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Thuner Ruhe in der Abgeschiedenheit

Der FC Thun bereitet sich im Trainingslager in Saanen auf die neue Saison vor. Das Team steht, zwei Leistungsträger könnten nun doch bleiben.

Mit der Yogamatte unter dem Arm: Im Trainingslager in Saanen präsentieren sich die Exponenten des FC Thun entspannt.
Mit der Yogamatte unter dem Arm: Im Trainingslager in Saanen präsentieren sich die Exponenten des FC Thun entspannt.
Raphael Moser
Morgendliches Stretching: Thuns Spieler wärmen sich vor dem Training auf.
Morgendliches Stretching: Thuns Spieler wärmen sich vor dem Training auf.
Raphael Moser
Die Thuner trainieren in Saanen sozusagen vor der eigenen Haustüre.
Die Thuner trainieren in Saanen sozusagen vor der eigenen Haustüre.
Raphael Moser
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Die Sonne lacht, die Vögel zwitschern. Und wer ganz genau lauscht, hört die nahe Saane talabwärts fliessen. Es ist die pure Idylle, in der sich der FC Thun im Trainingslager in Saanen auf die neue Saison vorbereitet. Nur ab und zu wird die Ruhe kurz gestört, wenn ein Privatjet auf dem Flughafen nebenan landet. «Unser Präsident fliegt ein», witzelt Sportchef Andres Gerber während der morgendlichen Einheit, den linken Arm lässig am Lichtmast angelehnt, der rechte Richtung Himmel zeigend.

Beim FC Thun geben sie sich zum Start der dritten Woche der Saisonvorbereitung ganz entspannt. Neue Spieler sind keine im Anflug, nach den Zuzügen der zentralen Mittelfeldspieler Basil Stillhart, Kenan Fatkic sowie von Offensivakteur Dennis Salanovic (alle aus der Challenge League) steht das Team. Es geht lediglich darum, Optimierungen anzubringen.

Das Kader ist zu gross, die jungen Colin Trachsel und Omer Dzonlagic sollen in die Challenge League verliehen werden, sie befinden sich beim FC Wil im Probetraining. Und Goalie Francesco Ruberto liebäugelt mit einem Engagement in Italien. Die Thuner haben vier Torhüter unter Vertrag – und damit einen zu viel. Es sei sehr ruhig für diese Jahreszeit, sagt Gerber. Ihm ist das ganz recht. In den letzten Jahren hatte der Sportchef stets einen grösseren Umbruch zu vollziehen.

Tosetti vor Vaterfreuden

Wenige Meter daneben spielen sich Marvin Spielmann und Matteo Tosetti die Bälle zu. Die Ruhe, von der Gerber spricht, hängt vor allem auch mit den Personalien der beiden Leistungsträger zusammen. Nach 13 Meisterschaftstoren schien Spielmanns Abgang so gut wie sicher, einen Monat vor dem Meisterschaftsauftakt beim FC Zürich können sich die Oberländer nun vorstellen, dass der ­U-21-Nationalspieler eine weitere Saison mit ihnen bestreiten wird. Gerber will beim 22-Jährigen eine innere Ruhe ausgemacht haben, er deutet daraus, dass Spielmann seinen Abgang nicht forcieren muss. Und Trainer Marc Schneider hat Spielmann in Gesprächen vermittelt, dass es Herausforderung genug sei, die starke letzte Saison zu bestätigen. «Aber Sicherheit, ob er bleibt, ­haben wir nicht», sagt Gerber. Er glaubt, der Transfermarkt werde erst in den nächsten Wochen in Bewegung kommen.

Dann könnten auch Anfragen für Tosetti ins Haus flattern, wobei der Verbleib des 26-jährigen Tessiners durchaus wahrscheinlich ist, seine Frau erwartet in diesen Tagen das erste Kind. Nur weil es woanders ein bisschen mehr zu verdienen geben könnte, wird der vorzügliche Vorbereiter nicht aufgeben, was er in Thun hat. «Wir befinden uns in einer guten Ausgangslage», sagt Schneider.

Redeangst überwinden

Für den 37-Jährigen ist es die zweite Saison als Trainer; er glaubt, wie seine Spieler habe auch er sich weiterentwickelt. Er sei konsequenter geworden, sagt Schneider, es falle ihm leichter, den Spielern seine Meinung darzulegen. Im Trainingslager, das noch bis Freitag dauert, wird er mit jedem Akteur ein Gespräch führen. Es gehe darum, aufzuzeigen, woran die Spieler seien, sagt Schneider. Der eine oder andere sollte sich bewusst werden, dass er noch mehr machen müsse.

Für den Nachmittag hat der Trainer eine Teamsitzung angesetzt, einige der Thuner müssen dabei vor dem Team Gruppenarbeiten präsentieren – ausgenommen Captain Dennis Hediger, ein begnadeter Verkäufer seiner selbst. «Von ihm wissen wir, dass er das kann. Für andere wird es eine neue Erfahrung sein», sagt Schneider und meint, es gehe darum, die Spieler aus der Komfortzone zu bewegen. Das ist gar nicht so einfach im idyllischen Saanen.

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