«Träumen ist immer erlaubt»

Der SC Buochs aus der 2. Liga Inter empfängt heute Abend im Cup-Viertelfinal den FC St. Gallen. Sein Captain bleibt Realist – und doch schliesst er eine weitere Sensation nicht aus.

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Peter M. Birrer@tagesanzeiger

Es war am 20. September, als der SC Buochs einen Coup landete, mit dem er landesweit für Aufsehen sorgte: Der 2.-Liga-Inter-Club eliminierte die Young Boys aus dem Schweizer Cup. Christophe Lambert erzielte damals das goldene 1:0, das die Nidwaldner in den Achtelfinal brachte. Gegen Erstligist Schötz setzten sie sich ebenfalls durch und verdienten sich als nächstes Los den FC St. Gallen. Der 28-jährige Lambert, Captain mit Profivergangenheit beim FC Luzern und im Cupfinal 2007 gegen den FC Basel eingewechselt, spricht über Prämien, Nervosität und die Euphorie im Kanton.

Haben Sie in den letzten Tagen davon geträumt, mit dem SC Buochs in den Halbfinal einzuziehen? Auch wenn es aussichtslos scheint: Träumen ist immer erlaubt. Uns ist allen bewusst, dass alles für die St. Galler spricht, aber das heisst nicht, dass wir uns schon aufgegeben haben und einfach ein Spiel bestreiten. Nein, wir wollen schon Widerstand leisten.

Gibt es kein Argument für Ihre Mannschaft? Nicht viele…

...der schwierige Boden im Seefeld vielleicht? Der Rasen bei uns ist kein Teppich, aber die Plätze in der Super League sind das auch nicht überall. In Sitten oder eben auch in St. Gallen sah es nach tiefen Terrains aus. Das wird also kein Nachteil für den Gegner sein. Ausserdem hatten wir erst einen Ernstkampf, sind also noch nicht im Rhythmus. Und Trainings waren fast nur auf Kunstrasen möglich. Aber wenn wir es trotzdem schaffen, in der ersten Viertelstunde einen Rückstand zu vermeiden, könnte es auch für St. Gallen etwas unangenehm werden. Dann steigen unsere Chancen auf eine weitere Sensation.

Wie macht sich in Buochs und in der Umgebung die Euphorie bemerkbar? Indem alle von diesem Spiel reden, es ist wirklich das Gesprächsthema Nummer 1. Auf unserem Sportplatz Seefeld haben in den vergangenen Tagen viele Freiwillige geholfen, eine Zusatztribüne zu errichten. Man spürt, dass es auf einen besonderen Abend zugeht. Und natürlich hören wir Spieler immer wieder: «Macht es noch einmal wie gegen YB!» Das spornt an.

Haben Sie Prämien ausgehandelt? Wir sind ein Landclub, da geht es anders zu als bei einem Profiverein. Wir setzen uns nach der Partie zusammen und schauen, was eingenommen worden ist. Dann wird entschieden, welchen Betrag der Verein in die Mannschaftskasse zahlt. Das geht bei uns sehr unkompliziert. Wenn es gut läuft, haben wir Spieler auch etwas davon. Aber das Geld ist nicht unser Antrieb. Es ist der Ehrgeiz, einen Grossen herauszufordern und vor einer Kulisse anzutreten, wie sie viele noch nicht oft erlebt haben.

Gegen YB kamen 2250 Zuschauer. Wie viele sollen es heute Abend sein? 3700 Tickets wurden bereits verkauft. Wir rechnen also sicher mit 4000.

Und wie sieht die unmittelbare Vorbereitung auf den Match aus? Wir treffen uns um 18.30 Uhr, also wie immer vor einem Spiel. Das geht nicht anders bei Amateuren. Trainer David Andreoli hat uns vor zehn Tagen bei einem gemeinsamen Nachtessen im Clubhaus ein Bild des Gegners vermittelt. Wir wissen, was auf uns zukommt.

Was? Vor allem starke Individualisten wie Everton, Rodriguez, Cavusevic…

…aber Fussball spielen können doch auch die Buochser. Ja, wir haben ein paar, die ganz gut sind, aber halt nur in der 2. Liga Inter (lacht).

thunertagblatt.ch/Newsnetz

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