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Spross will nicht mehr Vogels Ohr sein

Ohne ihn gäbe es wohl bei GC keinen Fussball mehr. Nun ist Heinz Spross aus dem Verwaltungsrat zurückgetreten.

Ohne ihn gäbe es wohl bei GC keinen Fussball mehr. Heinz Spross war immer da, wenn es ihn und sein Geld brauchte. Und das war oft der Fall. Die Grasshoppers waren in den letzten Jahren wiederholt in finanzieller Not, gar dem Untergang nahe, und der Traditionsclub mit der stolzen Vergangenheit durchlebte turbulente Phasen und ständige Führungswechsel. Aber immer wieder hiess es: «Der Heinz macht es, er schaut schon», auch wenn seine familiäre Umgebung manchmal fand, jetzt habe er genug geholfen.

Heinz Spross, dem Gartenbau-Unternehmer, fällt es schwer, Nein zu sagen. Besonders wenn es um GC geht. Das ist eine Herzensangelegenheit. Er ist loyal, «überloyal» sagen gar einige, «geradlinig, ethisch und moralisch unantastbar», zitierte die «NZZ am Sonntag» mal Aussagen von Bekannten, und vor allem scheut Spross die Öffentlichkeit, er betont immer, es gehe nur «um den Club, nicht um mich». Und nie würde er den Club fallen lassen, besonders, wenn es diesem schlecht geht, und es ging ihm zuletzt oft schlecht.

Seit über 50 Jahren ist Spross Mitglied bei GC, war Spieler bei den Junioren, und seine Verbundenheit sei, sagt er, «auch eine Tradition der Familie». Sein Onkel Werner H., der «Gärtner der Nation», war viele Jahre die Bank des Clubs, zwar auch nur im Hintergrund, praktisch nie selber im damaligen Hardturm, Erich Vogel musste jeweils morgens um vier bei ihm in der Villa antraben und ihn über die neusten Entwicklungen informieren.

Heinz Spross ist eigentlich das Gegenteil von Erich Vogel, der Mann, der Intrigen liebt, Menschen für seine Anliegen braucht und sie wieder fallen lässt, Machtspiele aus dem Hintergrund betreibt, auch mit 75 Jahren noch. Und trotzdem sind die beiden befreundet, jassen zusammen regelmässig, und Spross würde nie ein schlechtes Wort über ihn sagen, schützt ihn und ist höchstens erstaunt über die Energie, die der alte Mann noch zeigt.

Wegen Vogel wurde zuletzt aber auch wieder über Spross laut gesprochen, was er nicht liebt, und ist Reinhard Fromm aus dem VR zurückgetreten mit der Begründung: «Ich kann es nicht beweisen, aber ich behaupte es: Viele Ideen kommen von E. V. und werden im Verwaltungsrat von Heinz Spross weitergegeben.»

Jetzt hat Spross selber genug. Man habe auf Vogel geschossen, und es wäre auf seinem Rücken ausgetragen worden, sagt er. Damit hat er grosse Mühe. Er gibt Ende Juni seinen Rücktritt als VR. Aber er wäre nicht Spross, wenn er nicht gleich- zeitig sagen würde: GC unterstütze er mit seinem Geld weiterhin. Sein GC-Herz ist zu stark. Nur Vogels Ohr mag er nicht mehr sein. Spross, 67, will lieber mit seiner Frau Reisen unternehmen.

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