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Rubertos Fehlgriffe

Die 1:2-Niederlage des FC Thun gegen St. Gallen hat einen Namen: Francesco Ruberto. Der 24-jährige Goalie erwischte einen rabenschwarzen Abend.

Erlebte einen unangenehmen Abend: Francesco Ruberto.
Erlebte einen unangenehmen Abend: Francesco Ruberto.
Keystone

«Wir dürfen nicht auf andere zeigen», hatte Thuns Innenvertei­diger Roy Gelmi vor der Partie gegen die St. Galler gesagt. Daran hielten sich die Akteure auch nach der Begegnung. Dabei war offensichtlich, wer diesmal der Sündenbock war. Francesco Ruberto leistete sich zwei kapitale Fehlgriffe, die den Ostschweizern den Sieg ermöglichten.

In der 22. Minute liess der Goalie den Ball nach einem Eckball von St. Gallens Stjepan Kukuruzovic fallen. Der Torhüter wurde dabei von keinem Gegner bedrängt. Alain Wiss bedankte sich für die unverhoffte Vorlage und schoss zum 1:0 der Gäste ein.

Ein Fehler kann jedem passieren, dachten die rund 4000 FCT-Anhänger im Stadion wohl und trauten ihren Augen nicht, als Ruberto nach der Pause praktisch eine Kopie seines Lapsus lieferte und diesmal eine weite Flanke von St. Gallens Nicolas Lüchinger nicht festhalten konnte. Diesmal bedankte sich Roman Buess – sein Treffer zum 2:1 bedeutete das Schlussresultat, auch weil Thuns Stürmer Dejan Sorgic in der Nachspielzeit nur den Pfosten traf.

Und weil wohl nicht nur aller guten, sondern auch aller schlechten Dinge drei sind, liess Ruberto noch bei einem weiteren Corner den Ball fallen. Bevor diesmal ein Ostschweizer erben konnte, vermochte der 24-jährige Unglücksrabe das bockige Utensil namens Ball im Nachfassen zu bändigen.

Faivre wird operiert

Wie es zu diesen Fehlgriffen kommen konnte, blieb unbeantwortet. Ruberto wollte sich nach der Partie nicht äussern. Der Berner hatte im Sommer den langjährigen Keeper Guillaume Faivre als Nummer 1 im Thuner Tor abgelöst. Der frühere Junior des FC Wyler agierte bisher meist solid, verzeichnete jedoch auch immer wieder Wackler und blieb bis jetzt den Beweis schuldig, dass er besser ist als Guillaume Faivre.

Nach dem völlig verpatzten Auftritt gegen St. Gallen wäre im Normalfall eine Goalierochade üblich. Trainer Marc Schneider sagte nichts dazu. Der Coach hielt sich jedoch an die eingangs erwähnte Vorgabe von Gelmi und sprach nur von «individuellen Fehlern», ohne den Namen des Verur­sachers zu erwähnen. Denn er braucht den Schlussmann noch.

Ruberto wird auch am Mittwoch im Cupviertelfinal gegen den FC Zürich im Tor stehen, denn Konkurrent Faivre muss sich diese Woche nach einer weiteren Erkrankung einer Operation unterziehen. Dem 30-jährigen Routinier werden die Mandeln entfernt.

Als Alternative steht Schneider somit nur U-21-Torhüter Felix Hornung zur Verfügung. Diesem würde mit einem Einsatz in der momentan schwierigen Situation jedoch kaum einen Gefallen gemacht. Hornung war mit seinen 21-Jahren am Samstag der älteste Spieler auf der mit U-21-Akteuren bestückten Thuner Ersatzbank.

Verletztenliste wird länger

«Aus unserem Kader stehen noch genau zehn Feldspieler zur Verfügung», sagte Schneider nach der Partie. Denn mit Silvano Schäppi (Adduktoren) – der von Lugano geholte Verteidiger kam erst zu seinem zweiten Einsatz für Thun – und Moreno Costanzo (Oberschenkelzerrung) schieden zwei weitere Spieler aus und verlängerten die Verletztenliste auf zehn Akteure – Faivre nicht mitgezählt. «Das ist Horror», gestand Schneider. «Aber jammern bringt nichts. Wir müssen mit den einsatzfähigen Spielern versuchen, irgendwie das Glück zu erzwingen.»

Dieses hatten die Oberländer am Samstag nur zwischenzeitlich. Marvin Spielmann leitete einen Angriff ein, Stefan Glarner setzte erfolgreich nach, und Costanzo tanzte St. Gallens Gjelbrim Taipi aus und bediente wiederum Spielmann. Der beste Thuner liess sich diese Chance nicht nehmen und erzielte sein siebtes Saisontor. Spielmann beendete damit seine zweieinhalbmonatige Durststrecke.

«Leider nützt der Treffer nichts», sagte der Torschütze. «Natürlich sind wir alle sehr enttäuscht, aber am Mittwoch geht es schon im Cup weiter.» Dass die Vorzeichen mit der langen Verletztenliste nicht gut stehen, lässt Spielmann nicht gelten: «Das darf keine Entschuldigung sein. Die elf Spieler, die auf dem Platz stehen werden, wollen gewinnen», sagte Spielmann. Dazu wird auch Ruberto gehören. Der Goalie hat einiges gutzu­machen.

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