Skibbe und Meier: Keine Panik

GC und der FCZ verlieren ihre besten Torschützen: Gashi wechselt zu Basel, Gavranovic fällt lange verletzt aus – die Trainer bleiben gleichwohl gelassen.

«Wir geraten nicht in Panik»: FCZ-Trainer Urs Meier (re.) und GC-Trainer Michael Skibbe (15. Dezember 2013).

«Wir geraten nicht in Panik»: FCZ-Trainer Urs Meier (re.) und GC-Trainer Michael Skibbe (15. Dezember 2013).

(Bild: Keystone Steffen Schmidt)

Es war kein gutes Wochenende für die beiden grossen Zürcher Fussballvereine. Am Samstag wurde zunächst der Transfer von Mittelfeldspieler Shkelzen Gashi (25) von den Grasshoppers zu Meister Basel bekannt, wenig später kam aus dem Trainingscamp der Nationalmannschaft in Porto Seguro schlechte Kunde für den FC Zürich: Stürmer Mario Gavranovic (24) erlitt im Training einen Kreuzbandriss. Er wird noch diese ­Woche in der Schweiz operiert und fällt danach rund ein halbes Jahr aus.

Gashi wie Gavranovic waren letzte Saison die besten Torschützen ihrer Mannschaft: Der albanische Nationalspieler Gashi traf 19-mal für GC und wurde Torschützenkönig der Super ­League, WM-Teilnehmer Gavranovic war in der Meisterschaft 13-mal erfolgreich und entschied am Ostermontag mit seinen beiden Treffern den Cupfinal gegen Basel zugunsten des FCZ.

«Wenn der Ligakrösus ruft...»

Die Grasshoppers führten schon ­länger Vertragsverhandlungen mit Gashi. Sie wollten seinen Kontrakt, der im Sommer 2015 ausgelaufen wäre, ­vorzeitig verlängern. «Wir haben ihm ein sehr gutes Angebot gemacht», sagt Trainer Michael Skibbe. Als sich nun aber Basel ernsthaft für den Mittelfeldspieler zu interessieren begann und ihm einen Vierjahresvertrag offerierte, konnten die Zürcher finanziell nicht mehr mithalten. «Wenn der Ligakrösus ruft, sind die anderen Schweizer Vereine machtlos», weiss Skibbe. Verärgert ist er deswegen nicht. Das seien die Gesetze des freien Marktes – und in der Bundesliga seien die Verhältnisse genau gleich: «Auch die Bayern wollen stets die besten einheimischen Spieler im Kader haben. Das ist für mich nichts als legitim.»

Die Grasshoppers konnten sich ein Jahr vor Gashis Vertragsende wenigstens eine stattliche Ablösesumme sichern, die indes nicht bekannt gegeben wird: «Es ist gutes Geld für uns», sagt Skibbe nur. Insider sprechen von drei Millionen Franken. Sportlich bedauert der Trainer den ­Abgang seines besten Torschützen: «Er war in der Offensive überall einsetzbar und ­gefährlich bei Standardsituationen.»

Zuzüge sollen Lücke schliessen

Skibbe hofft, dass die Lücke, die Gashi im Angriff hinterlässt, durch die Zuzüge Mahmoud Kahraba und Yoric ­Ravet einigermassen ausgefüllt werden kann. «Beide haben sich rasch in­tegriert», bemerkt der Deutsche. Gleichwohl betont er: «Mit Torhüter Bürki, Toko und Gashi haben wir drei ­Schlüsselspieler verloren. Ob wir nun in der neuen Saison den Druck auf Basel so stark erhöhen können, wie wir das ­eigentlich vorgehabt hatten, weiss ich nicht.» Für ihn ist klar, dass GC im zentralen Mittelfeld noch einen weiteren Spieler als Ergänzung zu Salatic und ­Abrashi braucht. Er bestätigt, dass der Club mit zwei, drei Spielern in inten­sivem Kontakt steht: «Ich bin zuversichtlich, dass einer von ihnen schon im Derby zum Meisterschaftsauftakt am 20. Juli für uns auflaufen kann.»

Nur drei gesunde FCZ-Stürmer

Die Verletzung von Gavranovic sei für den Spieler «sehr bitter», sagt Urs Meier. «Mario hatte das Ziel, eine gute WM zu spielen und danach einen Transfer in eine grössere Liga zu machen. Aber Verletzungen gehören nun einmal zum Fussball.» Gavranovic wird heute in ­Zürich zurückerwartet, er wird sich ­sofort untersuchen lassen und danach wohl vom FCZ-Arzt José Romero ­operiert werden. Der Nationalspieler ist der zweite FCZ-Stürmer nach Armando ­Sadiku, der mit einem Kreuzbandriss für die ganze Vorrunde ausfällt.

Im Moment haben die Zürcher mit Chermiti, Etoundi und Neuzugang ­Rossini noch drei gesunde Stürmer im ­Kader, ­allenfalls kann auch Chikhaoui in einer leicht zurückhängenden Position im ­Angriff spielen. Noch steht nicht fest, ob sich die Zürcher nach einem weiteren Stürmer umsehen werden. Meier sagt dazu lediglich: «Unsere Vorbereitung auf die neue Saison verlief bis anhin sehr gut. Wir geraten nicht in Panik und ­machen sicher keinen Schnellschuss.»

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