Rote Karte, spätes Tor – Chelsea im Elend

Drama pur in London: PSG-Star Ibrahimovic musste früh vom Platz – und trotzdem schafften die Pariser bei Chelsea den Coup.

Ein umstrittener Entscheid: Ibrahimovic sieht nach einer Grätsche die rote Karte.
Ueli Kägi@ukaegi

Es war ein Spiel, das langsam begann. Und dramatisch endete. Dramatisch böse für Chelsea. Dramatisch schön für PSG. Die Mannschaft hatte einen Abend lang fast nur Nachteile gehabt. Sie spielte gegen 90 Minuten in Unterzahl. Sie geriet zweimal in Rückstand. Sie kämpfte sich in fast letzter Minute in die Verlängerung. Und erzielte dann nach dem 1:2 (96., Handspenalty, Hazard) in der 114. Minute das Tor zum 2:2 durch Thiago Silva, das in die Viertelfinals der Champions League führt.

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José Mourinho, Trainer der Londoner, hatte vor dem Rückspiel Feuer gelegt. 1:1 war die erste Partie in Paris ausgegangen. Mourinho erzählte vor dem zweiten Duell, wie wenig ihm dieser Match gepasst hatte, weil doch die PSG-Spieler immer gefoult hätten, ohne richtig bestraft worden zu sein. Selbst ein hochqualifizierter Fussballer wie Ibrahimovic habe mitgetreten beim Gegner. Er hoffe, sagte Mourinho, dass seine Spieler dieses Mal geschützt würden vom Schiedsrichter.

Es kam dann der Matchabend an der Stamford Bridge. Und vielleicht hatte es nichts mit Mourinho zu tun. Vielleicht hatten sich des Portugiesen Worte gar nie in das Hirn des Schiedsrichters schleichen können, weil sich Schiedsrichter ja gerne total abgrenzen vor solchen Spielen. Vielleicht war es nur einer dieser Zufälle, wie es sie im Leben und damit auch im Fussball immer wieder gibt. Auf jeden Fall passierte das: Die erste halbe Stunde verging ohne Aufregung. Doch dann kam Björn Kuipers, Referee aus Holland. Und zog Rot. Rot gegen Ibrahimovic. Nach einem Foul gegen Oscar, das gelbwürdig war. Aber Rot? Ein Fehlentscheid.

Erstaunlich, wie ruhig Ibrahimovic in die Katakomben aufbrach. Alle anderen Spieler von PSG hatten deutlich erhöhten Puls. Es folgte ein Phase mit drei Verwarnungen innert acht Minuten. Und was auch noch folgte, war ein Foul von PSG-Stürmer Cavani im eigenen Strafraum an Diego Costa. Dass Kuipers mit seiner Beurteilung erneut falsch lag und auf den Penaltypfiff verzichtete, war dieses Mal das Glück der Franzosen. In der zweiten Halbzeit zog sich PSG oft weit zurück und liess Chelsea angreifen. Aber so klar die Franzosen verteidigten, so klar verfolgten sie ihre Idee, zum Auswärtstor zu kommen, das sie unbedingt brauchten. Sie konterten, wenn sich die Möglichkeit bot. Und sie taten das so gut, dass Chelsea wankte.

Cavani traf in der 58. Minute den Pfosten, er hatte Goalie Courtois schon ausgespielt. Eine Viertelstunde später hatte Kuipers seinen nächsten zweifelhaften Moment, als er Diego Costa für ein rüdes Foul gegen Thiago Silva nur verwarnte. Und auch, nachdem Chelsea durch Cahill nach einer Zufallskombination in Führung gegangen war (81.), hielt PSG dagegen und wurde dafür belohnt. David Luiz’ köpfelte in der 86. Minute zum 1:1 und zur Verlängerung. Und ebnete den Weg zum Triumph.

Tages-Anzeiger

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