Stürmerlegende rechnet mit jungen Fussballern ab

Miroslav Klose vermisst beim Nachwuchs den nötigen Biss. Selbst bei Bayern München, wo er die U-17 trainiert.

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Dem früheren Weltmeister Miroslav Klose fehlt bei den Nachwuchsfussballern von heute die nötige Hingabe. «Ich habe viel Kontakt zu Ex-Profis, die heute Trainer oder sonst im Fussball tätig sind. Sie bestätigen, dass die heutige Generation diese Einstellung, die bei uns normal war, nicht mehr hat, bis auf wenige Ausnahmen. Diese Leidenschaft, dieses Herz vermisse ich», sagte der 41-Jährige dem «Kicker».

Der WM-Rekordtorschütze sieht ein Problem in der Überforderung, die auch durch die Schule entsteht. «Manchmal wirken sie derart gestresst, mit Schule und vielem mehr, dass sie – so mein Eindruck – nur zum Training kommen, weil sie es müssen», so der ehemalige Torjäger. Ihm ist aber auch bewusst, dass es ohne Lernprozess nicht geht. «Die Ausbildung muss sein, klar. Aber manche lassen die Schule schleifen und kapieren nicht, dass sie, wenn sie als Nationalspieler oft weg sind, den Stoff nachholen müssen. Viele gehen da den bequemen Weg. Das zeigt mir, dass es dann nicht reicht», sagte Klose weiter.

Problem auch bei Bayerns Nachwuchs

Seit vergangenem Jahr trainiert der ehemalige Stürmer die U-17 von Bayern München. Auch dort mangele es vielen Spielern am «unbedingten Willen», so Klose. «Für mich war es jeden Tag eine Freude, mich zu verbessern. Die Motivation muss aus dem Spieler selbst kommen, die Trainer dürfen nur die letzten Prozente ausmachen.»

Er frage seine Schützlinge oft nach ihren Vorbildern. Dann fallen Namen wie Robert Lewandowski oder Joshua Kimmich, die für den früheren Topstürmer als Ideale gelten. «Ich sensibilisiere sie dann, dass sich Lewandowski nie ausgeruht hat. Kimmich war in jedem Training voll da. Wenn er ein Trainingsspiel verlor, trat er vor Ärger gegen den Pfosten. Diesen unbedingten Willen vermisse ich heute oft», sagte Klose. «Er gehört zum Gesamtpaket neben Talent, Physis und Athletik.»

Individualtraining als Schlüssel für die Zukunft

Klose hat Ideen, wie die Jungs wieder besser werden können. «Wir müssen viel individueller arbeiten, positionsspezifisch, eine Stunde lang 80 bis 120 Flanken schlagen lassen. Erst ohne, dann mit Gegenspieler, bis sieben von zehn Flanken ankommen. Unter Druck mit Gegenspieler können die Jungs nicht flanken. Insgesamt brauchst du dafür eine Riesentechnik, Beidfüssigkeit», so Klose, der auf zwei Spieler aus seiner aktiven Zeit verweist. «Zinédine Zidane oder Andrea Pirlo haben dank ihrer Fähigkeiten früher mit mir gemacht, was sie wollten; sie lachten sich kaputt, wenn ich ihnen den Ball klauen wollte.»

dpa/heg

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