«Streller hat Sousas Job gerettet»

Basels Torjäger Marco Streller tritt Ende Saison 34-jährig von der grossen Bühne ab. Die Reaktionen.

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Thomas Niggl@tagesanzeiger

«Marco Streller hätte mit Hängen und Würgen noch eine Saison anhängen und noch einmal gutes Geld verdienen können. Er hatte ja noch einen Vertrag. Doch mit seiner Entscheidung zeigte er noch einmal seine Grösse und Klasse. Er hat sich eingestanden, dass er in der kommenden Saison physisch sein Niveau wohl nicht mehr halten kann», sagt Luzerns Sportchef Rolf Fringer.

Streller habe seine Entscheidung auf einem weiteren Höhepunkt seiner Karriere getroffen. «Der FCB ist Leader, im Cup und in der Champions League noch dabei sowie auf einem guten Weg zur Titelverteidigung. Marco wird so Ende Saison einen sensationellen Abgang haben, den er sich auch verdient hat. Er geht im Erfolg.» Der Schweizer Fussball verliere einen herausragenden Spieler und eine grosse Persönlichkeit. «Sein Rücktritt ist ein grosser Verlust. Er hat grosse und äusserst erfolgreiche Jahre des FC Basel und des Schweizer Fussballs entscheidend mitgeprägt», sagt der ehemalige Schweizer Nationaltrainer.

«Streller ist Kult wie Karli Odermatt»

Der ehemalige Nationalstürmer Ruedi Elsener, der einst mit GC und dem FCZ Meister geworden war, sagt: «Marco Streller war eigentlich der Mister FCB. Er war die Identifikationsfigur schlechthin und hat in Basel längst Kultstatus erreicht. Für den FCB war er einer wie damals Karli Odermatt. Der Club hat Streller unheimlich viel zu verdanken.»

Der Zürcher denkt ähnlich wie Rolf Fringer. «Streller war immer einer, der hundert Prozent und mehr gegeben hat. Er hat gespürt, dass er in der kommenden Saison möglicherweise sein Geld nicht mehr wert sein könnte. Mit seiner Entscheidung zeigt er in der Tat Grösse und auch seine grosse menschliche Klasse.» Streller habe sich innerhalb der Mannschaft auch um die neuen und vor allem um die jungen Spieler gekümmert. «Das hat ihnen bei der Integration ins Team unheimlich geholfen.»

«Er ist extrem loyal»

Streller sei auch ein extrem loyaler Mensch, der seine Machtposition nie mit Intrigen ausgenützt habe. «Ohne Streller wäre Paulo Sousa kaum noch Trainer in Basel. Er hat auch zu ihm gehalten und ihm den Rücken gestärkt, als der Erfolg ausblieb und der Portugiese in Basel nicht nur im Umfeld, sondern auch vereinsintern und sogar von Spielern mächtig angezweifelt wurde. Man kann getrost sagen, dass Streller Sousas Job gerettet hat.»

Der ehemalige Mittelfeldregisseur des FC Basel, Hakan Yakin, sagt: «Marco Streller ist und war für den FC Basel so wichtig wie einst Beni Huggel, ich selber, Alex Frei oder der legendäre Karli Odermatt», sagt der Basler. «Marco ist ein langjähriger Freund und alter Weggefährte», sagt der Mann, der für die Schweiz 87 Länderspiele absolviert hat. «Ich bewundere auch sein Timing für seinen Rücktritt. Ich denke, er hat just den für ihn besten Zeitpunkt ausgewählt.»

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thunertagblatt.ch/Newsnetz

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