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Verspätete Erleichterung beim FC Thun

Nach dem geschafften Ligaerhalt kann der FC Thun entspannt in die letzten beiden Saisonspiele gehen.

Matteo Tosetti will sich noch zweimal von der besten Seite zeigen.
Matteo Tosetti will sich noch zweimal von der besten Seite zeigen.
Keystone

Für einen Moment geistern sie in der Stockhorn-Arena herum, die Gedanken, ob sie beim FC Thun doch noch einmal würden um den Verbleib in der Super League ­zittern müssen. Es ist kurz vor 22 Uhr am Mittwochabend, und die Thuner haben gegen den FC Zürich 0:1 verloren.

Der auf dem Europa-League-Platz liegende Gegner ist um sechs Punkte enteilt. Was in diesem Moment indes viel mehr beunruhigt, ist, dass Schlusslicht Lausanne mit einem Sieg in Lugano den Anschluss wiederherstellen und so für Spannung im Abstiegskampf sorgen könnte, auf die sie in Thun nur zu gerne verzichten würden.

Zwei Tage später ist die Enttäuschung in den Worten der Thuner Protagonisten immer noch spürbar. Eine unnötige Niederlage sei es gewesen, sagt Dennis Hediger, spricht von den vielen Chancen, die sich die Oberländer erarbeitet hätten. «Wir hätten gut 3:0 gewinnen können.»

Auch Matteo Tosetti lobt den Auftritt seines Teams, sagt, sie hätten das ganze Spiel über dominiert, und Zürich hätte aus einer halben Chance ein Tor gemacht. Es sind Voten, die von Ehrgeiz und Selbstvertrauen zeugen, vom Willen, jedes Spiel zu gewinnen.

Doch die beiden hadern im Gespräch nicht lange, vielmehr drückt auch eine gewisse Erleichterung durch, was nicht zuletzt mit einem Ergebnis vom Auffahrtsdonnerstag zu tun hat. Da Lausanne in Lugano 0:2 verlor, kann es die Thuner nicht mehr überholen – mit einem Tag Verspätung ist der Ligaerhalt doch geschafft. «Ich habe mich sehr gefreut», sagt Tosetti, und Hediger meint, er habe die Partie am Fernseher verfolgt und bald einmal ein gutes Gefühl gehabt.

Präsentieren auf der Pontaise

In der Begegnung am Sonntag in Lausanne (16 Uhr) fehlt der Captain gesperrt. Hätten die Thuner den Ligaerhalt noch nicht bewerkstelligt, wäre das Duell auf der Pontaise wohl zu einem Überlebenskampf avanciert, einem Spiel, geprägt von Angst und Nervosität, in dem der kleinste Fehler unter Umständen die Existenz eines ganzen Vereins gefährdet hätte. Eine Partie also, in der die Routine und Zweikampfstärke von Dennis Hediger unschätzbar wertvoll gewesen wäre.

Nun, mit der Gewissheit, das Saisonziel frühzeitig erreicht zu haben, wiegt die Sperre des Leaders und Vorkämpfers im Mittelfeld etwas weniger schwer. Was aber nicht heisst, dass die Thuner die verbleibenden zwei Partien auf die leichte Schulter nehmen. Jeder Spieler wolle die Gelegenheit nutzen, sich zu präsentieren, sagt Tosetti. Auch der beste Vorbereiter der Liga (15 Vorlagen) möchte sein Können noch zweimal unter Beweis stellen.

Ob es für ihn danach in Thun weitergeht, ist trotz laufendem Vertrag bis 2021 offen, zumal er mit seiner Schnelligkeit und Flankenstärke für diverse ­finanzkräftigere Teams interessant ist und dem FCT eine respektable Ablösesumme einbringen könnte. Momentan liegt indes kein konkretes Angebot vor. Er werde sich nach der Saison mit seinem Berater und Sportchef Andres Gerber zusammensetzen und über die Zukunft sprechen, sagt Tosetti und fügt an: «Ich fühle mich sehr wohl hier.»

Rechenspielerei

Theoretisch ist es für die Thuner ja immer noch möglich, auf einen Europa-League-Platz vorzustossen. Allerdings verfügen sie über das deutlich schlechtere Torverhältnis als Zürich, was ihre Chancen zu einer reinen Rechenspielerei verkommen lässt. Hediger würde das Verpassen eines europäischen Wettbewerbs jedoch nie als Misserfolg werten. «Es wäre verheerend, wenn wir jetzt so denken würden», sagt der 31-Jährige. «Wir dürfen nicht vergessen, woher wir kommen.»

Nach dem 2:7 in Sitten Mitte März war der FC Thun ganz unten angekommen, wirkte verunsichert und defensiv derart instabil, dass eine Zukunft in der Super League alles andere als sicher schien. Nun, zwei Monate später, sind alle negativen Gedanken endgültig verflogen.

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