FC Thun: Sorgic vor Abgang

Die Oberländer dürften ihren Topskorer verlieren. In der Europa-League-Qualifikation wartet derweil ein schwerer russischer Gegner.

Für Dejan Sorgic ist beim FC Thun eine konkrete Offerte eingegangen. Foto: Freshfocus

Für Dejan Sorgic ist beim FC Thun eine konkrete Offerte eingegangen. Foto: Freshfocus

Dominic Wuillemin

Kommunikation und Handlung liessen keine Zweifel offen: Man rechne mit einem Abgang von Dejan Sorgic, sagte Sportchef Andres Gerber am ersten Tag der Vorbereitung. Am zweiten präsentierten die Thuner mit Simone Rapp schon einen Ersatz für den Topskorer. Doch mit jeder Woche, die verstrich, ohne Neuigkeiten betreffend die Zukunft des 29-jährigen Innerschweizers, schien dessen Verbleib wahrscheinlicher.

Aber jetzt, nach dem 2:2 zum Saisonstart gegen Xamax, als Sorgic per Penalty zum 1:2 traf, zeichnet sich der Abgang des Leistungsträgers ab. «Wir haben eine konkrete Offerte für ihn erhalten», sagt Gerber. Noch müssen wichtige Vertragsmodalitäten geklärt werden, der Sportchef glaubt aber, dass der Transfer in den nächsten Tagen finalisiert werden könnte.

Sorgic, der in 103 Partien für Thun 42 Tore erzielt hat, liebäugelt schon länger mit einem Auslandtransfer. Letztes Jahr wechselte er auch deshalb seinen Berater, ihn vertritt seither Milos Malenovic, einer der einflussreichsten Schweizer Agenten mit guten Kontakten ins Ausland.

Vor einem Jahr verlängerte Sorgic seinen Vertrag dennoch bis 2022, mit der Zusage der Thuner aber, dass er bei einem auch für den Club vorzüglichen Angebot ins Ausland weiterziehen darf. Diese Offerte liegt nun scheinbar vor.

Mit brasilianischem Flair

Das bedeutet, dass die Thuner in der dritten Runde der Qualifikation zur Europa League ohne Sorgic werden antreten müssen. Am Montag wurde ausgelost, und mit Spartak Moskau haben die Oberländer den wohl stärksten Gegner ihrer Auslosungsgruppe erwischt.

Die russische Equipe, mit den früheren brasilianischen Nationalspielern Luiz Adriano und Fernando, weist auf Transfermarkt.ch einen Marktwert von knapp 100 Millionen Euro aus. Es ist fast fünfmal so viel wie der FC Thun.

Gerber spricht von einem happigen Gegner und denkt an Dynamo Kiew, welches er 2005 mit Thun, damals noch als Mittelfeldspieler, auf dem Weg in die Champions League bezwungen hatte. «Auf dem Papier sind wir Aussenseiter», sagt Gerber. «Aber das muss nichts bedeuten.»

Dass eine Überraschung gelingen kann, zeigte St. Gallen. Die Ostschweizer gewannen 2013 nach einem 1:1 daheim 4:2 bei Spartak und qualifizierten sich für die Gruppenphase der Europa League. Thun empfängt die Russen am 8. August, das Rückspiel findet eine Woche später in Moskau statt.

Wie Thun ist auch Spartak schon in die neue Saison gestartet. Nach zwei Partien hat der Traditionsclub 4 Punkte auf seinem Konto.

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