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«Solche Unbeherrschtheiten schaden uns enorm»

FCZ-Trainer Urs Fischer äussert sich im Interview zu den beiden roten Karten im Spiel gegen YB und zum fehlenden Selbstvertrauen des selbsternannten Titelanwärters.

«Das darf uns einfach nicht passieren»: FCZ-Trainer Urs Fischer.
«Das darf uns einfach nicht passieren»: FCZ-Trainer Urs Fischer.
Keystone

Urs Fischer, zwei Platzverweise innert weniger Sekunden gegen die eigene Mannschaft: Haben Sie das schon einmal erlebt? Nein, das habe ich so noch nie erlebt. Aber ich habe gespürt, dass wir mit den Emotionen am Limit waren. Während der Pause habe ich meine Spieler gewarnt: «Jungs passt auf!» Aegerter und Chikhaoui waren schon während der ersten Halbzeit nahe an einem Platzverweis gestanden.

Margairaz zeigte dem Schiedsrichter während Sekunden den Vogel und provozierte die rote Karte regelrecht. Das ist doch unprofessionell, Emotionen hin oder her. Was soll ich da antworten? Ich hatte mich als Spieler auch nicht immer Griff. Aber klar, das darf einfach nicht passieren, solche Unbeherrschtheiten schaden uns enorm. Insbesondere Margairaz als Vizecaptain darf sich so nicht gehen lassen. Es passt allerdings zu unserer Situation. Doch so kurz nach dem Spiel sind auch bei mir die Emotionen hoch. Ich will mir die Szenen im Video nochmals anschauen, danach werde ich dieses Thema mit den Spielern diskutieren.

Als YB in Unterzahl den Ausgleich kassierte, wurde es für die Berner ein Psychospiel. Der FCZ zeigte auf einmal Leidenschaft. Wieso war das zu Beginn nicht der Fall? Das gibt es immer wieder. Nach den beiden Platzverweisen rückte meine Mannschaft zusammen, weil sie sich benachteiligt fühlte. In solchen Situationen hat man nicht mehr viel zu verlieren, und als uns dann auch noch der Ausgleich gelang, wurde der Gegner nervös. Aber diese Leidenschaft hätten wir bereits von der ersten Minute an zeigen müssen. Es ist nicht so, dass das Team nicht will, nur fehlt das Selbstvertrauen. Und deswegen zeigen einige Spieler Angst vor der Verantwortung. Das ist das Problem.

Alain Nef traf erneut gegen den FCZ – alle drei Saisontore erzielte er auf Standardsituationen gegen Zürich. Kennt Ihr Kumpel das Abwehrverhalten des FCZ besonders gut? Wir setzen bei Standardsituationen des Gegners auf Zonendeckung. Jeder Spieler weiss, was er zu tun hat und wie er sich verhalten muss. Letzte Saison hat das gut geklappt, wir erhielten nur wenige Tore. Jetzt unterlaufen uns immer wieder Fehler. Die müssen wir abstellen.

Das klingt nach Durchhalteparolen. Das sind keine Durchhalteparolen. Wir arbeiten daran, uns zu verbessern. Aber es ist relativ schwierig, nach einem solchen Spiel die passenden Antworten zu finden.

Beim YB-Führungstor stand Nef im Abseits. Was sagen Sie dazu? Ich muss mir auch diese Szene noch einmal anschauen. Es kam in diesem Spiel wirklich etwas gar viel zusammen.

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