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Thun will im Berner Derby schwarze Serie beenden

Im Derby gegen Thun ist YB favorisiert – doch die Torproduktion der Young Boys lässt in dieser Saison noch zu wünschen übrig. Redaktion Tamedia berichtet ab 16 Uhr live.

Drei Tore in 223 Spielminuten: Stürmer Emmanuel Mayuka stellt die Torschützenliste bei YB in dieser Saison auf den Kopf.
Drei Tore in 223 Spielminuten: Stürmer Emmanuel Mayuka stellt die Torschützenliste bei YB in dieser Saison auf den Kopf.
Keystone

Im Sommer 2002 stieg der FC Thun in die damalige NLA auf, seither traf YB in der obersten Spielklasse in 24 Partien auf die Oberländer. Die Bilanz der favorisierten Stadtberner ist sehr gut: 12 Siege, 8 Unentschieden, 4 Niederlagen, 42:26 Tore. Sogar glänzend ist sie in Partien in Bern, wo YB in 12 Duellen achtmal siegte und bloss einmal verlor – am 14.April 2005 setzte sich Thun im Neufeldstadion nach rascher 2:0- und zwischenzeitlicher 4:0-Führung schliesslich 4:2 durch. Mario Raimondi, heute bei YB, erzielte einen Treffer für die Thuner, die am Ende der Saison Zweite wurden und sich kurz darauf für die Champions League qualifizierten.

YB seit 13 Derbys schadlos

Fünfeinhalb Jahre aber sind eine lange Zeit, insbesondere im Fussball, und so darf man YB im morgigen Derby als Goliath bezeichnen – der David aus Thun war nach seinem Sternenliga-Abenteuer zwischenzeitlich in gröbsten Turbulenzen, kehrte aber in diesem Sommer nach zwei Saisons in die Super League zurück – und ist nach einem Viertel der Saison einen Rang vor YB klassiert. «Thun ist ein unangenehmer Gegner», sagt Vladimir Petkovic, aber auch der Trainer weiss, was man von den Young Boys am Sonntag erwartet: «Natürlich wollen und müssen wir ein Heimspiel gegen einen Aufsteiger gewinnen.»

Das letzte Berner Derby in der Super League übrigens gewannen die Young Boys im April 2008 gleich 4:0 in Thun (Tore: zweimal Hakan Yakin, Thomas Häberli und Raimondi) – und der erwähnte 4:2-Erfolg im April 2005 war tatsächlich der letzte Sieg der Thuner. Seither blieben sie in allen 13 Begegnungen gegen YB sieglos (sieben Unentschieden, sechs Niederlagen, 7:23 Tore!). YB-Trainer Petkovic hat erst einen Ernstkampf gegen Thun bestritten (1:1 zum Saisonstart), und auch die meisten Akteure der Young Boys waren im Frühling 2008 noch nicht dabei, als der Kantonsrivale abstieg.

Mayuka bester Torschütze

Einer der zahlreichen jungen, begabten und neuen Akteure bei YB ist Emmanuel Mayuka. Der erst 19-jährige Angreifer wurde im Sommer von Maccabi Tel Aviv verpflichtet und soll behutsam als Nachfolger Seydou Doumbias aufgebaut werden. 50 Tore hatte Doumbia ja in den letzten zwei Saisons erzielt, seine Effizienz wird vermisst, und deshalb ist es keine Überraschung, dass die Berner in den ersten neun Partien bloss 10 Treffer erzielt haben – vor Jahresfrist waren es zum gleichen Zeitpunkt 20! «Die 30 Tore, die Doumbia letzte Saison geschossen hat, wollen wir auf mehrere Spieler verteilen», sagt Trainer Petkovic. Auf ziemlich bescheidenem Niveau ist das YB bisher gelungen – keiner hat mehr als 3 Treffer erzielt, und der beste Torschütze ist Emmanuel Mayuka. In nur vier Einsätzen und insgesamt bloss 223 Spielminuten hat der Sambier 3 Tore erzielt. Zuletzt war er am Mittwoch beim 2:1-Sieg in St.Gallen Doppeltorschütze, und es ist anzunehmen, dass sich der trickreiche und agile, clevere und torgefährliche Mayuka vorerst einen Stammplatz erkämpft hat.

Im Schnitt trifft Mayuka bisher alle 56 Ligaminuten, damit übersteigt er sogar die fantastischen Doumbia-Dimensionen. «Aber man sollte von ihm jetzt nicht erwarten, dass er in jeder Partie ein Tor erzielt», sagt YB-CEO Ilja Kaenzig. «Junge Fussballer brauchen Zeit, und die geben wir Mayuka.» Immerhin hat sich der neue Spektakelmacher in kurzer Zeit vom unbekannten afrikanischen Reservisten, der aus einer ausländischen Liga verpflichtet wurde, zum Hoffnungsträger entwickelt – genau wie Doumbia 2008.

BZ/fdr

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