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Thun gewinnt das erste Heimspiel souverän

Der FC Thun schlägt Luzern nach Rückstand 2:1 und verhindert den Fehlstart. Die Willens­leistung ist nicht der einzige Thuner Pluspunkt.

Erster Sieg im zweiten Spiel: Im eigenen Stadion feiern die Spieler des FC Thun ihre ersten Punkte.
Erster Sieg im zweiten Spiel: Im eigenen Stadion feiern die Spieler des FC Thun ihre ersten Punkte.
Patrick Hürlimann, Keystone
Dabei waren es zuerst die Gäste aus Luzern, die jubeln konnten: In der ersten Halbzeit erzielte Francisco Rodriguez zur Führung. Guillaume Faivre kommt zu spät.
Dabei waren es zuerst die Gäste aus Luzern, die jubeln konnten: In der ersten Halbzeit erzielte Francisco Rodriguez zur Führung. Guillaume Faivre kommt zu spät.
Martin Meienberger/freshfocus
Rene Weiler dürfte das Lachen vergangen sein: Der neue Coach der Luzerner muss weiter auf den ersten Punktgewinn warten. Marc Schneider derweil sah die geforderte Reaktion auf die Startniederlage.
Rene Weiler dürfte das Lachen vergangen sein: Der neue Coach der Luzerner muss weiter auf den ersten Punktgewinn warten. Marc Schneider derweil sah die geforderte Reaktion auf die Startniederlage.
Peter Klaunzer, Keystone
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Es wäre für Marc Scheider der Moment gewesen, die Lorbeeren einzuheimsen: Nach der Partie gegen Luzern wird der Thuner Trainer gefragt, was er gemacht habe, dass sein Team innert acht Minuten den 0:1-Rückstand in eine 2:1-Führung verwandelte. Doch Schneider lässt das Ich bei seiner Antwort weg. Er erzählt stattdessen, wie er in die ­Kabine gekommen sei und lebhafte Diskussionen zwischen den Spielern stattgefunden hätten. «Meine Mannschaft ist in ihrer Entwicklung schon weit», sagt der 39-Jährige. «Sie wusste, was es zu ändern galt.» Will heissen, konsequenter zu agieren. Und, wenn es sein muss, die Tore zu erzwingen. Der rechte Verteidiger Stefan Glarner formuliert es so: «Wir sagten uns in der Pause: Es kann doch nicht sein, dass nur wir spielen und wir dennoch hinten liegen.»

Belege der Entschlossenheit

Dass die Oberländer ihren Worten Taten folgen liessen, war eindrücklich. Erstens: weil sie sich nicht von der ersten Halbzeit haben entmutigen lassen, in der sie dominant waren und zu vielen Chancen kamen, nach einem Fehler von Guillaume Faivre aber im Rückstand lagen. Der Goalie verspekulierte sich in der 31. Minute bei einem Steilpass von Filip Ugrinic, Francisco Rodriguez schob den Ball aus 30 Metern am herausstürmenden Faivre vorbei ins Tor. Gut spielen und keine ­Tore erzielen sei eine gefährliche Mischung, sagt Schneider. «Plötzlich verfällt man in einen Verlierblues, sucht Ausreden.»

Und zweitens: weil die Thuner nach der Pause bei grosser Hitze keine Zeit verstreichen liessen, ihre Mängel zu beheben. Das erste Tor war Beleg ihrer Entschlos­senheit, das zweite ebenso. Erst stürmte der linke Verteidiger Mickaël Facchinetti in den Strafraum und bezwang den unsicheren Luzerner Torhüter Mirko Salvi. Mit dem rechten Fuss nota­bene, seinem schwachen, den er sonst in erster Linie dazu braucht, das Gleichgewicht nicht zu ver­lieren. Dann zog Captain Dennis Hediger aus zwanzig Metern direkt ab. Beide Tore waren das Produkt grosser Willensleistungen.

Die Treffer setzten beim Heimteam vor 5153 Zuschauern in der Stockhorn-Arena Kräfte frei, Luzerns Trainer René Weiler will in dieser Phase einen euphorisierten Gegner ausgemacht haben. Dejan Sorgic, Gregory Karlen und vor allem Matteo Tosetti hätten die Führung in der Folge ausbauen können. Weil sie es nicht taten, kamen die Thuner zum Schluss noch einmal in Bedrängnis.

Doch die Luzerner Offensivakteure unterstrichen, warum in der Innerschweiz seit Wochen über die Verpflichtung eines Stürmers diskutiert worden war. Die neue Angriffshoffnung mit dem vielversprechenden Namen Blessing (Deutsch: Segen) Eleke ist noch nicht spielberechtigt.

Und so brachten die Thuner den Vorsprung mehr oder minder souverän über die Runden, Tosetti traf in der Nachspielzeit noch den Pfosten. Weiler spricht danach von einem verdienten Sieg. Schneider befindet derweil: «Wir haben sehr viel investiert, gerieten sehr unglücklich in Rückstand, machten danach aber sehr vieles richtig.» Dass er nur noch in Superlativen redet, zeigt, wie zufrieden er mit dem Verlauf des Nachmittags ist.

Sieg der Langsamstarter

Vielleicht ist es ein Erfolg, der sich als wegweisend für den ­Verlauf der Saison 2018/2019 ­herausstellen wird. Ein guter Start kann Vertrauen schenken, Schwung geben, Publikum an­locken. Kurz: Er kann das Leben in der Super League angenehmer machen. Nach komplizierten Saisons wäre es ein neues Gefühl für die Oberländer.

Vor drei Jahren hatten sie mit vier Niederlagen aus fünf Spielen begonnen, Ciriaco Sforza wurde bald entlassen, Thun steckte bis ins Frühjahr im Abstiegskampf. 2016 resultierte gar nur ein Sieg aus zehn Spielen, die Konsequenz war auch hier: Erhöhter Druck von Beginn an, die Erlösung folgte erneut spät. Und letzte Saison startete Thun mit drei Nieder­lagen. Der Club steckte bis zum Schluss im Tabellenkeller. Nach dem 2:1 gegen Luzern ist dies fürs Erste abgewendet. Schneider sagt: «Dieser Sieg wird uns viel Auftrieb geben.»

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