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So schwindelt die Fifa an der Frauen-WM

Mit eigenwilligen Zählmethoden frisiert der Fussball-Weltverband die Zuschauerstatistik seines Turniers in Kanada.

Voll ist anders: Spärlich besetzte Ränge während des WM-Spiels Holland – China in Edmonton. (11. Juni 2015)
Voll ist anders: Spärlich besetzte Ränge während des WM-Spiels Holland – China in Edmonton. (11. Juni 2015)
Reuters

«Die 36 Vorrundenspiele haben insgesamt 885'369 Fans in den Stadien verfolgt. Das entspricht einem Schnitt von 24'594 Besuchern pro Partie», teilte die Fifa nach der ersten Phase der Frauen-WM in Kanada stolz mit. Klingt gut, stimmt aber leider nicht wirklich. Wie die «Welt» schreibt, hat der Fussball-Weltverband nämlich eine eigenwillige Art, die Zuschauerinnen und Zuschauer zu zählen. So kamen zu den Spielen Brasilien– Südkorea und Spanien – Mexiko statt der offiziell gemeldeten 10'175 nur rund 5000 Fans. Örtliche Medien bezeichneten das geringe Interesse als Schande.

Das Eröffnungsspiel Kanada – China verfolgten 53'038 Fans, die gleiche Zuschauerzahl wurde dann auch dem folgenden Match zwischen Holland und Neuseeland zugeschlagen, obwohl ein Grossteil des Publikums die Arena schon wieder verlassen hatten, was aus TV-Bildern klar hervorgeht.

Und was sagt die Fifa dazu? Sie gesteht den Schwindel – wenn auch hübsch verpackt – ein: «Ein Ticket erlaubt den Zutritt zu beiden Spielen. Es ist technisch schwierig, zu überprüfen, wie viele Menschen bei jeder Partie im Stadion waren. Die insgesamt verkaufte Anzahl an Tickets zählt somit für jedes Spiel.»

Vor der «Welt» war schon der «Sydney Morning Herald» wegen der von der Fifa publizierten Zuschauerzahlen stutzig geworden. Statt der offiziellen 626'822 seien an den beiden ersten Vorrundenspieltagen tatsächlich nur rund 300'000 Fans in die Stadien geströmt.

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