Vom 0:2 zum 3:2 – dank Bielek

Münsingen kehrte nach der Pause eine schon verloren geglaubte Cuppartie gegen Malley. Neuzugang Bielek traf zwei Mal.

Martin Bielek freut sich über sein Siegtor. Dank des Slowaken haben die Münsinger eine weitere Cuphürde genommen.

Martin Bielek freut sich über sein Siegtor. Dank des Slowaken haben die Münsinger eine weitere Cuphürde genommen.

(Bild: Andreas Blatter)

Hans Ulrich Schaad

Münsingen darf auf das grosse Los im Cup hoffen. Nach einer spannenden Partie bei brütender Hitze schlugen die Aaretaler Malley dank einer fulminanten zweiten Halbzeit. Denn zur Pause hatte wenig auf einen Sieg der Aaretaler hingedeutet. Sie hatten zwar die besseren Torchancen. So scheiterte Battista in der 18.Minute mit Direktabnahmen zweimal am gegnerischen Goalie, der einmal mit dem Fuss via Pfosten und einmal mit einer Faustabwehr klärte. Und fünf Minuten später klärte ein Lausanner Verteidiger auf der Linie und verhinderte ein Eigentor des Captains. Auf der Gegenseite profitierte Malley, das mit mehreren ehemaligen Nationalliga-Spielern antrat, von zwei Geschenken des Heimteams. Beim ersten Gegentor geriet ein Rückpass zu kurz und beim 0:2 liess sich die Abwehr mit einem weiten Pass überlisten. Goalie Moritz Kocher, der den verletzten Lars Müller ersetzte (Innenbandzerrung, vier bis sieben Wochen Pause), machte nicht den sichersten Eindruck. Trainer Kurt Feuz sprach hinterher von «zwei doofen Gegentoren».Rote Karte als WendeDie Gäste schienen ob der Führung etwas überheblich zu werden, und wurden dafür von den Münsingern, die wie verwandelt aus der Kabine kamen, bestraft. Zuerst wurde Bielek von Christen mit einem herrlichen Steilpass lanciert. Der Slowake verwandelte eiskalt. Wenig später liess sich der gegnerische Doppeltorschütze Tavares zu einem Revanchefoul verleiten, und musste mit der Ampelkarte vorzeitig unter die Dusche. Für Malley-Trainer Patrick Isabella war dies die Schlüsselszene. Nach einer guten Stunde folgte der schönste Angriff des ganzen Spiels. Nach einer Ballstafette über die rechte Seite flankte Christen zur Mitte, Bielek legte ab auf Zocco, der mit einem Schlenzer genau ins Lattenkreuz traf. Überragender BielekNun hatten die Platzherren die Oberhand. Überragender Spieler – im doppelten Sinn – war Martin Bielek. Praktisch alle Angriffe liefen über den knapp zwei Meter grossen Slowaken. Ob mit dem Kopf oder dem Fuss, er wusste mit dem Ball immer etwas Konstruktives anzufangen. Er war es auch, der in der hektischen Schlussphase nach präziser Vorarbeit Battistas per Kopf den Siegtreffer erzielte. Für Bielek ist Münsingen nur eine Übergangsstation. Der 29-jährige Fussballprofi, der schon in der höchsten ungarischen und der zweithöchsten spanischen Liga gespielt hat, sucht zusammen mit seinem Berater Robert Pietsch wieder ein Engagement in einer Profiliga. Die Freude bei Spielern und Betreuern von Münsingen war nach dem Sieg gegen Malley riesengross. Denn in der nächsten Runde greifen die Nationalliga-Teams ein. «YB als Gegner wäre Weltklasse», hat Kurt Feuz einen Wunsch für die Auslosung.

Berner Zeitung

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