

Georgien und Gibraltar tönen nach dem, was es für eine Mannschaft mit dem Selbstwertgefühl der Schweizer auch ist: nach zwei Siegen, nach Pflicht. Und machen die Schweizer das, was sie auch tun müssen, reichen in Kopenhagen und in Genf auf jeden Fall zwei Remis, um sich direkt für die EM zu qualifizieren.

Wachsam sein

Das Rechnen einfach gemacht: Mit zwei Unentschieden gegen Dänemark und Irland sowie zwei Siegen zum Abschluss kommen die Schweizer auf 16 Punkte. Dänemark und Irland haben dann das Problem, dass sie am letzten Spieltag gegeneinander antreten und darum von ihnen nur einer mindestens auf diese Punktzahl kommen kann. Das Rechnen wäre weit komplizierter, wenn Dänemark zuletzt beim 0:0 in Georgien nicht auf fatale Art zwei Punkte verloren hätte.

Was komfortabel tönt, entbindet die Schweizer nicht davor, wachsam zu sein. So wachsam, wie sie es in den letzten fünf Spielen dreimal nicht waren. 3:3 gegen Dänemark: Gegentore in der 84., 88. und 93. Minute. 1:3 in Portugal: entscheidende Gegentore in der 88. und 90. Minute. Beim 1:1 in Irland: Gegentor in der 85. Minute. Was ihnen da gefehlt habe, sei das «Verantwortungsbewusstsein gegenüber dem Resultat», hat Goalie Yann Sommer jüngst gesagt. War das Denken: «He Jungs, das Spiel müssen wir gewinnen, egal, wie. Wir brauchen die Punkte, egal, wie.» Die Fahrlässigkeit war jedes Mal offensichtlich. An Petkovic ist es, an dieser Schwäche zu arbeiten.

Die Frage ist nun, mit welcher Mannschaft er das tun will, mit welchem System. Er hat diverse Optionen: 4-2-3-1 oder 3-4-3. Ein 3-1-4-2 wie im März beim Hinspiel gegen Dänemark oder ein 3-4-2-1 wie zuletzt im September. Manchmal sind es bloss Nuancen. Entscheidender ist immer die Einstellung.

23 Spieler hat Petkovic nun aufgeboten. 12 sollten im engeren Kreis für die Startaufstellung am Samstag im Parken sein. Das sind Sommer, Schär, Akanji, Elvedi, Rodriguez, Xhaka, Zakaria, Freuler, Mehmedi, Embolo und Seferovic. Und das ist Captain Stephan Lichtsteiner, der erstmals seit März wieder zum Aufgebot gehört.

Lichtsteiners Rolle

Natürlich ist Lichtsteiner nicht mehr in der besten Verfassung seiner Tage bei Juventus, das kann der Dauerläufer von der rechten Abwehrseite mit seinen 35 auch nicht mehr sein. Seine erste Bilanz seit dem Wechsel von Arsenal nach Augsburg fällt zudem mager aus. Mit ihm holte der Abstiegskandidat der Bundesliga in fünf Spielen nur zwei Punkte. Ohne ihn dagegen besiegte er Frankfurt. Trotzdem muss der Captain bei Petkovic gefragt sein, allein nur schon wegen seiner Erfahrung. Kevin Mbabu, sein vermeintlich natürlicher Nachfolger, hat bislang in den entscheidenden Momenten enttäuscht.

Stand jetzt sieht Petkovics Puzzle nach einem 3-1-4-2 aus. Mit Sommer; Schär, Akanji, Elvedi; Xhaka; Lichtsteiner, Zakaria, Freuler, Rodriguez; Embolo und Seferovic.


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