Von «brillant» bis «chancenlos»

Frust statt Jubel beim FC Basel nach dem Ausscheiden in Porto. Die Reaktionen.

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David Wiederkehr@DavidWiederkehr

Rauschende Feste hatte er schon gefeiert, der FC Basel, der Europacup war in den vergangenen Jahren sein Tanzparkett. Das galt auch diesmal lange Zeit, doch das Ende war ernüchternd, das 0:4 in Porto riss die Basler aus ihren Träumen. Entsprechend trist war die Stimmung im Basler Lager gestern Abend im Drachenstadion. «Porto war in beiden Partien ganz einfach besser als wir», sagte Trainer Paulo Sousa. Ähnlich untergegangen war der FCB vor drei Jahren bei Bayern München (0:7) und in der vergangenen Saison in Valencia (0:5).

«In zwei Spielen ist im Fussball manchmal viel möglich», sagte Mittelfeldspieler Luca Zuffi – aber nicht gegen diesen Gegner. «Es hat einfach nicht gereicht», fügte er an. Sie hätten es in der ersten Halbzeit nicht so schlecht gemacht und seien sogar zur einen oder anderen Topchance gekommen, fand Zuffi, «aber nach der Pause sind die Tore viel zu schnell gefallen». Elf Minuten benötigten die Portugiesen, um mit dem 2:0 und 3:0 bis zur 56. Minute das Spiel endgültig zu entscheiden. Die Zuschauer zelebrierten La Ola.

Sousa: «Man muss die Stärke des Gegners anerkennen»

Für FCB-Trainer Paulo Sousa war es ein ernüchternder Ausflug in die Heimat. «Porto ist individuell und als Kollektiv auf einem anderen Niveau als wir», sagte er, «wir waren in beiden Spielen unterlegen». Ihm habe der Auftritt seiner Mannschaft nicht restlos gefallen, aber es sei nun einmal sehr schwierig gewesen gegen eine Mannschaft mit dieser Qualität. «Man muss die Stärke dieses Gegners anerkennen», forderte er. Und lobte stattdessen seine Mannschaft für ihre erfolgreiche Champions-League-Saison: «Ich bin sehr stolz auf meine Spieler.» Erst zum zweiten Mal seit Einführung der Champions League hat der FCB in dieser Saison den Achtelfinal erreicht.

Captain Marco Streller, der gestern eine traurige Derniere auf der europäischen Bühne erlebte, sagte aber: «Ich kann mich nicht erinnern, dass wir einmal gleich in zwei Spielen derart chancenlos gewesen sind.» Gegen die Bayern hatten die Basler im Hinspiel 1:0 gewonnen, gegen Valencia sogar brilliert. Für ihn wäre es «nicht überraschend, würde Porto im Kampf um den Champions-League-Sieg ein Wörtchen mitreden».

Lopetegui: «Wir waren brillant»

Aus Porto-Sicht war es darum ein fast perfekter Abend, und Trainer Julen Lopetegui zeigte sich hinterher entsprechend zufrieden: «Es war nicht leicht, aber wir haben uns auf brillante Weise für den Viertelfinal qualifiziert.» Vor allem habe ihm gefallen, wie die Mannschaft nach der Pause noch entschlossener das Tor gesucht habe. «Wir zeigten sehr viel Initiative und Persönlichkeit.» Für den FC Porto, den Champions-League-Sieger von 2004, war es der erste Vorstoss unter die besten acht Teams der Königsklasse seit sieben Jahren.

Wermutstropfen aber war die Verletzung von Aussenverteidiger Danilo. Der Brasilianer, der seit Wochen von Real Madrid beobachtet wird und für gegen 35 Millionen Euro zum Champions-League-Sieger wechseln könnte, prallte früh im Spiel heftig mit dem eigenen Torhüter zusammen und verlor kurzzeitig das Bewusstsein und wurde umgehend ins Krankenhaus gefahren. Sein Trainer konnte aber schon kurz nach dem Match Entwarnung geben. «Sein Ausfall war ein Schreck für uns, aber es geht ihm schon besser», sagte Lopetegui.

thunertagblatt.ch/Newsnetz

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