Richter stoppen FCB-Talent

Der 19-jährige Serbe Veljko Simic hat vor einem Jahr bei Basel einen Fünfjahresvertrag unterschrieben. Warum ihm nun aber die Arbeitserlaubnis verweigert wird.

Darf nicht in der Schweiz als Fussballer arbeiten: Veljko Simic, 19.

Darf nicht in der Schweiz als Fussballer arbeiten: Veljko Simic, 19.

Wie zuvor das Bundesamt für Migration verweigert auch das Bundesverwaltungsgericht (BVGer) dem FCB-Spieler Veljko Simic die Arbeitsbewilligung. Der 19-jährige Serbe, ausgestattet mit einem Vertrag bis 2018, darf somit nicht für den FC Basel spielen und hat auch keine Mittel mehr, das Urteil anzufechten. Es ist rechtskräftig und kann nicht ans Bundesgericht weitergezogen werden. Simic war vor einem Jahr von Roter Stern Belgrad nach Basel gekommen.

Grund für die Verweigerung: Simic habe in seiner Heimat nicht während mindestens eines Jahres auf dem höchsten Niveau gespielt, so wie es die für junge Profis (18 bis 21 Jahre) erlassenen Weisungen des Schweizer Ausländergesetzes verlangen. Die fehlende Erfahrung könne nicht dadurch ersetzt werden, dass es sich bei diesem Fussballer um ein Talent handelt, argumentiert das BVGer. Bürger aus Drittstaaten (weder EU- noch Efta-Mitglied) dürfen nur dann in der Schweiz arbeiten können, wenn sie speziell dafür qualifiziert sind.

Berufsrisiko – genauso wie eine Verletzung

Der FCB hatte in seiner Einsprache darauf verwiesen, dass Simic als jüngster Spieler überhaupt bei Roter Stern Belgrad einen Profivertrag erhielt und dass auch andere Vereine wie beispielsweise Ajax Amsterdam Interesse an einer Verpflichtung gehabt hätten. Dies ist für das BVGer aber nicht von Belang. Simic sei zwischen 2011 und 2013 nur zu ganz wenigen Einsätzen in der höchsten Profiliga Serbiens und in der Junioren-Nationalmannschaft gekommen, argumentierte es. Simic war bei Roter Stern Belgrad zweimal in den Nachwuchs zurückversetzt worden, der FCB behauptet: als Reaktion auf seine Weigerung, den Vertrag mit dem Club zu verlängern. Das BVGer kontert, dies sei eben Berufsrisiko – genauso wie eine Verletzung. Es mangle dem jungen Spieler daher an der Erfahrung – und folglich an der Qualifikation.

Interessant sind die Lohndetails, die aus dem Urteil hervorgingen. Simic hätte in seinem ersten Jahr beim FCB 8000 Franken pro Monat verdient, im zweiten 13'000, im dritten 16'000, im vierten 21'000 und im fünften 24'000 Franken. 225'000 Euro hatte Basel als Ausbildungsentschädigung nach Belgrad überwiesen.

Enttäuschung beim FC Basel

Der FCB zeigt sich enttäuscht über den Entscheid, den er nicht kommentieren will. Stattdessen verweist er auf eine Medienmitteilung, die aber bis zum späten Donnerstagnachmittag ausbleibt. Simic hatte im März 2013 einen Fünfjahresvertrag beim FC Basel unterschrieben. Im Juli 2013 bekam er die Spielberechtigung von der Swiss Football League. Doch der FCB hatte die Rechnung ohne das Bundesamt für Migration gemacht. Dieses verweigerte dem Serben am 23. Juli die Aufenthaltsbewilligung. Im September 2013 erhielt Simic dann eine provisorische Spielbewilligung.

Seinen letzten Einsatz für den FCB hatte er am 10. Mai – allerdings im U-21-Team in der 1. Liga Promotion (neu: Promotion League) gegen Stade Nyonnais. Für die erste Mannschaft kam das serbische Mittelfeldtalent nur in Testspielen zum Einsatz. Derzeit weilt Simic mit der serbischen U-19-Auswahl an der Europameisterschaft in Ungarn.

thunertagblatt.ch/Newsnetz

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