Rolle rückwärts der Regelhüter

Weil immer mehr Fussballer beim Abstoss einen Trick anwenden, wird die neue Regel per sofort wieder gestoppt.

Beim Spiel Aarau - GC unterbindet Schiedsrichter Urs Schnyder den Abstosstrick. (Video: TC Zoom)

Eigentlich war es ein kleiner Eingriff. Ein Detail, um das Spiel ein wenig schneller zu machen. Doch nun ist es ein Rohrkrepierer. Die neue Regel ging so: Bei einem Abstoss müssen die Feldspieler des Torhüters in Ballbesitz den Strafraum nicht mehr verlassen, sondern dürfen angespielt werden.

Es ging schnell, bis die ersten Teams den Kniff herausfanden, wie sie die neue Regel als echten Vorteil nutzen können: Der Goalie lupfte den Ball zum Mitspieler, der köpfelte zurück – worauf der Torhüter auskicken oder auswerfen oder mit dem Ball selbst laufen konnte. Die Rückpassregel wurde so ausser Kraft gesetzt, die Torhüter erhielten wieder mehr Flexibilität.

Benfica Lissabon mit dem Auskick im Testspiel gegen Milan.

Nach wenigen Wochen hat das Ifab genug. Die obersten Regelhüter des Weltfussballs, das International Football Association Board, schieben der eigenen Regel bereits wieder den Riegel, indem sie die Verbände und Schiedsrichter instruieren, Auskicks dieser Art wiederholen zu lassen. Auf eine Strafe sollen sie allerdings verzichten.

Eine Klarstellung verschickt

«Wir werden zusammen mit unseren Experten diskutieren, ob diese Aktionen dem Geist der Regeln entsprechen oder nicht. Bis dann ist die Regel ausgesetzt», schreibt das Ifab in einer «Klarstellung», die sie am Freitag verschickt. Vorbildlich löst das Schiedsrichter Urs Schnyder, der am Freitagabend die Challenge-League-Partie zwischen Aarau und GC leitet und den Auskick-Trick durch die Grasshoppers in der Startphase der Partie unterbindet und die Teams – oder zumindest GC-Captain Veroljub Salatic – instruiert (siehe Video).

In der 2. deutschen Bundesliga dagegen scheint die Regeländerung noch nicht angekommen zu sein. Wie die ARD schreibt, wurde der Kniff beim Spiel Bochum - Bielefeld am Freitagabend noch auf beiden Seiten angewandt. Der deutsche Schiedsrichterchef Lutz Wagner bestätigte dem TV-Sender, dass seit Samstag auch in der 2. und 3. Bundesliga gemäss Ifab-Vorgabe gepfiffen werde. (wie)


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